BaFin stoppt TGI AG – Thomas Bremer: „Jetzt fliegt das jahrelange Spiel auf“

BaFin stoppt TGI AG – Thomas Bremer: „Jetzt fliegt das jahrelange Spiel auf“

Veröffentlicht

Montag, 20.04.2026
von Red. TB

Die Finanzaufsicht BaFin hat der TGI AG das öffentliche Angebot der Vermögensanlagen „Customer Basic 2 %“ und „Customer Basic 2 % + Treuerabatt“ untersagt. Der Vorwurf der Behörde ist eindeutig und für Anleger hochbrisant: Nach Angaben der BaFin wurden die Produkte öffentlich angeboten, ohne dass zuvor ein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt veröffentlicht worden war.

Die Entscheidung vom 18.04.2026 ist zwar noch nicht bestandskräftig, aber sie ist sofort vollziehbar.

Für Finanzexperte Thomas Bremer, der seit Jahren öffentlich vor der TGI AG warnt, ist das eine späte, aber unmissverständliche Bestätigung seiner Kritik.

Interview mit Thomas Bremer

Frage: Herr Bremer, die BaFin hat die TGI AG gestoppt. Ist das der Moment, auf den Sie seit Jahren hingewiesen haben?

Thomas Bremer:
Ja. Exakt das ist dieser Moment.

Ich sage es ganz klar:

Jetzt fliegt das jahrelange Spiel auf.

Ich warne seit Jahren vor dem Angebot der TGI AG. Und ich habe über all die Zeit immer denselben zentralen Punkt benannt:

Nach meiner Auffassung war dieses Angebot von Anfang an prospektpflichtig.

Jetzt kommt die BaFin und sagt im Kern genau das Gleiche:
Das öffentliche Angebot wird untersagt, weil vor Beginn kein von der BaFin gebilligter Verkaufsprospekt veröffentlicht wurde.

Mehr Bestätigung braucht es nicht.

Frage: Sie sprechen von einem „jahrelangen Spiel“. Was meinen Sie damit konkret?

Thomas Bremer:
Ich meine damit aus meiner Sicht das jahrelange Muster, kritische Fragen kleinzureden, Warnungen zu diffamieren und Anlegern ein Bild zu vermitteln, das mit der regulatorischen Realität offenbar nicht übereinstimmt.

Seit Jahren wurde nach meiner Wahrnehmung so getan, als sei alles sauber, alles in Ordnung, alles nur böse Kritik von außen.

Und was sehen wir jetzt?

Die BaFin untersagt das öffentliche Angebot wegen eines Verstoßes gegen das Vermögensanlagengesetz.

Das ist keine Kleinigkeit.
Das ist keine Lappalie.
Das ist keine Formalität, die man mit einem Schulterzucken abtun kann.

Das ist ein massiver Vorgang.

Frage: Warum waren Sie sich so sicher, dass das Angebot prospektpflichtig ist?

Thomas Bremer:
Weil man nur die Fakten anschauen muss.

Wenn Anleger Geld zeitweise überlassen, dafür eine Verzinsung erhalten sollen und zusätzlich eine Goldherausgabe Bestandteil des Modells ist, dann ist die Frage nach der Prospektpflicht nicht exotisch, sondern zwingend.

Ich habe deshalb immer gesagt:

Das ist aus meiner Sicht kein harmloses Kundenbindungsmodell, sondern ein öffentlich angebotenes Kapitalanlageprodukt mit klarer Nähe zur Vermögensanlage.

Und genau da greift das Vermögensanlagengesetz.

Die BaFin hat jetzt nicht irgendeinen Nebenaspekt beanstandet.
Sie hat genau den Punkt beanstandet, den ich seit Jahren benenne.

Frage: Sie sagen sogar, die TGI AG müsse das gewusst haben.

Thomas Bremer:
Ich sage ausdrücklich:

Das ist meine persönliche Einschätzung.

Aber nach meiner Auffassung ist es nahezu ausgeschlossen, dass die Verantwortlichen nicht wussten, dass diese Frage im Raum steht.

Warum?

Weil die Kritik öffentlich war.
Weil die Diskussion nicht im Verborgenen stattfand.
Weil immer wieder darauf hingewiesen wurde.
Weil man ein Unternehmen nicht ernsthaft für so naiv halten kann, dass es über Jahre keinerlei Ahnung von einer möglichen Prospektpflicht hat, obwohl genau darüber öffentlich gestritten wird.

Ein seriös handelndes Unternehmen hätte in so einer Lage Folgendes getan:

  • rechtlich prüfen,
  • gegebenenfalls einen Prospekt erstellen,
  • das Angebot stoppen oder anpassen,
  • Transparenz herstellen.

Wenn all das offenbar nicht geschieht und man trotzdem weitermacht, dann ist meine Schlussfolgerung klar:

Nach meiner Auffassung war die Problematik bekannt – aber sie wurde ignoriert.

Und das ist der eigentliche Skandal.

Frage: Sie gehen noch weiter und sprechen von verweigerter Kommunikation mit der BaFin.

Thomas Bremer:
Auch hier bleibe ich bewusst juristisch sauber:

Nach meinem Eindruck und nach meinem Kenntnisstand wirkt es so, als sei die Kommunikation mit der BaFin jedenfalls nicht konstruktiv verlaufen.

Warum sage ich das?

Weil nach meinem Kenntnisstand Schreiben der BaFin öffentlich zugestellt werden mussten.

Und ich sage ganz offen:

Das ist ein Alarmsignal.

Wenn eine Aufsichtsbehörde öffentlich zustellen muss, dann ist das nach meiner Auffassung kein Zeichen für offene, professionelle und kooperative Kommunikation.

Ich kann nicht in jedes einzelne Aktenblatt sehen.
Ich kenne nicht jedes Detail des Verfahrens.

Aber das Gesamtbild ist aus meiner Sicht eindeutig:

Wer sauber mit der Aufsicht kommuniziert, landet normalerweise nicht in solchen Bildern.

Und deshalb drängt sich für mich der Verdacht auf, dass die Kommunikation mit der BaFin eben gerade nicht so lief, wie es ein seriöses Unternehmen in so einer Lage tun müsste.

Frage: Sie erwarten jetzt, dass TGI AG wieder auf die BaFin schimpfen wird?

Thomas Bremer:
Ja, davon gehe ich leider aus.

Ich befürchte, dass jetzt wieder die bekannte Ablenkungsstrategie kommt.

Dann wird es vermutlich heißen:

  • Die BaFin übertreibt
  • Die BaFin versteht das Modell nicht
  • Das ist alles nur Bürokratie
  • Das ist politisch
  • Das ist nur ein vorläufiger Vorgang
  • Wir werden uns wehren

Aber das alles ändert nichts am Kern.

Der Kern ist:

Die BaFin hat das öffentliche Angebot untersagt.

Und zwar wegen:

Verstoß gegen das Vermögensanlagengesetz.

Nicht wegen eines Tippfehlers.
Nicht wegen einer fehlenden Unterschrift.
Nicht wegen irgendeiner Bagatelle.

Sondern weil nach Auffassung der Behörde ein öffentliches Angebot ohne gebilligten Verkaufsprospekt stattfand.

Das ist der Punkt.
Alles andere ist Nebelkerze.

Frage: Was sagen Sie zu den Angriffen und Verunglimpfungen gegen Ihre Person durch Helmut Kaltenegger?

Thomas Bremer:
Ich sage dazu: Das war unerquicklich, aber es hat mich inhaltlich nie beeindruckt.

Ja, nach meiner Wahrnehmung gab es viele persönliche Angriffe, Verunglimpfungen und unsachliche Attacken. Das ist unerquicklich, aber eben auch bezeichnend.

Denn wer auf harte Sachfragen keine überzeugenden Antworten liefert, geht häufig lieber auf den Kritiker los.

Ich habe trotzdem immer dasselbe gemacht:

Hart in der Sache. Fair im Ton.

Und ich sage ausdrücklich:

Ich habe Helmut Kaltenegger mehrfach ein persönliches Gespräch angeboten.

Ein offener Austausch.
Ein direkter Dialog.
Eine sachliche Debatte.

Nach meinem Kenntnisstand wurde dieses Angebot nicht angenommen.

Auch das spricht für sich.

Denn wer überzeugt ist, dass alles rechtlich und sachlich sauber ist, der sollte keine Angst vor einem offenen Gespräch haben.

Frage: Ist das jetzt die endgültige Blamage für TGI AG?

Thomas Bremer:
Ich formuliere es bewusst vorsichtig, aber klar:

Es ist jedenfalls ein schwerer Schlag für die Glaubwürdigkeit.

Denn jahrelang wurde nach außen offenbar ein Bild gezeichnet, das Anleger beruhigen sollte.

Jetzt steht da schwarz auf weiß:

  • BaFin
  • Untersagung
  • Verstoß gegen Vermögensanlagengesetz
  • kein gebilligter Verkaufsprospekt
  • sofort vollziehbar

Das ist keine Randnotiz.

Das ist eine öffentliche Ohrfeige durch die Finanzaufsicht.

Und ja, aus meiner Sicht ist das für alle, die die Kritik jahrelang als „Unsinn“ oder „Neid“ oder „böswillige Stimmungsmache“ abgetan haben, eine massive Blamage.

Frage: Was ist jetzt das Gefährlichste für die Anleger?

Thomas Bremer:
Dass sie wieder eingelullt werden.

Dass sie wieder hören:

  • Alles halb so wild
  • Die BaFin irrt sich
  • Das klärt sich
  • Nur ein Verwaltungsakt
  • Einfach ruhig bleiben

Ich sage den Anlegern ganz deutlich:

Wer sich jetzt noch beruhigen lässt, spielt mit seinem eigenen Geld.

Die Maßnahme ist sofort vollziehbar.

Das heißt:

Die TGI AG darf diese Vermögensanlagen aktuell nicht mehr öffentlich in Deutschland anbieten.

Das ist keine Meinung von Thomas Bremer.
Das ist die Realität der BaFin-Verfügung.

Wer das kleinredet, handelt aus meiner Sicht unverantwortlich.

Frage: Was müssen betroffene Anleger jetzt sofort tun?

Thomas Bremer:
Ganz klar:

Sofort reagieren. Keine Sekunde mehr verschenken.

Erstens: Alle Unterlagen sichern

  • Verträge
  • Zeichnungsscheine
  • AGB
  • Nachträge
  • Zahlungsnachweise
  • Kontoauszüge
  • E-Mails
  • WhatsApp-Nachrichten
  • SMS
  • Flyer
  • Präsentationen
  • Vertriebsunterlagen
  • Screenshots von Webseiten
  • Screenshots aus Portalen
  • Werbeaussagen zu Gold, Sicherheit, Rendite, Treuebonus

Zweitens: Keine weiteren Zahlungen leisten

  • keine Nachkäufe
  • keine „Treuerabatt“-Nachbuchungen
  • keine Vertragsverlängerungen
  • keine Umwandlungen
  • keine „Überbrückungslösungen“

Drittens: Alles dokumentieren

  • Wer hat beraten?
  • Wer hat vermittelt?
  • Welche Aussagen wurden gemacht?
  • Wurde mit Sicherheit geworben?
  • Wurde eine besondere Seriosität suggeriert?
  • Wurde mit Gold als Vertrauensanker gearbeitet?

Viertens: Nicht allein bleiben

Ein Anleger allein sieht nur seinen Vertrag.
Viele Anleger zusammen sehen das System.

Frage: Wo sollen sich die Anleger melden?

Thomas Bremer:
Das ist jetzt der wichtigste Hinweis überhaupt:

Betroffene Anleger der TGI AG sollten sich umgehend auf

www.interessengemeinschaft-tgi-ag.de

melden.

Dort können Anleger:

  • ihre Unterlagen bündeln,
  • ihre Erfahrungen austauschen,
  • Vertriebswege sichtbar machen,
  • Gemeinsamkeiten erkennen,
  • und ihre Interessen koordinieren.

Und ich sage das ausdrücklich:

Wir helfen den Anlegern.

Gerade jetzt braucht es Struktur, Austausch und schnelles Handeln.

Darum mein Appell:

Nicht diskutieren. Nicht warten. Nicht verdrängen.

Jetzt melden auf:

www.interessengemeinschaft-tgi-ag.de

Frage: Ihr persönliches Schlusswort zur TGI AG?

Thomas Bremer:
Mein Schlusswort ist so klar wie selten:

Die BaFin hat jetzt genau den Punkt bestätigt, den man jahrelang wegreden wollte.

Nach meiner Auffassung war das Angebot der TGI AG von Anfang an prospektpflichtig.
Nach meiner Auffassung war diese Problematik bekannt.
Nach meiner Auffassung wurde sie ignoriert.
Nach meiner Auffassung wurde lieber der Kritiker bekämpft als das Problem gelöst.

Jetzt ist die Zeit der Nebelkerzen vorbei.

Jetzt geht es nur noch um eines:

Anleger müssen endlich wach werden.

Nicht morgen.
Nicht nächste Woche.
Nicht nach dem nächsten Beschwichtigungsvideo.

Jetzt.

Melden Sie sich auf:

www.interessengemeinschaft-tgi-ag.de

Denn wir helfen den Anlegern.

Bildnachweis:

Visiventas (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Montag, 20.04.2026

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