WM-Drama gegen Argentinien: Ägypten fühlt sich um den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte gebracht

WM-Drama gegen Argentinien: Ägypten fühlt sich um den größten Erfolg seiner Fußballgeschichte gebracht

Veröffentlicht

Mittwoch, 08.07.2026
von Red. TB

Was für ein Fußball-Krimi – und was für ein bitteres Ende für Ägypten. Bis zur 79. Minute führte der Außenseiter gegen Titelverteidiger Argentinien mit 2:0 und stand kurz vor dem ersten WM-Viertelfinaleinzug der Verbandsgeschichte. Doch dann drehte Lionel Messi mit seiner Mannschaft die Partie innerhalb weniger Minuten und führte den Weltmeister zu einem spektakulären 3:2-Erfolg.

Während in Argentinien grenzenloser Jubel herrschte, überwogen auf ägyptischer Seite Enttäuschung, Frust und Wut. Besonders zwei Schiedsrichterentscheidungen sorgten nach Spielende für heftige Diskussionen.

Bereits beim Stand von 1:0 hatte Ägypten vermeintlich das zweite Tor erzielt. Nach Überprüfung durch den Video-Assistenten wurde der Treffer jedoch wegen eines zuvor festgestellten Fouls aberkannt. Zwar argumentierte das Schiedsrichtergespann regelkonform, doch viele Experten verwiesen darauf, dass ähnliche Zweikämpfe im bisherigen Turnierverlauf häufig ungeahndet geblieben waren.

Noch größer war der Ärger in der Nachspielzeit. Sekunden bevor Enzo Fernández den entscheidenden Siegtreffer für Argentinien erzielte, reklamierten die Ägypter vehement einen Elfmeter nach einem Zweikampf mit Mohamed Salah. Eine Überprüfung durch den VAR blieb aus – sehr zum Unverständnis der Nordafrikaner.

Nationaltrainer Hossam Hassan sparte nach der Partie nicht mit Kritik. Er sprach von mangelnder Fairness und stellte die Glaubwürdigkeit einzelner Entscheidungen infrage. Gleichzeitig äußerte er die Vermutung, dass der Weltmeister möglicherweise von seinem Status profitiert habe. Für diese Einschätzung legte er allerdings keine Belege vor.

Auch mehrere Spieler zeigten sich unmittelbar nach Abpfiff fassungslos. Sie kritisierten insbesondere die unterschiedliche Bewertung vergleichbarer Zweikämpfe und sahen ihr Team durch die Entscheidungen benachteiligt.

Fest steht: Sportlich bot Ägypten eine beeindruckende Vorstellung. Gegen den amtierenden Weltmeister spielte die Mannschaft mutig, diszipliniert und phasenweise überlegen. Torhüter Mostafa Shobeir parierte sogar einen Elfmeter von Lionel Messi und hielt seine Mannschaft lange auf Viertelfinalkurs.

Doch Messi zeigte einmal mehr, warum er zu den größten Fußballern aller Zeiten zählt. Erst bereitete er den Anschlusstreffer vor, dann erzielte er selbst den Ausgleich. Tief in der Nachspielzeit sorgte Enzo Fernández schließlich für den umjubelten Siegtreffer der Südamerikaner.

Für Ägypten endet die Weltmeisterschaft damit trotz des Ausscheidens mit erhobenem Haupt. Erstmals gelang dem Team ein WM-Sieg, erstmals wurde eine K.-o.-Runde erreicht und der Titelverteidiger an den Rand einer Sensation gebracht.

Ob die Diskussionen über die umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen noch Konsequenzen haben werden, bleibt abzuwarten. Sicher ist dagegen: Dieses Achtelfinale wird wegen seiner dramatischen Wendung und der hitzigen Debatten noch lange in Erinnerung bleiben.

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Riki32 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 08.07.2026

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