Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, hat sich mit mehreren US-Bundesstaaten auf einen Vergleich in Höhe von 16,68 Milliarden Dollar geeinigt.
Der Vorwurf: Kinder und Jugendliche seien von den Plattformen möglichst lange bei Laune – beziehungsweise am Bildschirm – gehalten worden.
Meta weist die Vorwürfe weiterhin zurück.
Oder in Konzernsprache:
„Wir haben nichts falsch gemacht, zahlen aber vorsichtshalber 16,7 Milliarden Dollar.“
Das ist ungefähr so, als würde jemand sagen:
„Ich habe den Zaun nicht umgefahren. Aber hier sind schon mal 5.000 Euro für den neuen.“
Instagram bekommt jetzt eine Sperrstunde
Teil des Vergleichs sind neue Schutzmaßnahmen für Minderjährige.
Dazu gehören unter anderem Zeitlimits und nächtliche Zugangssperren zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens.
Damit bekommt Instagram praktisch das, was Jugendliche früher von ihren Eltern kannten:
„Handy weg. Schlafen.“
Nur diesmal kommt die Ansage aus einem Rechenzentrum in Kalifornien.
1,4 Billionen gefordert – 16,7 Milliarden geworden
Die vier Bundesstaaten, die den Pilotprozess führten, hatten ursprünglich sogar Strafzahlungen von bis zu 1,4 Billionen Dollar gefordert.
Am Ende einigte man sich auf knapp 16,7 Milliarden.
Meta dürfte das intern vermutlich als erfolgreichen Rabatt verbuchen.
Abteilung Recht: „Wir haben 1,383 Billionen gespart.“
Abteilung Finanzen: „Dann war es ja ein gutes Quartal.“
Grundlage waren die „Facebook Files“
Ausgangspunkt des Verfahrens waren interne Dokumente, die 2021 durch die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen öffentlich wurden.
Sie enthielten unter anderem Erkenntnisse über mögliche negative Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Minderjährige.
Die Vorwürfe führten schließlich zu Untersuchungen und Klagen zahlreicher US-Bundesstaaten.
Nun verspricht Meta umfangreiche Änderungen.
Natürlich ausdrücklich ohne Schuldeingeständnis.
Das ist juristisch wichtig.
Denn zwischen
„Wir waren schuld“
und
„Hier sind 16 Milliarden Dollar, aber wir waren nicht schuld“
liegen offenbar mehrere Etagen einer Anwaltskanzlei.
Auch 90 Stunden Instagram im Monat gelten künftig als genug
Im Bundesstaat New Mexico soll Meta zusätzlich Einschränkungen für Nutzer unter 18 Jahren einführen.
Unter anderem ist eine Obergrenze von 90 Stunden pro Monat vorgesehen.
Das sind immerhin drei Stunden täglich.
Oder wie Jugendliche sagen würden:
„Was soll ich denn die restlichen 21 Stunden machen?“
Meta will gegen Teile der Gerichtsentscheidungen Berufung einlegen.
Schwierige Zeiten für die Aufmerksamkeitsökonomie
Auch Google und YouTube geraten wegen des möglichen Suchtpotenzials ihrer Plattformen zunehmend unter Druck.
Gerichte beschäftigen sich immer häufiger mit der Frage, wie stark digitale Dienste ihre Nutzer gezielt möglichst lange auf den Plattformen halten dürfen.
Für Silicon Valley ist das eine unangenehme Entwicklung.
Denn das bisherige Geschäftsmodell lautete vereinfacht:
Je länger du scrollst, desto besser.
Die neue Version könnte bald heißen:
Je länger du scrollst, desto größer möglicherweise die Rückstellung für Rechtskosten.
Fazit
Meta zahlt Milliarden und verspricht mehr Jugendschutz.
Minderjährige sollen weniger Zeit auf Instagram und Facebook verbringen, nachts häufiger offline sein und besser vor exzessiver Nutzung geschützt werden.
Damit entdecken Tech-Konzerne gerade eine revolutionäre Innovation:
den Ausschaltknopf.
Kosten der Entwicklung:
ungefähr 16,7 Milliarden Dollar.


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