Es gibt Menschen, die kämpfen für Freiheit. Und es gibt Menschen, die behaupten, für Freiheit zu kämpfen – während sie mit dem Geld ihrer Anhänger lieber eine 37-Millionen-Dollar-Yacht kaufen.
Willkommen im Fall Guo Wengui.
Der einstige chinesische Immobilien-Milliardär inszenierte sich in den USA als unerschrockener Gegner der Kommunistischen Partei Chinas. Seine Botschaft: Gemeinsam kämpfen wir für Demokratie! Seine Anhänger glaubten ihm – und überwiesen fleißig Geld.
Offenbar mit beeindruckendem Erfolg. Allerdings nicht für die Demokratie, sondern für Guos persönlichen Fuhrpark. Lamborghini? Check. Mega-Yacht? Check. Luxusvilla? Natürlich. Wenn Revolution, dann bitte mit Meerblick.
Das Gericht zeigte sich von diesem Geschäftsmodell allerdings wenig begeistert und schickte den selbst ernannten Freiheitshelden nun für 30 Jahre hinter Gitter.
Die Richterin brachte es auf den Punkt: Guo habe ausgerechnet jene Menschen ausgenutzt, die an Freiheit und demokratischen Wandel glaubten. Ein Geschäftsmodell nach dem Motto: Spendet für die Revolution – ich kümmere mich um den Champagner.
Besonders pikant: Guo präsentierte sich jahrelang als moralische Instanz gegen Korruption und Machtmissbrauch. Am Ende landete er selbst wegen Betrugs, Geldwäsche und organisierter Kriminalität vor Gericht. Ironie kann manchmal wirklich gnadenlos sein.
Auch die Nähe zu Ex-Trump-Berater Steve Bannon sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Gemeinsam wollten sie nichts Geringeres als die chinesische Führung stürzen. Am Ende stürzte allerdings vor allem Guos eigenes Kartenhaus zusammen.
Die Moral der Geschichte? Wer seinen Anhängern Demokratie verspricht und stattdessen Luxusyachten bestellt, sollte sich nicht wundern, wenn irgendwann statt eines Kapitäns ein US-Bundesrichter das Kommando übernimmt.
30 Jahre Haft sind jedenfalls eine ziemlich lange Zeit, um darüber nachzudenken, dass sich Freiheit nicht auf dem Sonnendeck einer Superyacht kaufen lässt.


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