Wer am Sonntag gemütlich auf der Couch Platz nahm, um zuerst Austria Wien gegen die WSG Tirol und anschließend den Schlager Salzburg gegen Rapid zu verfolgen, konnte sich Chips und Bier im Grunde gleich für Anfang September aufheben.
Denn die beiden Partien fanden gar nicht statt.
Wegen der Europacup-Play-offs wurden mehrere Begegnungen der vierten Bundesliga-Runde verschoben. Austria Wien gegen die WSG Tirol wird nun am Mittwoch, 2. September, um 18:30 Uhr ausgetragen. Der Schlager Red Bull Salzburg gegen Rapid folgt am selben Abend um 20:30 Uhr. Auch WAC gegen LASK wurde auf den 1. September verschoben.
Damit gab es in der österreichischen Männer-Bundesliga während der vergangenen zwölf Stunden tatsächlich kein neues Spielergebnis.
Und das ist vielleicht die ungewöhnlichste Fußballmeldung des Sonntags.
Sturm ärgert sich über zwei verlorene Punkte
Fußballfrei war der Abend trotzdem nicht vollständig. Der ORF blickte am Sonntag noch einmal ausführlich auf das 1:1 von Sturm Graz gegen Aufsteiger Austria Lustenau vom Samstag zurück. Und das Ergebnis dürfte in Graz noch ein wenig nachgeschmeckt haben.
Denn die Statistik hatte eigentlich nach einem ausgesprochen gemütlichen Abend für Sturm ausgesehen. Von den vorherigen 16 Bundesliga-Duellen gegen Lustenau hatten die Grazer 15 gewonnen. Diesmal musste sich der Vizemeister mit einem Remis zufriedengeben.
Trainer Fabio Ingolitsch zeigte sich entsprechend unzufrieden. Sturm sei zwar nach vier Runden weiterhin ungeschlagen, habe aber einen höheren Anspruch. Vor allem Fehler im Spiel mit dem Ball und die insgesamt zu schwache Leistung beschäftigten den Trainer nach der Partie.
Für Lustenau war das Remis dagegen der nächste Hinweis darauf, dass der Aufsteiger nicht nur gekommen ist, um Stadien zu besichtigen und anschließend höflich die Punkte abzugeben. Trainer Markus Mader sieht seine Mannschaft selbstbewusster als bei früheren Bundesliga-Auftritten.
Rapid darf die Tabellenführung genießen
Durch die Spielverschiebungen bleibt die Tabelle vorerst etwas schief. Rapid hatte vor dem ursprünglich geplanten Salzburg-Spiel neun Punkte aus drei Partien gesammelt und dabei unter anderem den GAK mit 8:0 zerlegt. Salzburg hielt nach drei Spielen bei sieben Punkten.
Auf das direkte Duell müssen beide nun bis zum 2. September warten.
Und vermutlich gibt es schlechtere Situationen für Rapid als eine verschobene Auswärtspartie in Salzburg: Man bleibt ein paar Tage länger ungeschlagen, kann auf die Tabelle schauen und muss dafür nicht einmal die Fußballschuhe anziehen.
Die nächste reguläre Runde verspricht dafür umso mehr Betrieb. Besonders interessant wird am kommenden Sonntag Rapid gegen Sturm Graz. Nach Sturms enttäuschendem Remis und Rapids starkem Saisonstart bekommt dieses Duell bereits früh in der Saison einiges an Würze.
Kurz gesagt: Die Bundesliga produzierte am Sonntagabend keine Tore, keine Elfmeter und keine roten Karten. Dafür produzierte sie etwas, das im österreichischen Fußball fast noch seltener vorkommt:
einen vollkommen ruhigen Sonntag.


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