Ein landesweiter Ausbruch der Darminfektion Cyclosporiasis sorgt in den USA für Streit zwischen Gesundheitsbehörden, Lebensmittelproduzenten und Mexiko. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden bis zum 21. Juli mehr als 4.000 laborbestätigte Fälle in 41 Bundesstaaten registriert. Die tatsächliche Zahl der Erkrankten wird auf mehr als 10.000 geschätzt. Die Infektion kann unter anderem schwere Durchfälle auslösen.
Die US-Arznei- und Lebensmittelbehörde FDA hatte den Ausbruch mit Eisbergsalat des Produzenten Taylor Farms in Verbindung gebracht, der im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato angebaut worden sein soll. Mexikos Gesundheitsminister David Kershenobich wies diese Darstellung jedoch zurück. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass der Ursprung des Ausbruchs dort liege. Zugleich betonte er, man treffe alle Vorsichtsmaßnahmen, falls sich ein Zusammenhang doch bestätigen sollte.
Auch in den USA ist die Lage nicht abschließend geklärt. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erklärte, der Ausbruch sei „unter Kontrolle“. Kritik an Kürzungen bei Gesundheitsprogrammen wies er zurück. Kritiker hatten zuvor argumentiert, reduzierte Überwachung und Personalknappheit könnten die Ausbreitung von Cyclospora und andere jüngere Ausbrüche begünstigt haben.
Taylor Farms teilte mit, die FDA habe sich wegen eines „falsch positiven“ Testergebnisses bei Salatprodukten entschuldigt. Der Lebensmittelsicherheitsexperte Bill Marler warnte jedoch davor, daraus voreilige Schlüsse zu ziehen. Ein positives oder negatives Testergebnis beweise in solchen Fällen oft wenig, weil die tatsächlich verzehrten Produkte meist bereits konsumiert oder entsorgt seien.
Die FDA erklärte ebenfalls, das falsch positive Laborergebnis ändere nichts an der laufenden Untersuchung und den epidemiologischen Daten, die den freiwilligen Rückruf von Taylor Farms stützten. Das Unternehmen hatte am 17. Juli angekündigt, Eisbergsalat aus Zentralmexiko vorsorglich vom US-Markt zu nehmen und die betroffenen Lieferungen zu stoppen.
Die Suche nach der Ursache gilt als besonders schwierig. Anders als bei Erregern wie E. coli oder Listerien lässt sich Cyclospora nur eingeschränkt mit modernen genetischen Verfahren zurückverfolgen. Ermittler sind deshalb stark auf Befragungen Erkrankter und Rückverfolgung der Lieferketten angewiesen. Das wird zusätzlich erschwert, weil zwischen Infektion und Symptomen zwei Wochen oder mehr liegen können.
Taylor Farms ist bislang nicht endgültig als Quelle des Ausbruchs bewiesen, aber auch nicht entlastet. Die Ermittlungen von FDA, CDC und Bundesstaaten dauern an.


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