Daddy Day: Papa kann mehr als Grillen und Fernbedienung

Daddy Day: Papa kann mehr als Grillen und Fernbedienung

Veröffentlicht

Sonntag, 14.06.2026
von Red. TB

Am Vatertag wird wieder gefeiert, was Väter alles können: den Rasen mähen, das WLAN neu starten und beim Familienausflug fragen, warum niemand auf sie hört.

Nur bei einem Thema bleibt Österreich erstaunlich traditionell: der Karenz.

Während Frauen im Schnitt rund 400 Tage zu Hause bleiben, schaffen Männer gerade einmal neun Tage. Das ist ungefähr die Zeit, die manche brauchen, um nach der Geburt den richtigen Platz für den Kinderwagen zu finden.

Der Dachverband Männer-, Burschen- und Väterarbeit fordert deshalb mehr Väter in der Kinderbetreuung. Das Problem sei nicht mangelnder Wille, sondern mangelnde Vorbilder.

Oder anders gesagt: Es gibt viele Papa-Heldengeschichten auf Social Media, aber zu wenige Chefs, die sagen: „Ich gehe jetzt heim, Windeln wechseln.“

Bei der Väterkarenz sind die Zahlen ernüchternd. Nur ein Prozent der Männer bleibt drei bis sechs Monate zu Hause. Länger als ein halbes Jahr schaffen gerade einmal 0,4 Prozent. Diese Gruppe dürfte ungefähr so selten sein wie ein Drucker, der beim ersten Versuch funktioniert.

Dabei berichten Berater, dass immer mehr Männer eigentlich Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Viele fürchten jedoch Nachteile im Beruf. Manche greifen lieber zu Bildungskarenz oder unbezahltem Urlaub, als im Büro erklären zu müssen, warum sie Vater statt Vollzeit-Arbeitsmaschine sein möchten.

Dabei lernen Väter in der Karenz Fähigkeiten, die in jedem Unternehmen gefragt sind: Krisenmanagement um drei Uhr morgens, Verhandlungsgeschick bei Gemüseverweigerern und Multitasking unter Extrembedingungen.

Der Dachverband fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen, mehr Kinderbetreuung und flexiblere Arbeitszeiten.

Die wichtigste Botschaft zum Vatertag bleibt aber eine andere: Es braucht keine Superhelden, die gleichzeitig Karriere machen, den Rasen mähen und mit einem Arm ein schreiendes Kleinkind beruhigen.

Es braucht einfach mehr ganz normale Papas, die sagen: „Heute übernehme ich.“

Und zwar nicht nur am Vatertag zwischen Grillwürstel und Familienfoto.

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StockSnap (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 14.06.2026

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