Hollywood wird zur XXL-Familienfeier – Paramount schluckt Warner Bros.

Hollywood wird zur XXL-Familienfeier – Paramount schluckt Warner Bros.

Veröffentlicht

Samstag, 13.06.2026
von Red. TB

Hollywood erlebt die nächste Mega-Fusion. Die US-Justiz hat den Kauf von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance für stolze 111 Milliarden Dollar genehmigt. Mit anderen Worten: In Los Angeles werden die Filmstudios inzwischen schneller zusammengelegt als Marvel neue Superhelden erfindet.

Die Wettbewerbshüter erklärten nach „gründlicher Prüfung“, der Zusammenschluss schade weder dem Wettbewerb noch den Verbrauchern. Eine bemerkenswerte Einschätzung, denn künftig landen unter einem Dach unter anderem HBO, CNN, DC Studios, Paramount Pictures, CBS, Showtime und Nickelodeon. Frei nach dem Motto: Vielfalt ist wichtig – solange sie derselben Konzernzentrale gehört.

Ganz begeistert ist die Branche allerdings nicht. Mehr als 1.400 Schauspieler, Regisseure und Filmschaffende warnten bereits vor weniger Arbeitsplätzen, weniger Kreativität und weniger Auswahl. In Hollywood nennt man das inzwischen wohl „Synergieeffekte“.

Paramount-Chef David Ellison dürfte die Kritik gelassen sehen. Sein Unternehmen verspricht Milliarden an Einsparungen. Das ist Konzernsprache für: Irgendwo werden demnächst viele Schreibtische plötzlich sehr viel Platz haben.

Besonders interessant wird die Entwicklung bei den Nachrichtensendern. CNN und CBS News landen künftig unter demselben Dach. Kritiker fragen bereits, wie unabhängig große Medienkonzerne künftig noch arbeiten können, wenn immer weniger Eigentümer immer mehr Sender kontrollieren. Die Antwort dürfte vermutlich in einer Pressemitteilung mit dem Wort „Vielfalt“ auf Seite eins stehen.

Während die US-Justiz grünes Licht gegeben hat, prüfen einige Bundesstaaten, allen voran Kalifornien, noch rechtliche Schritte gegen die Fusion. Dort scheint man sich zu fragen, ob Hollywood tatsächlich noch einen weiteren Mediengiganten braucht oder ob man langsam anfangen sollte, die letzten verbliebenen unabhängigen Studios unter Artenschutz zu stellen.

Für die Zuschauer bedeutet der Deal vor allem eines: Noch mehr Streaming-Abos, die irgendwann wieder zusammengelegt werden, damit man anschließend neue Streaming-Abos verkaufen kann. Ein Kreislauf, der inzwischen zuverlässiger funktioniert als manche Filmreihe.

Am Ende entsteht ein Medienriese, der von Batman über SpongeBob bis zu CNN nahezu alles besitzt, was auf Bildschirmen flimmert. Die Verantwortlichen sprechen von einer goldenen Zukunft für die Unterhaltung.

Die Mitarbeiter hören dagegen vor allem das bekannte Hollywood-Geräusch: das Klicken des Taschenrechners in der Konzernzentrale.

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Foxpool (CC0), Pixabay

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am: Samstag, 13.06.2026

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