Im Fall des Kreuzfahrtschiffs geht man davon aus, dass eine Ansteckung durch kontaminierte Partikel erfolgt ist – meist durch getrockneten Urin, Kot oder Speichel von Nagetieren, die als feiner Staub eingeatmet werden. Seltener kann eine Übertragung auch durch Bisse oder Kratzer passieren. Wichtig: Die meisten Hantavirus-Typen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Das Virus kann zwei schwere Krankheitsbilder auslösen:
- Hantavirus-Lungensyndrom (HPS): Beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Später kann es zu schweren Atemproblemen kommen. Diese Form tritt vor allem in Nord- und Südamerika auf und kann lebensbedrohlich sein.
- Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS): Betrifft vor allem die Nieren und kann zu Blutungen, niedrigem Blutdruck und Nierenversagen führen. Diese Variante ist häufiger in Europa und Asien.
Eine gezielte Therapie gibt es nicht. Die Behandlung beschränkt sich auf intensive medizinische Unterstützung, etwa Sauerstoffgabe, Überwachung auf der Intensivstation oder Dialyse bei Nierenversagen.
Auf einem Kreuzfahrtschiff liegt der Fokus der Untersuchungen daher vor allem auf Hygiene, Lebensmittelkontrolle und möglichen Nagetierbefall. Da bislang nur ein Fall bestätigt ist, wird noch geprüft, ob es sich tatsächlich um einen größeren Ausbruch handelt.

