Österreichs Fußball: Die Bundesliga macht Pause – dafür schießen sich die Erstligisten im Cup den Frust von der Seele

Österreichs Fußball: Die Bundesliga macht Pause – dafür schießen sich die Erstligisten im Cup den Frust von der Seele

Veröffentlicht

Sonntag, 06.09.2026
von Red. TB

Wer am Samstag nach der österreichischen Bundesliga suchte, fand keine normalen Ligaspiele. Der Grund: An diesem Wochenende gehört die Bühne der zweiten Runde des ÖFB-Cups. Die nächste Bundesligarunde beginnt erst am Freitag, dem 11. September.

Trotzdem lieferte der Samstag reichlich Neuigkeiten über die Erstligisten – und für die Favoriten verlief der Cupabend ausgesprochen erfolgreich.

Rapid antwortet auf das 1:5 von Salzburg

Die vielleicht wichtigste Reaktion lieferte Rapid Wien.

Nur wenige Tage nach der krachenden 1:5-Niederlage im Bundesliga-Nachtrag bei Red Bull Salzburg mussten die Hütteldorfer am Samstagabend bei Austria Klagenfurt antreten. Rapid gewann mit 5:2 und erreichte das Achtelfinale.

Zum Mann des Abends wurde Nikolaus Wurmbrand. Der Angreifer erzielte gleich drei Treffer. Matthias Seidl hatte Rapid zunächst in Führung gebracht, Klagenfurt glich jedoch zweimal aus. Erst danach setzte sich die höhere Qualität der Wiener durch. Wurmbrand traf zum 2:1, 3:2 und schließlich zum 5:2, Nicolas Bajlicz steuerte das zwischenzeitliche 4:2 bei.

Für Rapid war der Erfolg psychologisch wichtig. Bis zum Mittwoch hatte die Mannschaft einen nahezu perfekten Saisonstart hingelegt, ehe Salzburg sie mit 5:1 regelrecht auseinander nahm. Durch diese Niederlage war Rapid in der Bundesliga hinter LASK und Salzburg zurückgefallen. Nach dem Nachtrag hielt der LASK bei 15 Punkten, Salzburg bei 13 und Rapid bei zwölf.

Der Cup-Sieg beseitigt die Fragen nach dem Salzburg-Debakel nicht, verhindert aber zumindest, dass aus einer schweren Niederlage gleich eine Krise wird.

Austria Wien schießt sich mit 6:0 frei

Noch dringender benötigte die Wiener Austria ein Erfolgserlebnis.

Die Veilchen waren nach dem schwachen Saisonstart und dem frühen Aus in der Conference-League-Qualifikation bereits erheblich unter Druck geraten. Beim Regionalligisten Traiskirchen durfte deshalb eigentlich nichts schiefgehen.

Und diesmal ging auch nichts schief.

Die Austria gewann mit 6:0. Hasan Deshishku eröffnete den Torreigen, anschließend trafen Johannes Handl, Johannes Eggestein und Daniel Nnodim bereits vor der Pause. In der Nachspielzeit machten Julian Hettwer und erneut Eggestein das halbe Dutzend voll.

Sportlich war ein Sieg gegen einen Regionalligisten Pflicht. Für eine Mannschaft, die zuvor in der Liga kaum Selbstvertrauen aufgebaut hatte, kann ein solcher Abend dennoch wichtig werden. Zumindest für einige Tage dürfte der Druck rund um Trainer Stephan Helm etwas geringer sein.

LASK bleibt eine Tormaschine

Der LASK bestätigte ebenfalls seine starke Form. Der Titelverteidiger gewann beim Deutschlandsberger SC mit 6:1 und zog souverän in die nächste Runde ein.

Besonders beeindruckend ist der Zeitpunkt: Schon wenige Tage später wartet auf die Linzer die nächste internationale Großaufgabe. Vor der Champions-League-Premiere bei AEK Athen konnte Trainer Dietmar Kühbauer zahlreiche Stammspieler schonen – ohne dass die Mannschaft gegen Deutschlandsberg ernsthaft ins Wanken geriet.

Das passt zum bisherigen Saisonbild. Der LASK führt die Bundesliga an und hat zuletzt auch den WAC mit 3:1 geschlagen. Die Linzer gehen damit als derzeit konstanteste österreichische Spitzenmannschaft in die kommenden Wochen.

Sturm erledigt das steirische Derby

Auch Sturm Graz vermied eine Cup-Überraschung. Beim ASK Voitsberg gewann der amtierende Spitzenclub das steirische Duell mit 4:1.

Nelson Weiper brachte Sturm in der 15. Minute in Führung. Nach einer zunächst durchaus umkämpften Partie setzte sich der Favorit mit zunehmender Spielzeit klarer durch. Gizo Mamageishvili gehörte mit Torbeteiligungen zu den auffälligen Spielern.

Für Sturm war der Sieg ebenfalls wichtig. In der Bundesliga hatte die Mannschaft zuletzt 1:3 bei Rapid verloren. Das Cupspiel bot damit eine Gelegenheit, vor der nächsten Ligapartie wieder Stabilität aufzubauen.

Und die wird benötigt: Am kommenden Sonntag empfängt Sturm Tabellenführer LASK.

Auch WSG Tirol und Austria Lustenau weiter

Die Favoritenbilanz des Samstags wurde durch zwei weitere Erstligisten vervollständigt.

Die WSG Tirol gewann beim SV Leithaprodersdorf klar mit 4:0. Austria Lustenau musste bei Lafnitz zunächst wesentlich mehr kämpfen. Aus einem zwischenzeitlichen 1:2 machten die Vorarlberger schließlich noch einen deutlichen 6:2-Erfolg.

Damit erreichten am Samstag sämtliche angetretenen aktuellen Bundesligisten das Achtelfinale: LASK, Sturm Graz, Rapid Wien, Austria Wien, WSG Tirol und Austria Lustenau.

Am Sonntag müssen Salzburg, WAC, Hartberg und GAK nachziehen

Das Cupwochenende ist damit noch nicht beendet.

Am Sonntag tritt der GAK um 16.00 Uhr beim FC Kitzbühel an. Um 17.00 Uhr folgen drei weitere Spiele mit Bundesligabeteiligung: Der Wolfsberger AC gastiert in Parndorf, Hartberg bei Vorwärts Steyr und Red Bull Salzburg beim SKN St. Pölten.

Vor allem Salzburgs Auftritt wird aufmerksam beobachtet werden. Nach dem eindrucksvollen 5:1 gegen Rapid wirkt der ehemalige Serienmeister wieder wie ein Team, das ernsthaft um die Spitze kämpfen kann.

Danach beginnt die Bundesliga wieder mit einem Spitzenspiel

Die Cup-Unterbrechung endet am kommenden Freitag mit SV Ried gegen Red Bull Salzburg. Am Samstag folgen Altach gegen GAK und WAC gegen Rapid.

Der Sonntag bringt dann Austria Wien gegen Austria Lustenau, WSG Tirol gegen Hartberg und als Höhepunkt Sturm Graz gegen LASK.

Damit könnte sich schon die sechste Runde zu einer wichtigen Standortbestimmung entwickeln.

Der LASK muss zeigen, ob er seine Tabellenführung auch nach der zusätzlichen Belastung in der Champions League verteidigen kann. Salzburg versucht, nach dem 5:1 gegen Rapid weiter Druck aufzubauen. Rapid muss beweisen, dass das Debakel in Salzburg tatsächlich nur ein Ausrutscher war. Sturm braucht Punkte, um den Anschluss nicht früh zu verlieren.

Und bei der Wiener Austria dürfte trotz des 6:0 im Cup vor allem eines gelten: Erst die Bundesliga wird zeigen, ob das Schützenfest von Traiskirchen wirklich eine Wende war – oder nur eine kurze Verschnaufpause.

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jarmoluk (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 06.09.2026

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