Ex-FBI-Chef Comey rechnet mit weiterer Anklage durch Trump-Regierung

Ex-FBI-Chef Comey rechnet mit weiterer Anklage durch Trump-Regierung

Veröffentlicht

Dienstag, 12.05.2026
von Red. TB

Der frühere FBI-Direktor James Comey geht davon aus, dass das US-Justizministerium unter Präsident Donald Trump erneut versuchen wird, ihn strafrechtlich zu verfolgen. Sollte das aktuelle Verfahren scheitern, werde „etwas Neues kommen“, sagte Comey in einem Interview mit dem Sender MS NOW.

„Donald Trump hat ein grenzenloses Bedürfnis nach Rache an Menschen, die ihn kritisiert haben“, sagte der ehemalige FBI-Chef. Er werde seine Kritik jedoch nicht einstellen, „wenn einem Amerika am Herzen liegt“.

Verfahren wegen Instagram-Post

Die jüngste Anklage gegen Comey wurde Ende April von einer Grand Jury in North Carolina erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Trump bedroht zu haben.

Auslöser war ein Instagram-Post aus dem Mai 2025. Comey hatte dort ein Foto von Muscheln veröffentlicht, die die Zahlenkombination „8647“ bildeten.

Einige Trump-Anhänger interpretierten dies als versteckte Gewaltandrohung gegen den 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der Slangbegriff „86“ kann im Englischen unter anderem „loswerden“ bedeuten.

Comey löschte den Beitrag wenige Stunden später und erklärte, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Zahlen als Gewaltaufruf verstanden werden könnten. Er lehne „Gewalt jeder Art“ ab.

„Sie tun, was der Boss will“

Comey äußerte sich überzeugt, dass Trump innerhalb des Justizministeriums immer wieder Juristen finden werde, die gegen politische Gegner vorgehen.

„Am Boden jedes Fasses liegen noch ein paar Äpfel“, sagte er. „Sie werden weitermachen, weil das der Boss will.“

Das Weiße Haus und das Justizministerium reagierten zunächst nicht auf Anfragen amerikanischer Medien.

Zweite Anklage seit Trumps Rückkehr ins Amt

Es ist bereits das zweite Strafverfahren gegen Comey seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Bereits im vergangenen September war der Ex-FBI-Chef angeklagt worden. Damals lautete der Vorwurf, er habe den Kongress belogen.

Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, nachdem ein Richter entschied, der zuständige Sonderermittler sei unrechtmäßig ernannt worden. Die Regierung legte dagegen Berufung ein.

Trump hatte mehrfach öffentlich gefordert, Comey strafrechtlich zu verfolgen. Seit seiner Entlassung als FBI-Direktor im Jahr 2017 gilt Comey als einer der prominentesten Kritiker des Präsidenten.

Bildnachweis:

RichardBarboza (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Dienstag, 12.05.2026

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