In Oklahoma ist bei einer Schießerei auf einer Party am Arcadia Lake eine 18-jährige Frau getötet worden. 22 weitere Menschen wurden verletzt. Die Veranstaltung trug laut Social Media den harmlos-fröhlichen Namen „Sunday Funday“ – was in den USA leider zunehmend bedeutet:
Musik, Alkohol, Chaos und irgendwann Schüsse.
Die Party war laut Polizei „nicht genehmigt“. Ein bemerkenswert amerikanischer Nebensatz. Denn offenbar gilt dort manchmal:
Das eigentliche Problem ist nicht die Tatsache, dass halbautomatische Waffen schneller verfügbar sind als Gesundheitsversorgung – sondern dass die Feier keine offizielle Bewilligung hatte.
Gegen 21 Uhr fielen die Schüsse. Eine große Gruppe junger Menschen war am See versammelt, als Panik ausbrach. Manche Verletzte wurden ins Krankenhaus gebracht, andere fuhren sich selbst dorthin. Auch das wirkt inzwischen erschreckend routiniert – als gehöre nach einer Schießerei die Frage „Wer fährt noch selbst?“ fast schon zum Einsatzprotokoll.
Mehr als 48 Stunden später gab es noch keine Festnahmen. Die Polizei betont jedoch, es bestehe „keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit“. Ein Satz, den man in den USA mittlerweile so häufig hört, dass er fast wie eine Wettervorhersage klingt.
Besonders bedrückend ist die Normalität solcher Meldungen geworden.
Ein See.
Eine Party.
Junge Menschen.
Social Media.
Schüsse.
Verletzte.
Pressekonferenz.
Gedanken und Gebete.
Dann weiter zur nächsten Schlagzeile.
Amerika diskutiert seit Jahren über Waffenrecht, Gewaltkultur und gesellschaftliche Verrohung. Passiert ist vor allem eines:
Man hat gelernt, mit solchen Nachrichten zu leben.
Oder präziser:
mit ihnen weiterzufunktionieren.
Die Polizei richtete nach der Tat ein Familienzentrum in einem nahegelegenen Walmart ein. Auch das wirkt fast symbolisch für das moderne Amerika:
Zwischen Supermarktparkplatz, Polizeiband und Massenpanik versucht man irgendwie noch Normalität zu organisieren.
Und während Politiker erneut Betroffenheit ausdrücken werden, bleibt die eigentliche Tragödie bestehen:
Dass junge Menschen in den Vereinigten Staaten mittlerweile auf Partys, in Schulen, Einkaufszentren oder Konzerten oft unterbewusst mitdenken müssen, wo im Ernstfall der nächste Ausgang ist.
Nicht weil es ein Actionfilm ist.
Sondern weil es Amerika ist.

