TGI AG: Jetzt wird der DJV geprüft – nur die wirklich spannenden Fragen warten weiter

TGI AG: Jetzt wird der DJV geprüft – nur die wirklich spannenden Fragen warten weiter

Veröffentlicht

Sonntag, 09.08.2026
von Red. TB

Rechtsanwalt Robert Weik möchte nach unserer Kenntnis offenbar wissen, ob der Autor unserer TGI-Berichterstattung tatsächlich Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband ist. Bitte sehr. Der DJV darf antworten. Währenddessen hätten wir allerdings noch ein paar Kleinigkeiten: Bilanzen, Liquidation, Mauritius, Verantwortlichkeiten und die bemerkenswerte Geschichte von fast 100.000 Euro in Gold.

Es gibt in jeder größeren Geschichte irgendwann diesen Moment, an dem man sich fragt, ob man möglicherweise in die falsche Abteilung abgebogen ist.

Bei TGI scheint dieser Moment nun erreicht.

Denn statt sich ausschließlich mit den zahlreichen offenen Fragen rund um die frühere TGI AG und die heutige TRUST GOLD International zu beschäftigen, gibt es offenbar noch eine weitere wichtige Mission:

Ist der Journalist wirklich im DJV?

Rechtsanwalt Robert Weik möchte dies nach unserer Kenntnis schriftlich beim Deutschen Journalisten-Verband bestätigt haben.

Prima.

Fragen Sie nach.

Vielleicht gibt es anschließend sogar einen Stempel.

Dann wäre wenigstens eine Frage in dieser Geschichte abschließend beantwortet.

Breaking News: Der Presseausweis entscheidet nicht über die Bilanz

Nur könnte es sein, dass TGI-Kunden ein paar andere Dinge momentan geringfügig spannender finden.

Zum Beispiel:

Wo sind eigentlich die aktuellen Jahresabschlüsse beziehungsweise Bilanzen der TGI AG?

Oder:

Was ist aus der Gesellschaft inzwischen gesellschaftsrechtlich geworden?

Oder, falls tatsächlich eine Liquidation beschlossen wurde:

Wo ist der Liquidationsbeschluss und wer ist der Liquidator?

Zugegeben, das klingt weniger aufregend als die Frage nach einer DJV-Mitgliedschaft.

Es hat nur einen kleinen Nachteil:

Für Kunden könnte es erheblich wichtiger sein.

TGI alt, TRUST GOLD neu – und dazwischen ziemlich viele Fragezeichen

Die frühere TGI AG hat ihre Geschäftstätigkeit nach öffentlichen Darstellungen beendet, während TRUST GOLD International inzwischen mit einer Gesellschaft in Mauritius auftritt.

Das kann selbstverständlich alles vollkommen ordnungsgemäß erfolgt sein.

Nur wäre es schön, den Weg einmal verständlich erklärt zu bekommen.

Welche Verträge befinden sich noch bei der TGI AG?

Welche wurden gegebenenfalls übernommen?

Welche Vermögenswerte wechselten die Gesellschaft?

Welche Verpflichtungen blieben zurück?

Welche Kundenbeziehungen bestehen mit welcher Gesellschaft?

Und wer ist heute für was verantwortlich?

Das sind keine Fragen aus einem Wirtschaftsrechts-Seminar für Menschen, die am Wochenende nichts Besseres vorhaben.

Das betrifft Kunden unmittelbar.

Die Liquidation – falls es sie gibt

Besonders interessant wird es beim Stichwort Liquidation.

Wenn die TGI AG tatsächlich liquidiert wird oder werden soll, müsste sich irgendwann doch relativ schlicht beantworten lassen:

Wann wurde die Liquidation beschlossen?

Wer hat sie beschlossen?

Wo wurde sie eingetragen?

Wer führt sie durch?

Und wer ist der Liquidator?

Eigentlich ein überschaubares Paket.

Man benötigt dafür vermutlich nicht einmal eine Anfrage beim DJV.

Robert Velghe: Distanzierung erledigt – Schadenshöhe noch offen

Dann wäre da noch Robert Velghe.

Helmut Kaltenegger hat sich von ihm öffentlich distanziert.

Das kann man machen.

Nur endet eine wirtschaftliche Aufarbeitung nicht zwingend mit dem Satz:

„Mit dem wollen wir nichts mehr zu tun haben.“

Interessant wäre vielmehr:

Ist durch die Zusammenarbeit ein Schaden entstanden?

Falls ja: Wie hoch?

Wer trägt diesen?

Gibt es Forderungen?

Abschreibungen?

Rückstellungen?

Rechtliche Schritte?

Oder war die Sache wirtschaftlich am Ende vollkommen folgenlos?

Eine Distanzierung ist eine Botschaft.

Eine Bilanzposition wäre eine Antwort.

Und dann wären da noch die fast 100.000 Euro Gold

Eine weitere Geschichte klingt ohnehin so, als hätte jemand beim Drehbuch gesagt:

„Die TGI-Handlung braucht noch etwas mehr Farbe.“

Im Umfeld von Helmut Kaltenegger wird berichtet, dass Gold im Wert von annähernd 100.000 Euro an einen vermeintlichen Podcast- beziehungsweise Medienpartner verschenkt oder überlassen worden sein soll.

Sollte diese Darstellung zutreffen, hätte man ein paar ganz einfache Fragen.

Warum?

Wofür?

Privates Geschenk?

Marketing?

Vergütung?

Kooperation?

Medienleistung?

Gegenleistung?

Oder einfach ein sehr, sehr großzügiger Dienstag?

Bei einem Präsentkorb mit Wein und Schokolade würde vermutlich niemand nachfragen.

Bei fast 100.000 Euro in Gold darf die Neugier dann vielleicht doch etwas größer ausfallen.

Herr Weik, welche Rolle haben Sie eigentlich?

Und dann kommen wir zurück zu Rechtsanwalt Robert Weik.

Denn wenn schon geklärt werden soll, wer bei welchem Berufsverband Mitglied ist, könnten wir vielleicht gleichzeitig klären, welche Rolle Herr Weik selbst im TGI-/TRUST-GOLD-Komplex einnimmt.

Ist er externer Rechtsanwalt?

Vertreter von TRUST GOLD International?

Vertreter von Helmut Kaltenegger?

Von beiden?

Berater?

Kommunikator?

Oder gibt es darüber hinausgehende Funktionen?

Die Präsentation auf der Internetseite von TRUST GOLD International kann jedenfalls bei Außenstehenden den Eindruck einer engeren Einbindung entstehen lassen.

Das bedeutet nicht, dass dieser Eindruck zutrifft.

Aber genau deshalb wäre eine klare Antwort hilfreich.

Eine Vollmacht würde der Sache einen gewissen Charme verleihen

Nach unserer Korrespondenz tritt Rechtsanwalt Weik im Zusammenhang mit der neuen Gesellschaft beziehungsweise Herrn Kaltenegger auf.

Nur wurde uns bislang keine entsprechende Vollmacht vorgelegt.

Natürlich muss ein Anwalt nicht bei jeder E-Mail sofort mit flatternder Vollmacht aus dem Drucker erscheinen.

Aber bei einer Geschichte mit mehreren Gesellschaften, mehreren Rechtsanwälten und mehreren handelnden Personen ist die Frage:

„Wen vertreten Sie eigentlich genau?“

nicht vollkommen abwegig.

Eine Vollmacht hätte dabei sogar einen überraschenden Vorteil:

Sie würde etwas klären.

Davon könnten wir in dieser Geschichte durchaus noch mehr gebrauchen.

Mauritius: Trauminsel, Firmensitz – oder auch operatives Zentrum?

Besonders spannend bleibt weiterhin Mauritius.

Dort sitzt laut aktueller Unternehmensdarstellung TRUST GOLD International.

Sehr schön.

Palmen, Indischer Ozean und Gesellschaftsrecht.

Nur interessiert uns weniger das Wetter als die Frage:

Was passiert dort tatsächlich?

Aus dem Unternehmensumfeld erreichen uns Hinweise, wonach wesentliche Tätigkeiten weiterhin aus Österreich heraus erfolgen sollen.

Ebenso wird behauptet, bei der Adresse in Mauritius handele es sich im Wesentlichen um eine angemietete Geschäfts- beziehungsweise Domiziladresse, ohne entsprechend umfangreichen eigenen Geschäftsbetrieb.

Wichtig:

Das sind bislang Hinweise und keine von uns festgestellten Tatsachen.

Und genau deshalb fragen wir.

Wie viele eigene Mitarbeiter arbeiten tatsächlich in Mauritius?

Wer sitzt dort täglich im Büro?

Wo befindet sich die operative Geschäftsführung?

Wo werden Verträge bearbeitet?

Wo sitzt die Buchhaltung?

Wo Compliance?

Wo der Kundenservice?

Wo werden Entscheidungen getroffen?

Wo werden Zahlungen administriert?

Kurz gesagt:

Ist Mauritius nur die Adresse – oder tatsächlich das operative Herz des Unternehmens?

Das lässt sich eigentlich recht einfach erklären.

Und wo arbeitet Mark-Allen Bogen?

Unsere ursprüngliche Presseanfrage ging übrigens nicht an Rechtsanwalt Weik.

Sie ging an Mark-Allen Bogen.

Der Grund ist ziemlich unspektakulär:

Nach der öffentlichen Darstellung trägt er Verantwortung für die neue Gesellschaft.

Gleichzeitig erreichen uns Hinweise aus seinem geschäftlichen Umfeld, wonach er weiterhin in Österreich tätig beziehungsweise dort anzutreffen sein soll.

Auch daran wäre selbstverständlich nichts Verwerfliches.

Ein Geschäftsführer darf reisen.

Sogar sehr weit.

Man darf nur fragen, von welchem Ort aus er seine Geschäftsführungsfunktion tatsächlich ausübt.

Mauritius?

Österreich?

Teilweise Liechtenstein?

Homeoffice mit Meerblick?

Wir wissen es nicht.

Deshalb fragen wir.

Warum antwortet eigentlich nicht der Geschäftsführer?

Damit sind wir bei einem kleinen Kommunikationsrätsel.

Eine Presseanfrage wird an den Verantwortlichen einer Gesellschaft geschickt.

Antworten beziehungsweise Reaktionen kommen jedoch über andere Beteiligte oder deren anwaltliches Umfeld.

Kann vollkommen legitim sein.

Nur wäre eine kurze Erklärung nett.

Warum beantwortet Mark-Allen Bogen die Fragen nicht selbst?

Warum kommuniziert stattdessen ein Rechtsanwalt?

Und für wen genau?

Vielleicht gibt es darauf eine ganz einfache Antwort.

Wir wären begeistert.

Ehrlich.

In dieser Geschichte nehmen wir inzwischen jede klare Antwort dankend entgegen.

Die Ermittlungen sind ernst – aber sie erklären nicht jedes Schweigen

Natürlich gibt es einen gewichtigen Punkt, bei dem Zurückhaltung nachvollziehbar ist.

In Liechtenstein laufen Ermittlungen gegen TGI und mehrere Beteiligte. Die erhobenen Vorwürfe werden bestritten. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Dass Rechtsanwälte ihren Mandanten in einem solchen Umfeld empfehlen, nicht fröhlich jede Frage eines Journalisten zu beantworten, dürfte niemanden überraschen.

Nur:

Nicht jede unserer Fragen betrifft das Strafverfahren.

Wie heißt der Liquidator?

Wo sitzt die operative Geschäftsführung?

Wie viele Mitarbeiter gibt es in Mauritius?

Wer vertritt welche Gesellschaft?

Wo liegen die Jahresabschlüsse?

Wer hat welche Verträge übernommen?

Für solche Informationen muss niemand Ermittlungsakten kommentieren.

Vielleicht erst die Bilanz und dann den DJV?

Deshalb unser bescheidener Vorschlag:

Herr Rechtsanwalt Weik kann selbstverständlich beim DJV nachfragen.

Das Ergebnis warten wir ausgesprochen gelassen ab.

Danach könnten wir vielleicht gemeinsam noch die anderen Dinge klären.

Nur ein paar Kleinigkeiten:

die Zukunft der TGI AG,

eine mögliche Liquidation,

der Liquidator,

die Bilanzen,

die Vermögens- und Vertragsübergänge,

die wirtschaftlichen Folgen früherer Partnerschaften,

die Rolle verschiedener Beteiligter,

die tatsächliche Tätigkeit in Mauritius,

die operative Steuerung aus Österreich oder anderswo,

die Funktion von Mark-Allen Bogen,

die Rolle von Rechtsanwalt Weik

und die Geschichte mit dem Gold im Wert von fast 100.000 Euro.

Aber eins nach dem anderen.

Erst einmal muss Deutschland offenbar erfahren, ob ein Journalist im DJV ist.

Die TGI-Kunden warten derweil auf Antworten, die für sie möglicherweise einen Tick wichtiger sind.

Denn am Ende entscheidet nicht der Presseausweis darüber, ob ein Geschäftsmodell transparent ist.

Sondern die Antworten.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bildnachweis:

geralt (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 09.08.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv