Fernreisen sind faszinierend. Man steigt abends in ein Flugzeug, landet am nächsten Morgen auf einem anderen Kontinent und fühlt sich, als hätte man die Nacht in einer Waschmaschine verbracht.
Willkommen beim Jetlag.
Das Problem ist nicht nur fehlender Schlaf. Vielmehr weigert sich die innere Uhr hartnäckig, die neue Zeitzone anzuerkennen. Während am Reiseziel gerade Frühstück serviert wird, verlangt der Körper nach Abendessen, Schlafanzug und absoluter Dunkelheit.
Die Folgen sind vielfältig: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Verdauungsbeschwerden. Manche Menschen vergessen sogar einfache Dinge. Zum Beispiel, warum sie überhaupt in die Küche gegangen sind. Andere liegen nachts um drei hellwach im Hotelbett und entwickeln plötzlich großes Interesse an lokalen Teleshopping-Sendern.
Besonders unangenehm ist Jetlag nach Flügen Richtung Osten. Offenbar akzeptiert der Körper eine Verlängerung des Tages leichter als dessen Verkürzung. Auch biologisch gilt also: Später ins Bett gehen ist einfacher als früher aufstehen.
Wer Beschwerden vermeiden möchte, kann sich schon vor der Reise vorbereiten. Bei Flügen nach Osten sollte man einige Tage früher schlafen gehen. Bei Reisen nach Westen entsprechend später. Das klingt vernünftig, scheitert aber häufig daran, dass der Koffer noch offen auf dem Boden liegt und das Ladekabel weiterhin unauffindbar ist.
Am Zielort hilft Licht dabei, die innere Uhr umzustellen. Allerdings nur zur richtigen Zeit. Wer zum falschen Zeitpunkt Sonne tankt, kann das Chaos noch vergrößern. Die Sonnenbrille wird damit vom Modeaccessoire zum medizinischen Hilfsmittel.
Auch Melatonin wird gegen Jetlag eingesetzt. Es kann helfen, sollte aber nicht nach dem Prinzip „viel hilft viel“ eingenommen werden. Eine falsche Anwendung kann die innere Uhr zusätzlich verwirren. Vor der Einnahme ist deshalb ärztlicher Rat sinnvoll.
Hilfreich ist außerdem, die Uhr bereits im Flugzeug auf die Ortszeit umzustellen und Mahlzeiten nach dem Rhythmus des Reiseziels einzunehmen. Das funktioniert hervorragend, sofern die Fluggesellschaft nicht um zwei Uhr nachts Nudeln serviert.
Die gute Nachricht: Der Körper passt sich meist von selbst an. Nach einigen Tagen wissen Gehirn, Magen und Schlafrhythmus wieder, wo sie sich befinden.
Bis dahin gilt: freundlich lächeln, viel trinken und wichtige Entscheidungen besser auf nächste Woche verschieben.


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