Manche Comebacks kommen überraschend.
Und dann gibt es Serena Williams.
Mit 44 Jahren spazierte die Tennis-Ikone auf den Centre Court, als wäre sie nur mal eben einen Kaffee holen gewesen. Drei Jahre Pause? Ach was. Der Rasen kennt sie schließlich besser als der Greenkeeper.
Ihre Gegnerin Maya Joint dürfte sich vor dem Match gedacht haben:
„Cool, ich spiele gegen eine Legende.“
Nach den ersten Aufschlägen lautete der Gedanke vermutlich eher:
„Warum hat mir niemand gesagt, dass Legenden immer noch 190 km/h servieren?“
Natürlich merkte man Serena hier und da die fehlende Spielpraxis an. Manche Bälle landeten dort, wo eigentlich nur Tauben sitzen. Aber sobald sie in Bedrängnis geriet, sprang wie automatisch der berühmte Serena-Modus an.
Plötzlich wurde gelaufen, geschrien, gejubelt und aufgeschlagen, als wäre das Jahr 2015 zurück.
Das Publikum?
Völlig aus dem Häuschen.
Eigentlich war es nur ein Erstrundenspiel.
Gefühlt war es jedoch das Wimbledon-Finale, die Oscar-Verleihung und ein Rolling-Stones-Konzert gleichzeitig.
Am Ende gewann zwar die junge Australierin Maya Joint.
Aber mal ehrlich:
Wenn man Serena Williams nach drei Jahren Pause erst im dritten Satz besiegen kann, fühlt sich das wahrscheinlich eher wie eine mündliche Abschlussprüfung an als wie ein Tennismatch.
Das Schönste spielte sich ohnehin auf der Tribüne ab.
Dort saßen Serenas Ehemann Alexis Ohanian und ihre beiden Töchter.
Früher spielte Serena für Pokale.
Heute spielt sie dafür, dass ihre Kinder später sagen können:
„Mama war nicht nur eine Tennis-Legende… sie hat mit 44 Jahren immer noch Menschen in Angst und Schrecken versetzt.“
Und das Beste:
Das Comeback ist noch nicht vorbei.
Jetzt folgt das Doppel mit Schwester Venus.
Für viele Tennisfans gilt deshalb:
Wimbledon hat plötzlich wieder den Sound der 2000er – nur die Williams-Schwestern haben beschlossen, einfach nicht alt zu werden.


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