US-Präsident Donald Trump erwägt einen bemerkenswerten Schritt in der amerikanischen Wirtschaftspolitik. Nach eigenen Angaben prüft seine Regierung die Möglichkeit, dass der Staat Beteiligungen an führenden Unternehmen der Künstlichen Intelligenz (KI) erhält. Ziel sei es, die amerikanische Bevölkerung direkt am wirtschaftlichen Erfolg der KI-Branche zu beteiligen.
Wie Trump an Bord der Air Force One erklärte, könnten Bürger künftig indirekt zu Partnern großer Technologieunternehmen werden. Bereits in der kommenden Woche will er sich mit Spitzenvertretern der wichtigsten KI-Konzerne treffen, um entsprechende Modelle zu diskutieren.
„Die amerikanischen Bürger könnten vom Erfolg der KI profitieren“, erklärte Trump. Denkbar sei, dass Unternehmen freiwillig Anteile an den Staat übertragen. Die daraus entstehenden Erträge könnten anschließend öffentlichen Zwecken dienen oder sogar direkt an die Bevölkerung ausgeschüttet werden.
Die Idee soll unter anderem auf Gespräche mit führenden Technologievertretern zurückgehen. Berichten zufolge hatte OpenAI-Chef Sam Altman bereits Anfang 2025 entsprechende Überlegungen in Gesprächen mit Trump vorgestellt.
Noch ist allerdings völlig offen, wie ein solches Modell rechtlich und praktisch umgesetzt werden könnte. Unklar ist insbesondere, welchen Umfang mögliche Staatsbeteiligungen haben würden und ob Unternehmen tatsächlich bereit wären, Anteile freiwillig abzugeben.
Bemerkenswert ist der Vorstoß vor allem deshalb, weil er einen deutlichen Bruch mit traditionellen republikanischen Vorstellungen darstellt. Über Jahrzehnte galt in konservativen Kreisen die Devise, dass sich der Staat möglichst wenig in private Unternehmen einmischen solle.
Unter Trump hat sich diese Haltung bereits mehrfach verändert. Die Bundesregierung hält inzwischen Beteiligungen an mehreren strategisch wichtigen Unternehmen. Dazu gehören unter anderem der Chiphersteller Intel, verschiedene Rohstoff- und Metallunternehmen sowie eine sogenannte „Goldene Aktie“ beim Stahlkonzern U.S. Steel, die dem Staat besondere Mitspracherechte sichert.
Überraschend ist zudem, dass Trump mit seinem Vorstoß teilweise auf einer Linie mit dem linken Senator Bernie Sanders liegt. Sanders fordert seit Monaten eine deutlich stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an den Gewinnen der KI-Branche. Sein Vorschlag geht allerdings wesentlich weiter. Er möchte dem Staat eine Beteiligung von 50 Prozent an den größten KI-Unternehmen verschaffen und damit faktisch Mitkontrolle über deren Entscheidungen ermöglichen.
Trump distanzierte sich zwar von diesem Umfang, räumte jedoch ein, dass beide Seiten in wirtschaftlichen Fragen teilweise ähnliche Ziele verfolgen würden.
Der Hintergrund der Debatte ist die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Viele Experten erwarten tiefgreifende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft. Die Frage, wer von den enormen Gewinnen der KI-Revolution profitieren soll, entwickelt sich deshalb zunehmend zu einem politischen Streitthema.
Sollte Trump seine Pläne tatsächlich umsetzen, wäre dies einer der weitreichendsten Eingriffe des amerikanischen Staates in die Technologiebranche der vergangenen Jahrzehnte.

