Trump auf der Suche nach billigem Benzin: US-Außenminister Rubio entdeckt Indiens Ölraffinerien

Trump auf der Suche nach billigem Benzin: US-Außenminister Rubio entdeckt Indiens Ölraffinerien

Veröffentlicht

Samstag, 24.10.2026
von Red. TB

In den USA steigen die Sorgen über hohe Benzinpreise, und Präsident Donald Trump braucht vor den Kongresswahlen am 3. November dringend wirtschaftliche Erfolgsmeldungen. Sein Außenminister Marco Rubio hat deshalb eine bemerkenswerte Reise nach Indien unternommen. Statt der Hauptstadt Neu-Delhi stand eine gigantische Ölraffinerie im Mittelpunkt seines Besuchs.

Die Reise führte Rubio zunächst nach Mumbai, wo er mit Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar über Handel, Investitionen und Energieversorgung sprach. Anschließend ging es nach Jamnagar im Bundesstaat Gujarat.

Dort betreibt der indische Konzern Reliance Industries des Milliardärs Mukesh Ambani einen der größten Raffineriekomplexe der Welt.

1,4 Millionen Barrel Öl täglich – Indien als wichtiger Partner

Die Raffinerie in Jamnagar kann täglich rund 1,4 Millionen Barrel Rohöl verarbeiten. Das entspricht ungefähr 1,5 Prozent der weltweiten Raffineriekapazität.

Für Washington ist diese Infrastruktur besonders interessant. Die USA verfügen kurzfristig nur über begrenzte Möglichkeiten, zusätzliche Raffineriekapazitäten aufzubauen.

Rubio brachte deshalb eine verstärkte Verarbeitung venezolanischen Rohöls ins Gespräch. Indien könnte daraus Benzin, Diesel und andere Erdölprodukte herstellen und damit zur Entspannung der internationalen Kraftstoffmärkte beitragen.

Konkrete Liefervereinbarungen wurden allerdings nicht bekannt gegeben.

Erst Strafzölle, jetzt Partnerschaft?

Besonders bemerkenswert ist die politische Vorgeschichte.

Noch 2025 hatte Trump indische Waren mit zusätzlichen Strafzöllen belegt, weil Indien große Mengen russischen Öls importierte. Zeitweise erreichten die Zölle für viele Produkte insgesamt 50 Prozent.

Die zusätzlichen Strafmaßnahmen wurden im Februar 2026 zurückgenommen. Dennoch bleibt der russische Ölhandel ein Streitpunkt zwischen Washington und Neu-Delhi.

Nun möchte die amerikanische Regierung offenbar erreichen, dass Indien stärker auf venezolanisches und amerikanisches Rohöl setzt.

Für Indien ist die Sache kompliziert: Das Land benötigt bezahlbare Energie für rund 1,4 Milliarden Menschen und möchte seine wirtschaftlichen Interessen nicht vollständig amerikanischen Vorgaben unterordnen.

Milliardengeschäfte statt diplomatischer Höflichkeiten

Neben den Ölimporten könnte auch ein geplantes Raffinerieprojekt in Texas eine Rolle spielen. Trump hatte im März den möglichen Bau einer neuen Anlage in Brownsville angekündigt.

Ob Reliance Industries daran beteiligt sein wird, ist bislang offen.

Ebenso ungewiss bleibt der Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens zwischen Indien und den USA.

Ein außenpolitischer Besuch mit innenpolitischer Bedeutung

Rubios Reise zeigt, wie eng Energieversorgung, Handelspolitik und amerikanischer Wahlkampf miteinander verbunden sind.

Hohe Kraftstoffpreise belasten Verbraucher und können für eine Regierung zum politischen Problem werden. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Indien könnte den internationalen Ölmarkt entlasten.

Ob daraus tatsächlich niedrigere Benzinpreise an amerikanischen Tankstellen entstehen, ist allerdings offen.

Für Trump zählt vor den Wahlen vor allem eines: Die Energieversorgung soll günstiger werden. Dafür ist Washington offensichtlich bereit, ausgerechnet mit jenem Indien enger zusammenzuarbeiten, das man zuvor wegen seiner Ölgeschäfte mit Russland wirtschaftlich unter Druck gesetzt hatte.

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geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 24.10.2026

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