Ein Vorfall aus dem Jahr 2021 holt Südkoreas Luftwaffe jetzt ein – und sorgt für reichlich Kopfschütteln. Zwei Kampfjets kollidierten damals während eines Formationsflugs – offenbar, weil Piloten lieber filmten und fotografierten, statt sich auf ihre Mission zu konzentrieren.
Jetzt folgte die offizielle Entschuldigung. Man bedauere den Vorfall ausdrücklich, erklärte ein Sprecher der Luftwaffe. Einer der beteiligten Piloten wurde bereits suspendiert, disziplinarisch bestraft und hat das Militär inzwischen verlassen.
Auslöser für die erneute Aufarbeitung ist ein Bericht der staatlichen Rechnungsprüfer. Demnach kam es im Dezember 2021 nahe der Stadt Daegu zu der Kollision, weil ein Pilot unerlaubte Flugmanöver ausführte – offenbar, um bessere Aufnahmen für ein persönliches Video zu bekommen. Es soll sich um seinen letzten Flug mit der Einheit gehandelt haben.
Während er steil aufstieg und das Flugzeug neigte, um den perfekten Winkel zu erwischen, filmte ein anderer Pilot aus dem vorausfliegenden Jet. Als sich beide Maschinen gefährlich näherten, versuchten die Crews noch auszuweichen – zu spät. Das Heck des einen Jets rammte die Tragfläche des anderen.
Der Schaden: rund 880 Millionen Won, etwa 600.000 Dollar. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Die Hauptverantwortung sieht der Bericht beim Piloten, der die riskanten Manöver flog. Gleichzeitig wird aber auch die Luftwaffe kritisiert: Die Regeln für Film- und Fotoaufnahmen während des Flugs seien damals zu lax gewesen. Der verantwortliche Pilot soll einen Teil der Reparaturkosten übernehmen.
Die Konsequenz: strengere Sicherheitsvorgaben. Denn eines ist klar geworden – spektakuläre Bilder sind im Cockpit fehl am Platz, wenn sie die Sicherheit gefährden.

