Kimberly Guilfoyle, Ex-Verlobte von Donald Trump Jr. und heutige US-Botschafterin in Griechenland, steht im Mittelpunkt einer bemerkenswerten Geld-Affäre. Angeblich wollte sie von einem Trump-Spender 100.000 Dollar für ihre American-Express-Rechnung. Und zwar möglichst diskret. Während normale Menschen bei zu hohen Kreditkartenrechnungen ihre Bank anrufen, kennt man im Trump-Umfeld offenbar jemanden, der jemanden kennt.
9. Oktober 2026 | Redaktion diebewertung.de
Eine Botschafterin, eine Kreditkarte und ein sehr teures „Honey“
Es gibt Nachrichten, bei denen man sich fragt, ob man versehentlich eine amerikanische Politiksatire eingeschaltet hat. Doch nein, die Geschichte spielt offenbar tatsächlich im Umfeld des Weißen Hauses.
Im Mittelpunkt steht Kimberly Guilfoyle, 57 Jahre alt, ehemalige Verlobte von Donald Trump Jr., frühere Fernsehmoderatorin und inzwischen US-Botschafterin in Griechenland.
Eine Frau mit ausgezeichneten politischen Kontakten. Nur mit dem Kreditkartenkonto soll es zeitweise nicht ganz so ausgezeichnet ausgesehen haben.
Nach Recherchen des Wall Street Journal soll Guilfoyle im Juli 2025 den republikanischen Trump-Unterstützer Eric Deters gebeten haben, satte 100.000 Dollar auf ihr American-Express-Konto zu überweisen.
Hunderttausend Dollar!
Dafür kaufen andere Menschen ein halbes Haus. Oder zumindest ein ganzes Haus, wenn sie weit genug weg von München wohnen.
Guilfoyle soll es besonders eilig gehabt haben. In einer Signal-Nachricht stand angeblich die geradezu romantische Bitte: „Honey, please.“
Manche Menschen schreiben ihrem Schatz solche Nachrichten, wenn sie Blumen, Schokolade oder ein gemeinsames Abendessen möchten.
Im amerikanischen Politikhimmel geht es offenbar gleich um sechsstellige Beträge.
Liebe ist schließlich unbezahlbar. Die American-Express-Abrechnung dagegen kennt ziemlich genaue Zahlen.
Wenn schon Geld, dann bitte ohne große Spuren
Besonders bemerkenswert ist ein weiteres Detail der veröffentlichten Vorwürfe.
Guilfoyle soll ihrem großzügig angesprochenen Bekannten erklärt haben, dass eine direkte Überweisung an American Express nirgendwo sichtbar werde.
Das wäre natürlich äußerst praktisch.
Schließlich möchte man als angehende US-Botschafterin möglichst wenig unnötigen Papierkram produzieren.
Diplomatische Noten? Unbedingt.
Offizielle Ernennungsurkunden? Selbstverständlich.
Eine nachvollziehbare Dokumentation privater Geldtransfers? Offenbar zumindest nach Darstellung der veröffentlichten Nachrichten weniger erwünscht.
Allerdings bestreitet Guilfoyles Rechtsbeistand die Echtheit der vorgelegten Mitteilungen. Ob die Nachrichten authentisch sind und welche rechtliche Bedeutung der Vorgang besitzt, ist nicht abschließend geklärt.
Für die Satire bleibt die Vorstellung dennoch reizvoll: Eine künftige Botschafterin soll ihre Kreditkartenangelegenheiten möglichst unsichtbar regeln wollen, obwohl ausgerechnet Diplomaten normalerweise dafür bezahlt werden, Dinge öffentlich glaubwürdig zu erklären.
Eine Million Dollar für gute Kontakte?
Auch der großzügig angesprochene Eric Deters ist keine ganz gewöhnliche Bekanntschaft.
Der Trump-Unterstützer aus Kentucky hatte selbst politische Ambitionen und beschäftigte sich mit persönlichen steuerlichen und juristischen Problemen.
Dabei konnte eine Bekannte mit besten Kontakten zur amerikanischen Regierung natürlich ausgesprochen nützlich erscheinen.
Nach den veröffentlichten Recherchen soll Guilfoyle ihm angeboten haben, Verbindungen zu hochrangigen Regierungsvertretern herzustellen und sich für seine Anliegen einzusetzen.
Deters stellte demnach zeitweise Zahlungen von bis zu einer Million Dollar in Aussicht, sofern ihre Bemühungen erfolgreich wären.
Eine Million Dollar!
Da fragt man sich unwillkürlich, ob es in Washington inzwischen eine geheime Preisliste gibt.
Ein freundliches Gespräch mit einem Ministerialbeamten: Preis auf Anfrage.
Eine Verbindung zur Steuerbehörde: Premiumtarif.
Ein besonders wertvoller Kontakt: Gold-Mitgliedschaft mit persönlichem Ansprechpartner.
Selbstverständlich ist das keine tatsächlich nachgewiesene Preisliste, sondern Satire. Ob es zu unzulässigen Gegenleistungen kommen sollte, ist gerade Gegenstand der öffentlichen Kontroverse.
Fest steht nach den bisherigen Berichten jedenfalls: Die konkret geforderten 100.000 Dollar wurden von Deters nicht überwiesen.
Vielleicht war ihm die Sache doch etwas zu kostspielig.
Oder er hatte selbst gerade seine Kreditkartenabrechnung bekommen.
Ex-Verlobte des Präsidentensohns – jetzt Botschafterin in Griechenland
Guilfoyle war lange eine prominente Figur im politischen Umfeld Donald Trumps.
Sie unterstützte dessen Wahlkämpfe, trat bei republikanischen Veranstaltungen auf und war mehrere Jahre mit Donald Trump Jr. verlobt.
Nach der Trennung erhielt sie den prestigeträchtigen Botschafterposten in Griechenland.
Das ist natürlich ein ausgesprochen interessanter Karriereweg.
Andere Menschen müssen für den diplomatischen Dienst jahrelang studieren, schwierige Auswahlverfahren bestehen und Fremdsprachen lernen.
In der amerikanischen Politik kann eine langjährige Nähe zum Präsidenten ebenfalls von erheblicher Bedeutung sein.
Ob die Ernennung in ihrem Fall damit zusammenhing und wie stark, ist eine politische Bewertungsfrage. Die persönliche Verbindung zur Trump-Familie ist jedenfalls unbestritten.
In Athen vertritt Guilfoyle inzwischen offiziell die Vereinigten Staaten.
Ein Land, das weltweit für wirtschaftliche Freiheit, politische Einflussmöglichkeiten und inzwischen offenbar auch für äußerst unterhaltsame Kreditkartenangelegenheiten steht.
Marco Rubio möchte lieber über Außenpolitik reden
Auch Außenminister Marco Rubio dürfte sich seine diplomatische Arbeitswoche anders vorgestellt haben.
Eigentlich sollte es bei seinem Besuch in Griechenland um internationale Beziehungen, strategische Zusammenarbeit und amerikanische Interessen gehen.
Stattdessen ging es plötzlich um die Frage, warum seine Botschafterin angeblich eine private American-Express-Rechnung von einem politischen Unterstützer bezahlen lassen wollte.
Rubio äußerte sich zunächst nicht ausführlich zu den Anschuldigungen.
Verständlich.
Schließlich ist es schon schwierig genug, die amerikanische Außenpolitik zu erklären. Da muss man nicht unbedingt auch noch Auskunft über die Kreditkartenabrechnungen diplomatischer Mitarbeiter geben.
Auch Vizepräsident JD Vance zeigte sich wenig begeistert von den Berichten, ohne den Sachverhalt abschließend zu bewerten.
Die Demokraten fordern inzwischen eine Untersuchung.
Denn zwischen einem freundlichen Kontakt, einer zulässigen privaten Geschäftsbeziehung und einem möglichen Handel mit politischem Einfluss bestehen erhebliche Unterschiede.
Und genau diese Unterschiede müssen nun geklärt werden.
In Athen scheint es ohnehin selten langweilig zu werden
Die aktuelle Affäre ist nicht die erste Kontroverse um Guilfoyles diplomatische Tätigkeit.
Schon zuvor gab es kritische Berichte über ihre Kontakte zu Lobbyisten und Äußerungen bei diplomatischen Veranstaltungen.
Unter anderem wurde ihr eine bemerkenswert weitreichende Bemerkung über die Möglichkeit eines Regierungswechsels in Rumänien zugeschrieben.
Auch die Begleitung bestimmter Lobbyisten zu hochrangigen Treffen sorgte für Fragen.
Nun kommt die Kreditkartengeschichte hinzu.
Für Beobachter der amerikanischen Diplomatie stellt sich damit eine ganz neue Frage: Wird in Athen eigentlich noch klassische Außenpolitik betrieben, oder läuft dort inzwischen die internationale Sonderausgabe einer amerikanischen Realityshow?
Man könnte das neue Format bereits benennen:
„Keeping Up with the Diplomats – Die Amex-Edition.“
In der Hauptrolle: eine Botschafterin, eine sechsstellige Rechnung und ein Präsidentenumfeld, das wieder einmal für Gesprächsstoff sorgt.
Vielleicht sollte American Express eine eigene Botschaft eröffnen
Die gesamte Angelegenheit hat inzwischen fast schon wirtschaftspolitische Dimensionen.
Immerhin steht ein internationaler Finanzdienstleister unfreiwillig im Mittelpunkt einer diplomatischen Debatte.
Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn American Express künftig einen eigenen Sonderbeauftragten für politische Krisenfälle ernennt.
Seine erste Aufgabe: erklären, dass eine Kreditkarte zwar viele Türen öffnen kann, aber keine diplomatische Immunität gegenüber kritischen Fragen garantiert.
Noch besser wäre ein neues Kreditkartenangebot für besonders einflussreiche Persönlichkeiten:
Die Diplomaten-Platinum-Karte.
Mit exklusiven Vorteilen:
- Weltweite Nutzung.
- Zugang zu ausgewählten Lounges.
- Persönlicher Kundenservice.
- Und bei sechsstelligen Rechnungen vielleicht ein besonders verständnisvoller Freund.
Nur eines sollte besser nicht Bestandteil des Angebots sein: politische Gegenleistungen.
Denn die könnten am Ende erheblich teurer werden als jede Kreditkartenrechnung.
Kommentar der Redaktion diebewertung.de: In Washington ist manchmal die Pointe teurer als die Politik
Die Angelegenheit um Kimberly Guilfoyle wäre bereits als gewöhnlicher privater Finanzstreit bemerkenswert.
Politisch problematisch wird sie durch den möglichen Zusammenhang zwischen Geldforderungen und dem Zugang zu hochrangigen Regierungsstellen.
Dabei muss sorgfältig zwischen veröffentlichten Vorwürfen, bestrittenen Nachrichten und nachgewiesenen Tatsachen unterschieden werden.
Sollten sich die Anschuldigungen bestätigen, müssten die zuständigen amerikanischen Behörden beurteilen, ob Dienstpflichten verletzt oder strafrechtlich relevante Grenzen überschritten wurden.
Guilfoyle und ihre Rechtsvertretung haben wesentliche Teile der Darstellung bestritten. Eine Schuld ist damit nicht festgestellt.
Eine Frage bleibt allerdings schon jetzt erlaubt:
Braucht eine amerikanische Botschafterin tatsächlich jemanden, der ihr 100.000 Dollar für die Kreditkarte überweist – oder wäre ein Gespräch mit der eigenen Bank nicht der diplomatisch elegantere Weg gewesen?
Vielleicht sollte man in Washington künftig neben der politischen Eignung von Botschaftern auch eine ganz praktische Fähigkeit prüfen: den Umgang mit dem eigenen Kreditkartenlimit.
Denn wer die Vereinigten Staaten im Ausland vertreten möchte, sollte idealerweise nicht schon bei seiner privaten Abrechnung internationale Verwicklungen produzieren.
Und eines dürfte nach dieser Geschichte feststehen: Wenn künftig jemand aus dem Trump-Umfeld „Honey, please“ schreibt, schaut der Empfänger vermutlich zuerst auf seinen Kontostand.
Redaktion diebewertung.de – Satirischer Politikkommentar vom 9. Oktober 2026


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