Angesichts der anhaltenden Krise im Persischen Golf kündigt US-Präsident Donald Trump an, dass die Vereinigten Staaten ab Montag Schiffe durch die strategisch wichtige Straße von Hormus „führen“ werden. Ziel sei es, die freie Schifffahrt in einer der wichtigsten Handelsrouten der Welt zu gewährleisten. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) stellt dafür ein umfangreiches militärisches Aufgebot bereit – darunter Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Flugzeuge und rund 15.000 Soldaten. Offiziell handelt es sich jedoch nicht um klassische Geleitschutzmissionen.
Die Ankündigung stößt in Teheran auf scharfe Kritik. Der iranische Spitzenpolitiker Ebrahim Azizi bezeichnete das Vorgehen als Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe und warnte vor einer weiteren Eskalation.
Die Lage vor Ort bleibt angespannt: Bereits am Sonntag wurde ein Tanker in der Meerenge von bislang unbekannten Geschossen getroffen. Laut britischen Behörden blieb die Besatzung unverletzt, Umweltschäden wurden nicht gemeldet.
Parallel laufen diplomatische Bemühungen weiter. Trump sprach von „sehr positiven Gesprächen“ mit dem Iran, während Teheran nach eigenen Angaben noch die jüngste US-Antwort auf einen Friedensvorschlag prüft. Trotz dieser vorsichtigen Signale bleibt der Konflikt ein erheblicher Risikofaktor für die Weltwirtschaft.
Besonders spürbar sind die Auswirkungen in den USA: Die Benzinpreise sind seit Beginn des Krieges stark gestiegen und liegen inzwischen im Schnitt bei 4,45 Dollar pro Gallone – ein Plus von rund 50 Prozent.
Militärexperten gehen davon aus, dass die US-Operation vor allem psychologische Wirkung entfalten soll. Eine verstärkte Präsenz von Kriegsschiffen und Flugzeugen könnte Handelsschiffen mehr Sicherheit vermitteln, ohne dass jedes einzelne Schiff direkt eskortiert wird.

