Fleischfressende Schraubenwurmfliege erstmals seit Jahrzehnten wieder in den USA nachgewiesen

Fleischfressende Schraubenwurmfliege erstmals seit Jahrzehnten wieder in den USA nachgewiesen

Veröffentlicht

Samstag, 06.06.2026
von Red. TB

In den USA ist erstmals seit mehreren Jahrzehnten wieder ein Fall der sogenannten Neuwelt-Schraubenwurmfliege nachgewiesen worden. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) bestätigte Anfang Juni den Befall eines drei Wochen alten Kalbes in Texas. Die Entdeckung löste umgehend umfangreiche Schutzmaßnahmen aus, da die Parasiten erhebliche Schäden für Landwirtschaft, Wildtiere und in seltenen Fällen auch Menschen verursachen können.

Die Schraubenwurmfliege gilt als besonders gefährlicher Parasit, weil ihre Larven nicht abgestorbenes Gewebe, sondern gesundes lebendes Fleisch befallen. Weibliche Fliegen legen ihre Eier in offene Wunden oder natürliche Körperöffnungen von warmblütigen Tieren. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Maden in das Gewebe ein und verursachen schmerzhafte, sich ausbreitende Verletzungen, die unbehandelt sogar tödlich enden können.

Nach Angaben der Behörden handelt es sich bislang um einen Einzelfall. Rund um die betroffene Ranch in Texas wurde eine Quarantänezone eingerichtet, gleichzeitig wurden die Überwachungsmaßnahmen deutlich ausgeweitet. Experten bezeichnen die kommenden Wochen als entscheidend, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Besonders betroffen wären bei einer größeren Ausbreitung die Viehwirtschaft und die Lebensmittelproduktion. Die wirtschaftlichen Schäden könnten nach Einschätzung von Fachleuten Milliardenhöhe erreichen. Auch Wildtiere, Haustiere und Menschen können grundsätzlich befallen werden, wobei Infektionen beim Menschen vergleichsweise selten auftreten.

Die Vereinigten Staaten galten seit den 1960er-Jahren als frei von der Schraubenwurmfliege. Die Ausrottung gelang damals durch die Freisetzung steriler männlicher Fliegen. Da sich weibliche Tiere nur einmal paaren, führte diese Methode langfristig zum Zusammenbruch der Population. In Nordamerika wurde der Parasit Anfang der 2000er-Jahre als praktisch beseitigt angesehen.

Fachleute sehen zwei wesentliche Ursachen für die aktuelle Rückkehr: Zum einen hat sich die Schraubenwurmfliege über Mittelamerika und Mexiko langsam wieder Richtung US-Grenze ausgebreitet. Zum anderen begünstigen steigende Temperaturen infolge des Klimawandels das Überleben der Fliegen in Regionen, die früher zu kühl waren. Auch der internationale Reise- und Warenverkehr erleichtert die Verbreitung.

Trotz der alarmierenden Schlagzeilen raten Experten von Panik ab. Die USA verfügen über bewährte Bekämpfungsmethoden, moderne Medikamente und umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit dem Parasiten. Entscheidend seien nun Wachsamkeit, schnelle Meldungen verdächtiger Fälle und konsequente Schutzmaßnahmen, um eine erneute dauerhafte Ansiedlung der Schraubenwurmfliege zu verhindern.

Bildnachweis:

AndreasGoellner (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 06.06.2026

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