Erst wenige Monate im Einsatz, jetzt schon in Pension: Sieben von zehn Wasserstoffbussen der Wiener Linien stehen derzeit still. Man wollte die Zukunft des öffentlichen Verkehrs einläuten – herausgekommen ist offenbar eine sehr teure Ausstellung moderner Straßenkunst in der Garage Leopoldau.
Die Busse wurden erst im Dezember 2025 für die Linie 39 angeschafft. Kostenpunkt: über zehn Millionen Euro inklusive Wartungsvertrag. Für das Geld hätte man vermutlich auch einfach jedem Fahrgast ein eigenes Fahrrad schenken können – inklusive Klingel und Thermoskanne.
Derzeit fahren nur drei Busse. Die restlichen warten auf Ersatzteile aus Portugal. Nicht etwa wegen Problemen mit dem Wasserstoffantrieb selbst – nein, die Zukunft scheitert wie immer an den kleinen Dingen des Lebens: Türkompressoren und Totwinkel-Monitoren. Die Busse könnten theoretisch also klimafreundlich fahren, wenn sie nur Türen hätten, die aufgehen, und Fahrer, die sehen, wen sie überfahren.
Der Hersteller Caetano könne die Ersatzteile derzeit nicht liefern. Immerhin zahlt er laut Wiener Linien bereits Vertragsstrafen. Das Geld wird vermutlich direkt in neue Dieseltanks investiert, denn die Linie wird vorübergehend wieder mit klassischen Dieselbussen betrieben. Die gute alte Technologie: laut, stinkend, aber immerhin fährt sie.
Keine Auswirkungen auf die Fahrgäste, betonen die Wiener Linien. Außer vielleicht die Erkenntnis, dass die Verkehrswende aktuell ungefähr so stabil läuft wie ein Windows-PC von 2004.
Andere Wasserstoffbusse in Wien seien übrigens nicht betroffen. Dabei handelt es sich um kleinere Modelle eines italienischen Herstellers. Offenbar gilt auch hier: Kleine Italiener funktionieren besser als große Portugiesen.

