Hundert Tage nach dem Verschwinden der 84-jährigen Mutter der US-Moderatorin Savannah Guthrie gibt es weiterhin keine Spur von ihr. Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Behörden jedoch intensiv weiter.
Der Sheriff von Pima County erklärte in einem neuen Interview, lokale Ermittler und das FBI arbeiteten weiterhin eng zusammen. Man komme der Aufklärung „jeden Tag ein Stück näher“, sagte er.
Die Seniorin war Ende Januar aus ihrem Wohnhaus nahe Tucson im Bundesstaat Arizona verschwunden. Ermittler gehen von einer Entführung aus.
Blutspuren und unbekannte DNA
Bereits früh bestätigten die Behörden, dass Blutspuren am Haus der Vermissten von ihr stammen. Zusätzlich wurde DNA entdeckt, die weder ihr noch Angehörigen zugeordnet werden konnte.
Das FBI veröffentlichte zudem Aufnahmen einer Türkamera, die einen unbekannten Mann vor dem Haus zeigen sollen. Der Verdächtige trug dunkle Kleidung und Handschuhe. Bis heute konnte die Person nicht identifiziert werden.
Auch Handschuhe, die später gefunden wurden, brachten keinen Durchbruch: Die DNA-Spuren tauchten in keiner nationalen Datenbank auf.
Streit um die Ermittlungen
Der Fall wird inzwischen zusätzlich von politischen und behördlichen Spannungen überschattet.
FBI-Direktor Kash Patel hatte öffentlich kritisiert, die örtliche Polizei habe versucht, das FBI anfangs aus den Ermittlungen herauszuhalten. Der Sheriff widerspricht dieser Darstellung entschieden und betont, die Zusammenarbeit mit Bundesbehörden habe „vom ersten Tag an“ begonnen.
Gleichzeitig gerät der Sheriff selbst zunehmend unter Druck. Mehrere Lokalpolitiker werfen ihm Fehler und Ungereimtheiten in seiner Amtsführung vor und fordern seinen Rücktritt.
Die Kritik verschärfte sich, nachdem bekannt wurde, dass es Streit um den Umgang mit neuen Hinweisen und FBI-Anfragen gegeben haben soll.
Familie hofft weiter
Für die Familie der Vermissten bleibt die Ungewissheit besonders belastend. Die bekannte TV-Moderatorin hatte sich kurz nach dem Verschwinden ihrer Mutter zeitweise aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Trotz der langen Zeit ohne entscheidenden Durchbruch betonen die Ermittler, dass die Suche keineswegs eingestellt werde.
Doch mit jedem weiteren Tag wächst auch die Sorge, dass sich der Fall zu einem jener rätselhaften Vermisstenfälle entwickeln könnte, bei denen Antworten jahrelang ausbleiben.

