Die Stadt Salzburg will ihre Tourismusstrategie neu ausrichten. Künftig soll der Fokus verstärkt auf Gästen liegen, die länger bleiben und einen höheren wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Der designierte Geschäftsführer der Salzburger Tourismusgesellschaft (TSG), Gregor Matjan, verfolgt damit das Ziel, den Anteil der zahlreichen Tagesgäste zu reduzieren und stattdessen mehr sogenannte „Premiumgäste“ anzusprechen.
Schätzungen zufolge besuchen jährlich zwischen sieben und neun Millionen Tagesgäste die Salzburger Altstadt. Viele von ihnen verweilen nur wenige Stunden, was insbesondere in den stark frequentierten Bereichen zu einer hohen Belastung führt.
Die Salzburger Hotellerie unterstützt den angekündigten Kurs. Georg Imlauer, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Salzburg, begrüßt die geplante strategische Neuausrichtung. Aus seiner Sicht brauche es nun konkrete Maßnahmen, um die Besucherströme besser zu steuern. Als Beispiele nennt er eine Regulierung von Reisebusgruppen sowie die Einführung einer Abgabe für Tagesgäste.
Auch die Bevölkerung sieht den Tourismus zunehmend kritisch. Laut einer Befragung geben 70 Prozent der Salzburgerinnen und Salzburger an, dass der Tourismus negative Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt in der Stadt habe. Mehr als die Hälfte spricht sich grundsätzlich für eine Verringerung der Gästezahlen aus.
Ein wesentlicher Bestandteil der Tourismusstrategie 2040 ist die räumliche Entzerrung der Besucherströme. Gäste sollen verstärkt auch außerhalb der historischen Altstadt Angebote nutzen und Sehenswürdigkeiten in anderen Stadtteilen besuchen. Als wichtiges Projekt gilt dabei unter anderem der „Sound of Music“-Pavillon in Hellbrunn.
Ob sich die Aufenthaltsdauer der Besucherinnen und Besucher dadurch tatsächlich verlängert und die Altstadt spürbar entlastet wird, bleibt abzuwarten. Mit der Umsetzung dieser Strategie wird sich Gregor Matjan nach seinem Amtsantritt am 1. November intensiv befassen. Seine formale Bestellung durch den Salzburger Stadtsenat ist für Montag vorgesehen.


0 Kommentare