Google-Strafe, Trump-Zoll: Wenn der Handelsstreit zur Watschn-Olympiade wird

Google-Strafe, Trump-Zoll: Wenn der Handelsstreit zur Watschn-Olympiade wird

Veröffentlicht

Samstag, 25.07.2026
von Red. TB

Kaum verhängt die EU eine Wettbewerbsstrafe gegen Google, greift Donald Trump schon zum wirtschaftspolitischen Vorschlaghammer. Die Europäische Union werde dafür einen „sehr hohen Preis“ zahlen, verkündete der US-Präsident auf Truth Social. In der internationalen Diplomatie nennt man das vermutlich „konstruktiven Dialog“. In Wien würde man eher sagen: Na servas, jetzt geht das Theater wieder los.

Die EU-Kommission hatte Google mit einer Geldbuße von 890 Millionen Euro belegt. Der Vorwurf: Der Konzern soll in seinen Suchergebnissen eigene Dienste bevorzugt und Konkurrenten benachteiligt haben. Also ungefähr so, als würde der Wirt ausschließlich sein eigenes Schnitzel empfehlen – nur mit etwas mehr Marktmacht und deutlich besseren Anwälten.

Trump sieht darin allerdings kein Wettbewerbsverfahren, sondern ein „Berauben“ amerikanischer Unternehmen. Deshalb soll eine Untersuchung nach dem US-Handelsgesetz von 1974 eingeleitet werden. Außerdem kündigte er zusätzliche Zölle auf europäische Waren an. Wie hoch diese ausfallen könnten, blieb zunächst offen. Hauptsache „erheblich“ – Details sind schließlich etwas für Buchhalter und andere Spaßbremsen.

Dabei war erst kurz zuvor ein zusätzlicher US-Zoll von zehn Prozent auf europäische Produkte in Kraft getreten. Zur Begründung verwies Washington auf ein angeblich unzureichendes Vorgehen der EU gegen Zwangsarbeit. Europäische Politiker bezeichneten diesen Vorwurf als absurd.

Damit sieht der transatlantische Handel inzwischen aus wie ein Beislstreit kurz vor der Sperrstunde: Die EU sagt, Google spiele nicht fair. Trump sagt, Europa plündere Amerika. Dann verhängt einer eine Strafe, der andere einen Zoll, und am Ende zahlt vermutlich wieder jemand, der weder Google besitzt noch im Weißen Haus wohnt.

Denn Zölle haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie klingen nach Strafe für das Ausland, landen aber gern auf den Rechnungen von Unternehmen und Verbrauchern.

So bleibt die Lage übersichtlich kompliziert: Google soll zahlen, Europa soll büßen, Amerika soll geschützt werden – und die Kundschaft darf sich schon einmal fragen, warum plötzlich alles teurer wird.

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u_dg9pheol (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 25.07.2026

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