US-Präsident Donald Trump will den öffentlichen Golfplatz East Potomac Golf Links in Washington umfassend umgestalten. Geplant ist eine Anlage, die internationale Spitzenturniere ermöglichen und zugleich öffentlich zugänglich bleiben soll. Doch Denkmalschützer und Golfspieler wehren sich gegen das Vorhaben. Sie fürchten um den Charakter eines beliebten und vergleichsweise günstigen Freizeitangebots.
Der Platz liegt rund drei Kilometer südlich des Weißen Hauses am Wasser und gehört zu den drei öffentlichen Golfanlagen der US-Hauptstadt, die dem National Park Service unterstehen. Eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. Für viele Bewohner ist gerade diese niedrige Zugangsschwelle entscheidend.
Trump zeichnet dagegen ein ausgesprochen negatives Bild der Anlage. Er bezeichnet sie als heruntergekommen und verweist auf gefährliche Bäume sowie eine beschädigte Uferbefestigung. Durch die Renovierung soll nach seiner Vorstellung einer der besten Golfplätze der Welt entstehen.
Die Pläne sind inzwischen Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Die Denkmalschutzorganisation DC Preservation League und zwei Golfspieler haben Klage erhoben, um den Umbau zu stoppen. Ihre Vertretung, die Organisation Democracy Forward, erklärt, das Gelände für die Menschen und Gemeinschaften schützen zu wollen, die es bisher nutzen.
Verschärft wurde der Konflikt durch umfangreiche Baumfällungen. Nach dem vorliegenden Bericht begannen Regierungsstellen mit den Arbeiten, ohne das Gericht oder die Kläger vorab zu informieren. Eine Bundesrichterin untersagte daraufhin vorläufig die Fortsetzung der Umgestaltungsmaßnahmen. Die Anordnung gilt zunächst mindestens bis zum 26. Oktober.
Ungeachtet dessen kündigte Trump an, den Platz ab November für 15 Monate schließen zu lassen. Außerdem veröffentlichte er eine Darstellung des geplanten neuen Designs. Ob das Vorhaben in dieser Form umgesetzt werden kann, ist angesichts des laufenden Rechtsstreits offen.
Unter den regelmäßigen Besuchern gibt es durchaus Verständnis für Verbesserungen. Der 70-jährige Thomas Snow hält eine Auffrischung für sinnvoll, bezeichnet Trumps Zustandsbeschreibung jedoch als stark übertrieben. Er zahlt nach eigenen Angaben derzeit 29 Dollar für eine Runde über 18 Löcher – ein Preis, den er in der Region kaum anderswo findet.
Auch der 35-jährige Jourdain Yardan schätzt die Verbindung aus Stadtnähe und erschwinglichen Gebühren. Er befürchtet, dass ein auf internationale Turniere ausgerichteter Umbau höhere Preise nach sich ziehen könnte. Eine entsprechende künftige Preisgestaltung ist damit allerdings nicht belegt.
Der Konflikt reicht deshalb über die Frage nach gepflegten Spielflächen hinaus. Für die Nutzer geht es darum, ob ein öffentliches Freizeitangebot nach einer Modernisierung weiterhin denselben Menschen offensteht. Trumps Zusage der öffentlichen Zugänglichkeit beantwortet die entscheidende Frage nach der Bezahlbarkeit bislang nicht.


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