Bei neuen russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind in der Ukraine nach offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 70 verletzt worden. Betroffen waren mehrere Regionen im ganzen Land, während Moskau seine Luftangriffe auf Städte und Dörfer fortsetzt.
Allein in der Region Cherson kamen drei Menschen ums Leben, weitere Todesopfer wurden aus den Regionen Odessa, Donezk, Saporischschja und Sumy gemeldet.
Die ukrainische Luftwaffe berichtet, Russland habe in der Nacht 269 Drohnen eingesetzt. Ein Großteil davon sei abgefangen oder gestört worden, dennoch habe es zahlreiche Einschläge und Schäden durch Trümmer gegeben.
Gleichzeitig meldet Präsident Wolodymyr Selenskyj militärische Erfolge gegen Russland. Ukrainische Angriffe hätten mehrere Ziele in russischen Häfen getroffen – darunter drei Öltanker, ein Kriegsschiff mit Marschflugkörpern sowie ein Patrouillenboot. Die Tanker gehörten laut Selenskyj zur sogenannten „Schattenflotte“, mit der Russland westliche Sanktionen umgeht.
Besonders betroffen sei ein Ölexportterminal in Primorsk an der Ostsee nahe Finnland. Auch im Schwarzmeerhafen Noworossijsk seien Tanker beschädigt worden. „Diese Schiffe wurden aktiv für den Öltransport genutzt – jetzt nicht mehr“, erklärte Selenskyj.
Russland bestätigt seinerseits massive ukrainische Drohnenangriffe. Nach Angaben aus Moskau seien mehr als 300 Drohnen eingesetzt worden, insbesondere gegen Regionen im Nordwesten des Landes.
Die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur haben sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Kiew will damit gezielt Einnahmequellen Russlands schwächen, die zur Finanzierung des Krieges beitragen.
Der Kreml zeigt sich zunehmend besorgt über die Reichweite ukrainischer Drohnen. Als Reaktion wurde die traditionelle Militärparade zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai verkleinert – offiziell wegen einer erhöhten „terroristischen Bedrohung“.
Während beide Seiten betonen, militärische Ziele anzugreifen, werfen sie sich gegenseitig Angriffe auf die Zivilbevölkerung vor.

