Kuba im Dunkeln, spektakuläre Festnahme in Brasilien und ein brisanter Prozess in Wien

Kuba im Dunkeln, spektakuläre Festnahme in Brasilien und ein brisanter Prozess in Wien

Veröffentlicht

Samstag, 19.09.2026
von Red. TB

Ein landesweiter Stromkollaps in Kuba, die spektakuläre Festnahme eines mutmaßlichen Serienmörders in Brasilien und schwere Vorwürfe gegen den österreichischen Kabarettisten Günther Paal: Drei Meldungen sorgen derzeit international und in Österreich für Aufsehen.

Kuba schon wieder im Dunkeln: Siebter großer Stromausfall des Jahres

Für Millionen Kubaner hieß es erneut:

Licht aus.

Das kubanische Energieministerium teilte mit, das Stromnetz des Landes sei vollständig ausgefallen. Eine konkrete Ursache für den jüngsten Zusammenbruch wurde zunächst nicht genannt.

Besonders alarmierend: Es handelt sich bereits um den siebten großflächigen Stromausfall in Kuba in diesem Jahr.

Für die mehr als neun Millionen Einwohner des Inselstaates wird damit ein eigentlich außergewöhnlicher Zustand zunehmend zur bitteren Routine.

Taschenlampen, Kerzen und improvisierte Beleuchtung gehören bei den wiederkehrenden Ausfällen vielerorts zum Alltag.

Kubas Kraftwerke kämpfen mit alter Technik

Die Probleme haben mehrere Ursachen.

Ein großer Teil der kubanischen Energieinfrastruktur ist veraltet und störanfällig. Hinzu kommt ein erheblicher Mangel an Brennstoff.

Verschärft wird die Situation durch den politischen Konflikt mit den USA. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Kuba durch Sanktionen und Maßnahmen gegen Öllieferungen erhöht.

Kuba befindet sich gleichzeitig in einer schweren Wirtschaftskrise.

Damit entsteht ein gefährlicher Kreislauf:

Zu wenig Treibstoff, marode Kraftwerke, instabiles Stromnetz – und immer neue Blackouts.

Während Techniker versuchen, das Netz wieder hochzufahren, bleibt für Millionen Kubaner vor allem die Frage:

Wie lange bleibt das Licht diesmal an?


Brasilien: Mutmaßlicher Serienmörder versucht Flucht mit Perücke und Kind

Eine Geschichte, die beinahe wie das Drehbuch eines schlechten Kriminalfilms klingt, kommt aus Brasilien.

Die Polizei suchte dort nach einem 33 Jahre alten Mann, der mit zahlreichen Tötungsdelikten in Verbindung gebracht wird.

Sein Fluchtplan war bemerkenswert.

Der Gesuchte soll sich als Frau verkleidet haben.

Langes Kleid.

Schwarze Perücke.

Und ein Kleinkind auf dem Arm.

Offenbar hoffte er, auf diese Weise unerkannt an den Einsatzkräften vorbeizukommen.

Der Plan funktionierte nicht.

Nach einem mehr als 30 Stunden dauernden Einsatz nahm eine Spezialeinheit den Mann im nordöstlichen Bundesstaat Paraíba fest.

Videos zeigen, wie er anschließend in Handschellen vor Kameras seine Perücke abnimmt.

Mann behauptet, rund 80 Menschen getötet zu haben

Noch außergewöhnlicher sind seine eigenen Angaben.

Der Festgenommene behauptet, im Laufe seines Lebens rund 80 Menschen getötet zu haben.

Seine erste Tötung soll er nach eigener Darstellung bereits als ungefähr 13-Jähriger begangen haben.

Ob diese enorme Zahl tatsächlich stimmt, ist bislang nicht geklärt.

Die Polizei überprüft seine Angaben.

Konkreter sind die Ermittlungen zu 16 Tötungsdelikten innerhalb von drei Monaten, mit denen der Mann nach Angaben eines Polizeikommissars in Verbindung gebracht wird.

Die Ermittler verdächtigen ihn außerdem, einer kriminellen Vereinigung anzugehören.

Der 33-Jährige bestreitet das.

„Ich bin ein guter Mensch“

Für zusätzliche Irritation sorgten Aussagen des Mannes bei seiner Vernehmung.

Sinngemäß erklärte er:

Er sei kein Psychopath, keine gefährliche Person und vielmehr ein guter Mensch.

Seine mutmaßlichen Opfer hätten Verbindungen zur Unterwelt gehabt. Er stellt seine Handlungen als Selbstjustiz dar, mit der er auf Bedrohungen gegen seine Familie reagiert habe.

Die Ermittlungsbehörden müssen nun klären, welche seiner Aussagen überhaupt der Wahrheit entsprechen.

Fest steht bislang:

Die Polizei hat einen Mann in Gewahrsam, der selbst behauptet, für Dutzende Tötungen verantwortlich zu sein.

Ob daraus tatsächlich einer der außergewöhnlichsten Serienmordfälle Brasiliens wird, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.


Wien: Prozess gegen Kabarettisten „Gunkl“ am 22. Oktober

Eine völlig andere, aber ebenfalls schwerwiegende Justizmeldung kommt aus Österreich.

Der österreichische Kabarettist Günther Paal, bekannt unter seinem Künstlernamen „Gunkl“, muss sich am 22. Oktober vor dem Wiener Landesgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen sexuellen Missbrauch einer unmündigen Person sowie den Besitz von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial vor.

Gemeinsam mit Paal werden zwei Frauen im Alter von 42 und 62 Jahren vor Gericht stehen.

Ihnen wird schwere Erpressung vorgeworfen.

Die Besonderheit:

Die Verfahren hängen unmittelbar miteinander zusammen.

159.000 Euro sollen geflossen sein

Nach Darstellung der rechtskräftigen Anklage soll es im Januar 2025 in der Wohnung der jüngeren Frau zu einem sexuellen Übergriff Paals auf deren damals noch sehr junges Kind gekommen sein.

Anschließend sollen Mutter und Großmutter Paal unter Druck gesetzt haben.

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet, die Frauen hätten ihm unter anderem mit Konsequenzen durch einen Angehörigen sowie mit der öffentlichen Bekanntmachung seiner mutmaßlichen sexuellen Neigungen gedroht.

Paal soll daraufhin bei verschiedenen Treffen insgesamt 159.000 Euro an die 42-Jährige übergeben haben.

Später sollen weitere 30.000 Euro verlangt worden sein.

Bei einer geplanten Geldübergabe am Wiener Hauptbahnhof griff schließlich die Polizei ein.

Abgehörtes Telefonat belastet die Frauen

Nach Paals Angaben gegenüber den Behörden wurden die beiden Frauen observiert und ihre Kommunikation überwacht.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei laut Anklage ein abgehörtes Telefongespräch.

Darin soll die jüngere Frau ihrer Mutter mitgeteilt haben, Paal müsse zu Weihnachten erneut zahlen.

Die Staatsanwaltschaft wertet dies als Hinweis darauf, dass weitere Geldforderungen geplant gewesen seien.

Beide Frauen befinden sich in Untersuchungshaft.

Bei ihnen wurden nach Angaben des ORF unter anderem Tatbegehungs-, Verdunkelungs- und Fluchtgefahr als Haftgründe angenommen.

Paal stellte sich selbst

Auch das Verhalten des Kabarettisten nach Bekanntwerden der Angelegenheit spielt eine Rolle.

Paal stellte sich nach den vorliegenden Informationen freiwillig den Behörden und legte ein Geständnis ab, bevor die Strafverfolgungsbehörden Kenntnis von seinen mutmaßlichen eigenen Straftaten hatten.

Er stimmte außerdem einer polizeilichen Nachschau in seiner Wohnung zu und stand für Einvernahmen zur Verfügung.

Deshalb wurde bei ihm unter anderem keine Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr angenommen.

Paal befindet sich nicht in Untersuchungshaft.

Sein Verteidiger und der Rechtsanwalt der beiden Frauen haben auf Einsprüche gegen die Anklageschrift verzichtet.

Nach Angaben ihrer Rechtsvertreter wollen sich sowohl Paal als auch die beiden Frauen hinsichtlich der jeweils gegen sie erhobenen Vorwürfe schuldig bekennen.

Über Schuld und konkrete Strafen entscheidet jedoch erst das Gericht.

Bis zu fünf Jahre für Paal – bis zu zehn Jahre für die Frauen

Der Prozess soll vor einem Schöffensenat im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Landesgerichts stattfinden und ist zunächst auf etwa dreieinhalb Stunden angesetzt.

Paal drohen im Falle einer Verurteilung nach den angeklagten Tatbeständen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Bei den beiden wegen schwerer Erpressung angeklagten Frauen liegt der mögliche Strafrahmen nach den veröffentlichten Angaben bei einem bis zehn Jahren Haft.

Damit steht am 22. Oktober ein außergewöhnliches Verfahren bevor.

Denn das Gericht muss sich mit zwei miteinander verbundenen Komplexen beschäftigen:

Auf der einen Seite stehen schwerwiegende Missbrauchsvorwürfe gegen einen bekannten Kabarettisten.

Auf der anderen Seite steht der Vorwurf, genau diese Situation anschließend genutzt zu haben, um von ihm 159.000 Euro zu erpressen.

Trotz der angekündigten Geständnisse gilt bis zu einer gerichtlichen Entscheidung für alle drei Angeklagten die Unschuldsvermutung.


Drei Meldungen, drei völlig unterschiedliche Krisen

Innerhalb weniger Stunden liefern damit drei Länder Nachrichten, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Kuba kämpft erneut darum, überhaupt das Licht anzubekommen.

Brasiliens Polizei versucht herauszufinden, ob ein festgenommener 33-Jähriger tatsächlich für annähernd so viele Tötungen verantwortlich ist, wie er selbst behauptet.

Und in Wien steht ein Strafprozess bevor, bei dem Missbrauchsvorwürfe, ein Geständnis, mutmaßliche Erpressung und Zahlungen von 159.000 Euro in einem einzigen Verfahren zusammentreffen.

Manchmal braucht es für eine außergewöhnliche Nachrichtenlage keinen ruhigen Nachrichtentag.

Man muss nur einmal rund um den Globus schauen.

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GregBulmash (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 19.09.2026

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