Eric Idles Flucht in die Provence: Wie aus einer einfachen Hütte ein Prominenten-Versteck wurde

Eric Idles Flucht in die Provence: Wie aus einer einfachen Hütte ein Prominenten-Versteck wurde

Veröffentlicht

Samstag, 19.09.2026
von Red. TB

Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat Monty-Python-Star Eric Idle einen besonderen Rückzugsort: die Provence. Was Anfang der 1970er-Jahre mit einer einfachen Hütte ohne Wasser, Strom und Zufahrtsstraße begann, entwickelte sich für den britischen Komiker zu einer zweiten Heimat – und zeitweise zu einem diskreten Treffpunkt berühmter Freunde wie David Bowie, George Harrison und Ronnie Wood.

Idle kam Anfang der 1970er-Jahre erstmals in die Provence. Zu dieser Zeit wurde er durch die britische Comedygruppe Monty Python immer bekannter. Die Landschaft und Ruhe Südfrankreichs begeisterten ihn sofort. 1972 kaufte er schließlich ein kleines Gebäude mit drei Räumen.

Die Bedingungen waren zunächst äußerst einfach. Es gab weder eine Straße zum Haus noch fließendes Wasser oder Elektrizität. Idle erinnert sich, dass es ungefähr acht Jahre dauerte, bis Strom vorhanden war. Abends sorgten Öllampen für Licht, Telefone gab es nicht. Doch gerade diese Abgeschiedenheit machte für ihn den Reiz des Ortes aus.

Nach Jahren in London, in denen Idle beim Fernsehen gearbeitet und unter anderem für die BBC geschrieben hatte, bot ihm die Provence eine Möglichkeit, Abstand vom beruflichen Alltag zu gewinnen. In den Wäldern richtete er sich eine kleine Schreibstube ein. Morgens ging er mit einer Thermoskanne Tee hinauf und arbeitete dort. Die Hütte brannte allerdings 1979 ab.

Über die Jahrzehnte baute Idle das Anwesen immer weiter aus. Aus der ursprünglichen Hütte auf einem rund 22 Acre großen Grundstück entstand das, was er scherzhaft sein „Shackeau“ nennt – eine Mischung aus dem englischen „shack“ für Hütte und dem französischen „château“.

Auch das nahe gelegene Cotignac wurde für Idle zu einem besonderen Ort. Einer der Gründe: Die Einwohner ließen ihn weitgehend in Ruhe. Für einen international bekannten Komiker war genau diese Normalität wertvoll. Nach Idles Schilderung interessierten sich die Menschen im Dorf wenig für Prominenz und machten kein großes Aufheben um bekannte Besucher.

Er selbst galt dort lange einfach als ausländischer Bewohner. Erst 1983, als der Monty-Python-Film „The Meaning of Life“ beim Filmfestival von Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde und die örtliche Zeitung darüber berichtete, hätten viele Einwohner verstanden, womit ihr englischer Nachbar eigentlich sein Geld verdiente.

Ausgerechnet Idles Zufluchtsort vor dem Prominentenleben entwickelte sich mit der Zeit selbst zu einem Rückzugsort für Stars.

Rolling-Stones-Gitarrist Ronnie Wood gehörte zu den ersten berühmten Gästen. Idle erinnert sich, Wood sei mit einem Motorrad angekommen, als er gerade Mitglied der Rolling Stones wurde.

Auch David Bowie besuchte ihn. Idle nahm den Musiker mit in ein örtliches Café. Die Besitzerin sei ein großer Bowie-Fan gewesen und habe Bilder des Stars im Lokal gehabt. Trotzdem habe niemand großes Aufsehen um den prominenten Gast gemacht – genau jene Diskretion, die Idle an der Region so schätzt.

George Harrison war ebenfalls zu Gast. Der frühere Beatles-Gitarrist besuchte Idle Anfang 1978. Auch mit Pink-Floyd-Musiker Roger Waters verbindet Idle Erinnerungen an die Provence. 1979 traf er Waters in den nahe gelegenen Miraval-Studios, als dieser an „Another Brick in the Wall“ arbeitete.

Bei aller Verbundenheit mit Frankreich bezeichnet sich Idle weiterhin als unübersehbar englisch. Selbst nach Jahrzehnten in der Provence habe das Leben außerhalb Großbritanniens daran nichts geändert.

Heute teilt der Komiker, Schauspieler, Musiker und Autor seine Zeit zwischen Los Angeles und Cotignac auf. Bekannt wurde er nicht nur als Gründungsmitglied von Monty Python, sondern auch als Schöpfer von „Always Look on the Bright Side of Life“, als Erfinder der Beatles-Parodieband The Rutles und als Mitautor des erfolgreichen Broadway-Musicals „Spamalot“.

Seine jahrzehntelange Beziehung zur Provence verarbeitet Idle nun auch in seinem Buch „Idle in Provence: A Brief History of Thyme“.

Was 1972 als primitive Hütte ohne moderne Annehmlichkeiten begann, wurde damit zu einer Konstante in seinem Leben. Für Idle liegt der eigentliche Luxus des Ortes offenbar nicht in Komfort oder Exklusivität, sondern in etwas, das für einen weltbekannten Künstler schwerer zu finden ist: Ruhe, Normalität und die Möglichkeit, einfach in Frieden gelassen zu werden.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

Dormeur74 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 19.09.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv