Es gibt schlechte Nachrichten für Sam Bankman-Fried. Wobei „schlecht“ relativ ist. Für die meisten Menschen bedeutet ein schlechter Tag, dass der Kaffee kalt wird. Für den ehemaligen Krypto-König bedeutet er, dass ein Gericht erneut bestätigt, dass die 25 Jahre Gefängnis weiterhin fest eingeplant sind.
Drei Richter eines US-Berufungsgerichts lehnten seinen Antrag ab, das Urteil wegen milliardenschweren Betrugs aufzuheben. Mit anderen Worten: Der Versuch, die Geschichte als großes Missverständnis zu verkaufen, kam nicht besonders gut an.
Bankman-Fried, einst gefeierter Wunderknabe der Kryptobranche, hatte FTX zu einem der größten Handelsplätze der Welt aufgebaut. Damals galt er als Visionär. Heute gilt er eher als Mahnmal dafür, warum Kundenvermögen nicht mit dem eigenen Sparschwein verwechselt werden sollten.
Nach dem spektakulären Zusammenbruch von FTX Ende 2022 verschwanden Milliardenbeträge. Anleger lernten dabei eine wichtige Lektion über digitale Währungen: Nicht alles, was auf dem Bildschirm wie Geld aussieht, ist am Ende auch noch da.
Der inzwischen 34-Jährige gibt jedoch nicht auf. Er kann nun weitere Gerichte anrufen oder sogar bis vor den Obersten Gerichtshof ziehen. Juristen nennen das Rechtsmittel. Kritiker nennen es den Versuch, die Haftstrafe möglichst kreativ hinauszuzögern.
Besonders bemerkenswert ist auch sein Wunsch nach einer Begnadigung. Laut Unterlagen des US-Justizministeriums scheint diese aktuell allerdings erst nach Ablauf der 25-jährigen Haftstrafe vorgesehen zu sein.
Das ist ungefähr so hilfreich, als würde die Feuerwehr ankündigen, den Brand zu löschen, sobald das Haus vollständig abgebrannt ist.
Auch aus dem Weißen Haus kommen derzeit keine Hoffnungen. Präsident Donald Trump erklärte bereits Anfang des Jahres, dass er keine Pläne habe, Bankman-Fried zu begnadigen.
Für den einstigen Star der Kryptowelt bleibt damit vorerst alles beim Alten: viel Zeit zum Nachdenken, wenig Zugang zu Bitcoin – und die Erkenntnis, dass man zwar Milliarden bewegen kann, aber nicht unbedingt Richter.


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