Der frühere ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow wird künftig das italienische Verteidigungsministerium bei Fragen rund um militärische Innovation und moderne Kriegstechnologien beraten. Das Ministerium in Rom bestätigte die Personalie am Freitag.
Das Angebot für die neue Funktion hatte Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto ausgesprochen, nachdem Fedorow im Juli seinen Ministerposten in der Ukraine verloren hatte.
Fedorow selbst begrüßte die neue Aufgabe. Auf der Plattform X erklärte er, Italien insbesondere beim Einsatz moderner Technologien im militärischen Bereich unterstützen zu wollen. Ziel sei es, die italienischen Verteidigungsstrukturen weiterzuentwickeln und besser auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen vorzubereiten.
Dabei verwies der 35-Jährige auf die Erfahrungen, die die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Bereich moderner Kriegsführung gesammelt habe. Dieses Wissen wolle Kiew auch mit seinen internationalen Partnern teilen.
Gleichzeitig stellte Fedorow klar, dass seine Tätigkeit für Italien nicht bedeute, dass er sich aus der ukrainischen Politik oder aus sicherheitspolitischen Projekten seines Heimatlandes zurückzieht. Seine wichtigsten Aufgaben lägen weiterhin in der Ukraine. Dort wolle er an Vorhaben arbeiten, die die Verteidigungsfähigkeit des Landes verbessern und zusätzliche internationale Unterstützung mobilisieren sollen.
Politische Zukunft bleibt offen
Fedorow war seit Beginn des Krieges bereits der vierte ukrainische Verteidigungsminister, der seinen Posten räumen musste. Seine Amtszeit dauerte lediglich rund sechs Monate.
Seine Entlassung im Juli erfolgte nach politischen Spannungen sowie Meinungsverschiedenheiten mit Teilen der Militärführung. Streit gab es unter anderem über Reformen bei der militärischen Beschaffung und bei der Mobilisierung.
Trotz seines Ausscheidens aus der Regierung gilt Fedorow weiterhin als politisch ambitioniert. In der Ukraine wird er als möglicher künftiger Herausforderer von Präsident Wolodymyr Selenskyj gehandelt. Fedorow selbst hat sich zudem für die Durchführung von Präsidentschaftswahlen ausgesprochen.
Mit seiner neuen Beraterfunktion in Italien bleibt er nun auch auf internationaler Ebene eng mit sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen verbunden.


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