USA beenden HIV-Finanzierung in Südafrika

USA beenden HIV-Finanzierung in Südafrika

Veröffentlicht

Samstag, 20.06.2026
von Red. TB

Die USA werden ihre finanzielle Unterstützung für HIV- und Aids-Programme in Südafrika schrittweise einstellen. Das bestätigte das US-Außenministerium. Die Entscheidung trifft eines der am stärksten von HIV betroffenen Länder der Welt: Mehr als acht Millionen Menschen leben dort mit dem Virus.

Bis Anfang 2025 unterstützten die Vereinigten Staaten Südafrikas Kampf gegen HIV und Aids im Rahmen des Programms PEPFAR mit rund 400 Millionen US-Dollar pro Jahr. Das Hilfsprogramm galt über viele Jahre als eine der wichtigsten Säulen der Gesundheitsversorgung für Millionen Betroffene.

Nach Angaben eines Vertreters des US-Außenministeriums soll nun ein schrittweiser Rückzug der Finanzierung erfolgen. Als Begründung nennt Washington unter anderem mangelnde Fortschritte Südafrikas bei politischen Forderungen der US-Regierung. Zudem vertritt die Trump-Regierung die Auffassung, dass Südafrika als Land mit mittlerem Einkommen in der Lage sein müsse, seine Gesundheitsprogramme selbst zu finanzieren.

Die Beziehungen zwischen beiden Staaten haben sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump deutlich verschlechtert. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt kritisierte Trump die südafrikanische Regierung scharf und warf ihr vor, die weiße Minderheit der Afrikaaner zu benachteiligen. Die Regierung in Pretoria weist diese Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass Programme zur wirtschaftlichen Förderung der schwarzen Bevölkerung notwendig seien, um die Folgen der Apartheid aufzuarbeiten.

Zusätzliche Spannungen entstanden durch Südafrikas Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof sowie die außenpolitischen Beziehungen des Landes zum Iran.

Die Trump-Regierung hatte wiederholt behauptet, in Südafrika finde ein „Völkermord an Weißen“ statt. Diese Behauptung wird von Experten, Menschenrechtsorganisationen und der südafrikanischen Regierung als unbegründet zurückgewiesen.

Das südafrikanische Gesundheitsministerium erklärte, offiziell noch nicht über die Entscheidung informiert worden zu sein. Gleichzeitig betonte die Behörde, bereits seit längerer Zeit an Konzepten zur stärkeren Eigenfinanzierung des Gesundheitssystems zu arbeiten.

Nach Angaben der Regierung werden lebenswichtige antiretrovirale Medikamente ohnehin überwiegend aus nationalen Mitteln finanziert. Dennoch könnte der Wegfall der US-Hilfen erhebliche Auswirkungen auf Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsprogramme haben.

Versuche, die diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Pretoria zu verbessern, blieben zuletzt erfolglos. Auch ein Treffen zwischen Donald Trump und Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa im Weißen Haus brachte keine nachhaltige Annäherung.

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geralt (CC0), Pixabay

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am: Samstag, 20.06.2026

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