Hinrichtung in Oklahoma: Verurteilter bittet um Gnade – Familie fordert seit Jahren Gerechtigkeit

Hinrichtung in Oklahoma: Verurteilter bittet um Gnade – Familie fordert seit Jahren Gerechtigkeit

Veröffentlicht

Mittwoch, 13.05.2026
von Red. TB

In Oklahoma soll am Donnerstag ein 52-jähriger Häftling hingerichtet werden, der 2007 seine Ex-Partnerin und deren sieben Monate alte Tochter ermordet hatte. Der Fall zählt zu den grausamsten Verbrechen der vergangenen Jahrzehnte im Bundesstaat und entfacht erneut die Debatte über Todesstrafe, Reue und Gerechtigkeit.

Brutaler Angriff mit Hammer und Feuer

Nach Gerichtsakten griff der Mann seine frühere Partnerin in ihrem Haus in Tulsa mit einem Hammer an und schlug mehrfach auf ihren Kopf ein. Anschließend übergoss er das Haus und das Opfer mit Benzin und legte Feuer.

Die junge Mutter starb später im Krankenhaus an schweren Verbrennungen und Kopfverletzungen. Ihre kleine Tochter kam in den Flammen ums Leben.

Vor der Begnadigungskommission schilderte die Staatsanwaltschaft die Tat als besonders grausam und bewusst auf maximales Leid ausgelegt. Der Mann habe nicht nur die Mutter töten wollen, sondern das Kind ebenfalls bewusst dem Feuer überlassen.

„Mein schlimmster Moment“

Der Verurteilte erklärte bei seiner Anhörung, er bereue die Tat zutiefst und sei heute ein anderer Mensch. Das Verbrechen definiere nicht seine gesamte Persönlichkeit, sondern einen „schrecklichen Moment“ seines Lebens.

Die Begnadigungskommission zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und lehnte seinen Antrag einstimmig ab.

Angehörige schildern lebenslange Folgen

Für die Familie der Opfer ist die bevorstehende Hinrichtung längst überfällig. Angehörige berichteten vor der Kommission von den bis heute anhaltenden Traumata.

Besonders bewegend war der Brief einer Tochter der ermordeten Frau, die damals noch ein Kind war. Sie schrieb, ihre Mutter habe ihr gesamtes Leben verpasst: Schulabschlüsse, erste Beziehungen und all die Momente, in denen andere Kinder ihre Eltern an ihrer Seite hatten.

Auch Verwandte der jungen Mutter erinnerten an ihre Herzlichkeit und beschrieben die kleine Tochter als fröhliches Baby, das in nur wenigen Monaten tiefe Spuren in der Familie hinterlassen habe.

Erneute Debatte über die Todesstrafe

Der Fall verdeutlicht erneut die zentrale Frage vieler Todesstrafendebatten in den USA: Reicht echte Reue aus, um selbst schwerste Verbrechen anders zu bewerten?

Befürworter der Hinrichtung sehen darin notwendige Gerechtigkeit für zwei besonders grausame Morde. Gegner der Todesstrafe argumentieren dagegen grundsätzlich gegen staatliche Tötungen – selbst in Fällen extremer Gewalt.

Sollte die Exekution stattfinden, wäre es die zweite Hinrichtung dieses Jahres in Oklahoma und die elfte in den USA insgesamt 2026.

Bildnachweis:

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 13.05.2026

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