Die politische Karriere von Reality-TV-Star Spencer Pratt entwickelt sich zunehmend wie eine Staffel von The Hills: viel Drama, viele Schlagzeilen – und plötzlich läuft jemand anderes an ihm vorbei.
Neue Auszählungen der Stimmen zeigen, dass der frühere MTV-Star im Rennen um das Bürgermeisteramt von Los Angeles auf den dritten Platz zurückgefallen ist.
Stadträtin Raman zieht vorbei
Nach den neuesten Ergebnissen kommt die progressive Stadträtin Nithya Raman auf 27,12 Prozent der Stimmen und liegt damit knapp vor Pratt, der derzeit 26,69 Prozent erreicht.
Deutlich vorne bleibt Amtsinhaberin Karen Bass, die mit 34,68 Prozent die Spitze des Feldes anführt.
Noch am Vortag hatte Pratt leicht vor Raman gelegen. Mit den nachträglich ausgezählten Stimmen drehte sich das Bild jedoch.
Vom TV-Bösewicht zum politischen Außenseiter
Pratt wurde Anfang der 2000er Jahre durch die MTV-Realityshow The Hills bekannt, wo er über Jahre das Image des Provokateurs und Intriganten pflegte.
Im Wahlkampf präsentierte er sich dagegen als konservativer Außenseiter, der das politische Establishment herausfordern wolle.
Seine Kampagne konzentrierte sich vor allem auf die Themen:
- Obdachlosigkeit in Los Angeles,
- die Folgen der verheerenden Waldbrände,
- öffentliche Sicherheit,
- und Kritik an der bisherigen Stadtführung.
Pratt verlor bei den Waldbränden des vergangenen Jahres sein eigenes Haus und machte die Katastrophe zu einem zentralen Bestandteil seiner politischen Botschaft.
Streit um die Stimmenauszählung
Wie zahlreiche konservative Politiker in Kalifornien kritisierte auch Pratt die langsame Auszählung der Stimmen.
Er äußerte Zweifel am Wahlprozess und verbreitete eigene Theorien über die Entwicklung der Wahlergebnisse.
Die Debatte erinnert an die jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump, der ebenfalls die Wahlorganisation in Kalifornien scharf kritisiert hatte.
Tatsächlich werden in Kalifornien traditionell noch Tage nach dem Wahltag Briefwahlstimmen ausgezählt, wodurch sich Ergebnisse häufig verändern.
Raman setzt auf Gegenangriff
Nithya Raman, die seit 2020 dem Stadtrat von Los Angeles angehört, griff Pratt im Wahlkampf offensiv an.
Sie bezeichnete ihn als „rechtsextremen MAGA-Kandidaten“, der Frust und Enttäuschung der Bürger in Angst und Wut umwandle.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt ihr Abschlusswerbespot, in dem sie ausgerechnet den Song „Unwritten“ verwendete – die bekannte Titelmelodie von The Hills, jener Sendung, die Spencer Pratt einst berühmt machte.
Wer schafft es in die Stichwahl?
Das Wahlsystem Kaliforniens sorgt dafür, dass die beiden bestplatzierten Kandidaten unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit in die Stichwahl einziehen.
Sollten die aktuellen Zahlen Bestand haben, würde Pratt den Einzug in die entscheidende Runde knapp verpassen.
Für den ehemaligen Reality-TV-Star wäre das ein herber Rückschlag. Noch vor wenigen Wochen galt er als Überraschungskandidat mit realistischen Chancen auf einen Platz in der Endrunde.
Politisches Experiment mit offenem Ausgang
Das Bürgermeisterrennen von Los Angeles gehört zu den ungewöhnlichsten Wahlen des Jahres. Während Amtsinhaberin Karen Bass um ihre Wiederwahl kämpft, versuchen sowohl etablierte Politiker als auch prominente Quereinsteiger, von der Unzufriedenheit vieler Wähler zu profitieren.
Ob Spencer Pratt am Ende doch noch die Wende gelingt, wird von den noch ausstehenden Stimmen abhängen.
Derzeit deutet jedoch vieles darauf hin, dass Los Angeles zwar Reality-TV liebt – aber möglicherweise nicht genug, um einen ehemaligen TV-Star ins Rathaus zu schicken.


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