Österreichs Wirtschaft am Morgen: Rewe prüft Einstieg bei M-Preis

Österreichs Wirtschaft am Morgen: Rewe prüft Einstieg bei M-Preis

Veröffentlicht

Samstag, 22.08.2026
von Red. TB

Eine der interessantesten neuen Meldungen aus Österreichs Wirtschaft betrifft den Lebensmittelhandel. Der deutsche Handelskonzern Rewe prüft einen Einstieg beim Tiroler Handelsunternehmen M-Preis. Nach einem am Freitag um 17:22 Uhr veröffentlichten Bericht soll es Gespräche über eine Beteiligung von rund 25 Prozent geben. Damit fällt die Meldung gerade noch in das streng abgegrenzte Zwölf-Stunden-Fenster.

Rewe könnte Position in Tirol deutlich ausbauen

Nach den vorliegenden Informationen laufen Gespräche mit der Eigentümerfamilie Mölk. M-Preis bestätigte gegenüber der APA grundsätzlich, dass Gespräche geführt werden, machte jedoch keine Angaben dazu, wie weit diese bereits fortgeschritten sind. Ein abgeschlossener Verkauf oder eine verbindlich vereinbarte Beteiligung steht damit bislang nicht fest.

Ein Einstieg wäre für den österreichischen Lebensmittelhandel dennoch bedeutend. M-Preis ist in Tirol Marktführer, während Rewe dort bereits mit seiner Tochter Billa vertreten ist. Eine Beteiligung könnte dem deutschen Handelskonzern deshalb einen erheblich stärkeren Zugang zum westösterreichischen Markt verschaffen.

M-Preis sucht bereits seit Monaten einen Investor

Die Suche nach einem Investor ist nicht völlig überraschend. Bereits seit März ist bekannt, dass M-Preis für sein Netz von rund 270 Filialen nach einem Partner sucht. Hintergrund sind unter anderem die wirtschaftlichen Belastungen der vergangenen Jahre.

Nach den zuletzt verfügbaren Zahlen erzielte M-Preis im Jahr 2024 einen Nettoumsatz von rund 907 Millionen Euro, schrieb dabei jedoch einen Verlust von rund 7,3 Millionen Euro. In den beiden vorhergehenden Jahren lagen die Verluste nach Angaben des Berichts sogar im zweistelligen Millionenbereich.

Noch sind mehrere Szenarien möglich

Eine 25-Prozent-Beteiligung von Rewe ist offenbar nicht das einzige denkbare Modell. Nach den bislang veröffentlichten Informationen könnte auch eine andere Lösung oder eine Aufteilung von Märkten unter mehreren Handelsunternehmen eine Rolle spielen. Für Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden von M-Preis ist deshalb derzeit noch offen, welche Struktur am Ende tatsächlich gewählt wird.

Für den ohnehin stark konzentrierten österreichischen Lebensmittelhandel wäre ein größerer Einstieg von Rewe bei M-Preis besonders aufmerksam zu beobachten. Entscheidend wird sein, ob aus den Gesprächen tatsächlich ein Geschäft entsteht und welche kartellrechtlichen beziehungsweise wettbewerblichen Fragen sich anschließend stellen.

Fazit: Die Nacht verlief bei den großen österreichischen Wirtschaftsthemen vergleichsweise ruhig. Die Rewe-M-Preis-Gespräche sind jedoch eine Meldung mit erheblicher Bedeutung für den heimischen Handel und könnten zu einer spürbaren Verschiebung der Kräfteverhältnisse im österreichischen Lebensmittelmarkt führen.

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am: Samstag, 22.08.2026

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