-Kaum geraten in den USA ein paar Wasserversorgungssysteme ins Visier von Hackern, steht auch schon ein Verdächtiger im Raum: Iran.
US-Ermittler und Geheimdienstkreise halten es Medienberichten zufolge für wahrscheinlich, dass iranische Hacker hinter dem koordinierten Cyberangriff auf Dutzende Wasserversorgungssysteme im Bundesstaat Minnesota stecken könnten.
Bewiesen ist das bislang allerdings nicht.
Aber im aktuellen Verhältnis zwischen Washington und Teheran scheint der Iran inzwischen so etwas wie der Stammverdächtige für alles zu sein, was digital blinkt, piept und plötzlich nicht mehr funktioniert.
Wasserversorgung angegriffen – große Katastrophe blieb aus
Der Angriff soll Dutzende Systeme in Minnesota betroffen haben. Mindestens eines musste vorübergehend offline genommen werden.
Die ganz große Katastrophe blieb offenbar aus: Die Bevölkerung wurde nicht aufgefordert, ihren Trinkwasserverbrauch einzuschränken oder anderweitig anzupassen.
Das Wasser läuft also weiter.
Die Ermittlungen ebenfalls.
Washington schaut Richtung Teheran
Nach Berichten der „Washington Post“ und der „New York Times“ gibt es bei US-Behörden Hinweise auf eine mögliche iranische Beteiligung.
Allerdings betonen die Berichte gleichzeitig einen ziemlich wichtigen Punkt:
Die Erkenntnisse sind noch nicht abschließend.
Oder anders gesagt: Man vermutet Iran – man weiß es aber noch nicht sicher.
Gerade bei Cyberangriffen ist die eindeutige Zuordnung schließlich alles andere als einfach. Digitale Spuren können verschleiert, Server in anderen Ländern genutzt und falsche Fährten gelegt werden.
Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, erst die Ermittlungen abzuwarten, bevor aus einem Verdacht eine Gewissheit wird.
Im Cyberkrieg braucht man keine Raketen
Unabhängig davon zeigt der Vorfall, wie sich internationale Konflikte verändert haben.
Früher brauchte man Flugzeuge, Raketen und Panzer, um die Infrastruktur eines Gegners anzugreifen.
Heute reichen unter Umständen Computer, Schadsoftware und ein paar Sicherheitslücken.
Und eine Wasserversorgung ist dabei ein ausgesprochen sensibles Ziel.
Sollte sich tatsächlich herausstellen, dass staatlich gesteuerte oder unterstützte iranische Hacker hinter der Attacke stehen, wäre das eine erhebliche Eskalation.
Bis dahin gilt allerdings:
Verdächtig ist nicht dasselbe wie überführt.
Auch dann nicht, wenn der Verdächtige politisch gerade hervorragend ins Bild passt.


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