In Washington wurde am Freitag Kulturgeschichte geschrieben. Allerdings nicht auf der Bühne, sondern an der Hauswand.
US-Präsident Donald Trump versuchte in letzter Sekunde gerichtlich zu verhindern, dass sein Name wieder vom Kennedy Center verschwindet. Doch die Richter zeigten sich wenig beeindruckt und lehnten den Eilantrag kurzerhand ab. Damit stand plötzlich die spannendste Frage des Tages im Raum: Wann fällt das Schild?
Vor dem berühmten Kulturzentrum versammelten sich daraufhin zahlreiche Schaulustige. Manche kamen mit Regenschirm, andere mit Hund, einige offenbar nur mit Popcorn-Mentalität. Die Atmosphäre erinnerte an eine Mischung aus Premierenfeier, Baustellenbesichtigung und Reality-TV-Finale.
Während Arbeiter Gerüste aufbauten, warteten die Zuschauer gespannt auf den großen Moment. Normalerweise schaut man am Kennedy Center Opern, Konzerte oder Theaterstücke. Diesmal hofften viele auf die Live-Aufführung von „Der Abbau des Namensschildes“.
Der Streit selbst hat eine gewisse amerikanische Größe. Nachdem Trump das Kulturzentrum umgestaltet und seinen Namen daran befestigen ließ, entschied ein Gericht nun, dass die Aktion offenbar nicht ganz so rechtmäßig war wie erhofft. Mehrere Versuche, die Entscheidung aufzuhalten, scheiterten.
Besonders bemerkenswert: Ausgerechnet ein Kulturzentrum wurde damit zum Schauplatz eines politischen Dramas, das mehr Wendungen besitzt als manche Broadway-Produktion. Richter, Aktivisten, Gerüstbauer und Fernsehteams spielten ihre Rollen perfekt.
Ob der Name tatsächlich verschwindet oder die nächste Berufung folgt, ist noch offen. Sicher ist nur eines: Selten hat ein Gerüst in Washington so viel Aufmerksamkeit erhalten.
Und irgendwo in Amerika fragt sich vermutlich bereits ein Schilderhersteller, ob er die Buchstaben lieber einlagern oder für die nächste Runde bereithalten soll.


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