Kalifornien vor Richtungswahl: Becerra und Hilton auf Kurs für das Gouverneursduell

Kalifornien vor Richtungswahl: Becerra und Hilton auf Kurs für das Gouverneursduell

Veröffentlicht

Samstag, 06.06.2026
von Red. TB

Die Gouverneurswahl in Kalifornien nimmt immer deutlichere Konturen an. Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen zeichnet sich ab, dass der Demokrat Xavier Becerra und der Republikaner Steve Hilton die beiden Kandidaten sein werden, die in die entscheidende Wahlrunde im November einziehen. Während Becerra derzeit knapp vor seinem republikanischen Herausforderer liegt, scheint der milliardenschwere Unternehmer Tom Steyer trotz gewaltiger Wahlkampfausgaben den Anschluss zu verlieren.

Becerra, ehemaliger Gesundheitsminister unter Präsident Joe Biden, galt noch vor wenigen Wochen als Außenseiter. Nach dem Rückzug anderer prominenter Kandidaten konnte er jedoch deutlich zulegen und sich an die Spitze des Bewerberfeldes setzen. In ersten Reaktionen sprach er von einem wichtigen Etappensieg und kündigte an, den Wahlkampf nun mit voller Kraft auf die General Election auszurichten.

Parallel dazu sorgt die langsame Stimmenauszählung in Kalifornien für politische Spannungen. Republikaner Steve Hilton kritisierte die Dauer der Auszählung scharf und forderte Gouverneur Gavin Newsom auf, zusätzliche staatliche Ressourcen bereitzustellen, um die Bearbeitung der Briefwahlstimmen zu beschleunigen. Newsoms Büro wies die Forderung jedoch zurück und betonte, dass der Gouverneur keine direkte Zuständigkeit für die Stimmenauszählung habe. Diese liege bei den lokalen Wahlbehörden und dem kalifornischen Außenministerium.

Zusätzliche Brisanz erhält die Wahl durch Ermittlungen auf Bundesebene. Vertreter der US-Staatsanwaltschaft und des FBI kündigten Prüfungen der kalifornischen Wählerverzeichnisse an. Hintergrund sind einzelne Fälle mutmaßlicher Wahlmanipulationen, die von konservativen Politikern als Beleg für strukturelle Schwächen des Wahlsystems angeführt werden. Experten und Wahlforscher betonen hingegen, dass organisierter Wahlbetrug bei Briefwahlen äußerst selten sei und entsprechende Behauptungen häufig übertrieben würden.

Auch Donald Trump mischte sich in die Debatte ein. Der ehemalige Präsident behauptete erneut ohne Belege, die Demokraten würden von der langsamen Auszählung profitieren. Seine Aussagen stoßen bei Wahlrechtsexperten und demokratischen Politikern auf scharfe Kritik. Becerra konterte, Trump versuche erneut, Zweifel an demokratischen Prozessen zu säen, nachdem er bereits frühere Wahlergebnisse infrage gestellt habe.

Während Millionen Briefwahlstimmen weiterhin ausgezählt werden, sehen politische Beobachter derzeit die größten Chancen für ein direktes Duell zwischen Xavier Becerra und Steve Hilton. Für Tom Steyer wird es dagegen zunehmend schwieriger, den Rückstand auf die beiden Spitzenkandidaten noch aufzuholen.

Bildnachweis:

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Samstag, 06.06.2026

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