Dein Auto spioniert dich aus – und das ist erst der Anfang

Dein Auto spioniert dich aus – und das ist erst der Anfang

Veröffentlicht

Sonntag, 17.05.2026
von Red. TB

Früher bedeutete Autofahren Freiheit. Führerschein in der Tasche, Fenster runter, Musik an – und einfach weg. Heute? Dein Auto weiß wahrscheinlich mehr über dich als manche Freunde.

Moderne Autos sind inzwischen rollende Computer. Und die sammeln Daten ohne Ende: Wo du hinfährst, wie schnell du fährst, wie stark du bremst, ob du angeschnallt bist – sogar, wer mit im Auto sitzt oder welche Musik läuft.

Manche Fahrzeuge gehen noch weiter. Kameras im Innenraum können deine Mimik analysieren. Einige Hersteller erfassen laut Datenschützern sogar Gewicht, Alter oder Gesundheitsdaten. Willkommen im Zeitalter des „smarten“ Autos.

Versicherungen schauen mit

Besonders pikant: Viele dieser Daten landen bei Versicherungen. Wer zu schnell fährt, oft stark bremst oder angeblich „riskant“ unterwegs ist, könnte am Ende mehr bezahlen.

Und die meisten Fahrer merken davon nicht mal etwas.

Datenschützer warnen schon länger davor, dass Autofirmen und Datenhändler komplette Bewegungsprofile erstellen können. Im schlimmsten Fall lässt sich nachvollziehen, wann du wo warst – fast minutengenau.

Datenschutzerklärungen? Liest sowieso keiner

Offiziell holen sich die Hersteller oft die Zustimmung der Nutzer. Praktisch passiert das irgendwo zwischen 35 Seiten Datenschutzerklärung und dem schnellen Klick auf „Akzeptieren“.

Eine Untersuchung von Mozilla kam 2023 zu einem vernichtenden Ergebnis: Autos seien die schlechteste Produktkategorie überhaupt, wenn es um Datenschutz geht.

Teilweise behalten sich Hersteller sogar vor, sensible Daten weiterzugeben oder zu verkaufen. Manche Unternehmen mussten deswegen bereits Ärger mit Behörden bekommen.

Neue Gesetze könnten alles noch schlimmer machen

Und jetzt wird es richtig spannend: In den USA sollen neue Autos künftig Systeme bekommen, die erkennen, ob Fahrer müde oder betrunken sind. Dafür kommen Infrarotkameras und Sensoren zum Einsatz.

Klingt erstmal sinnvoll. Das Problem: Niemand weiß genau, was später mit diesen Daten passiert.

Datenschützer warnen davor, dass damit riesige Mengen an Gesundheits- und Verhaltensdaten entstehen könnten – ohne klare Regeln, wer sie nutzen darf.

Kann man sich schützen?

Ganz verhindern lässt sich das kaum noch. Aber man kann zumindest versuchen, die Datensammelei einzuschränken:

  • Datenschutzeinstellungen im Auto prüfen
  • Apps und Zusatzdienste deaktivieren
  • Versicherungs-Tracking vermeiden
  • Datenlöschung beim Hersteller beantragen

Denn klar ist inzwischen:
Das Auto der Zukunft fährt nicht nur selbstständig. Es beobachtet dich dabei auch permanent.

Bildnachweis:

Annabel_P (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 17.05.2026

Diebewertung Netzwerk

Weitere Portale

Crowdinvesting Shop

Samstagszeitung - Wochenzeitung Verbraucherschutzforum Berlin

Archiv