Champions League im Wahnsinnsmodus: PSG zerlegt Barças Träume, Liverpool spielt mit den Nerven und Dortmund hat zum Glück Guirassy!

Champions League im Wahnsinnsmodus: PSG zerlegt Barças Träume, Liverpool spielt mit den Nerven und Dortmund hat zum Glück Guirassy!

Veröffentlicht

Mittwoch, 21.10.2026
von Red. TB

Wer am Dienstagabend gemütlich Champions League schauen wollte, hatte sich den falschen Fernsehabend ausgesucht. Paris Saint-Germain schickte den FC Barcelona mit einem 4:2 und reichlich Frust nach Hause, Liverpool machte aus einem 0:2 gegen Villarreal noch einen spektakulären 4:3-Erfolg, und Manchester City zeigte AEK Athen beim 5:1, dass man auch ohne Erling Haaland ordentlich Tore schießen kann. Borussia Dortmund gewann in Baku mit 2:1 – allerdings nicht, ohne seinen Fans vorher wieder einige graue Haare zu verpassen.

21. Oktober 2026

PSG gegen Barcelona: Erst Fußballfest, dann französische Hinrichtung auf Raten

Man könnte meinen, beim FC Barcelona hätte man inzwischen gelernt, dass ein Besuch bei Paris Saint-Germain nicht zwangsläufig mit einem schönen Abend endet.

Aber offensichtlich gehört ein gewisser Optimismus zum katalanischen Selbstverständnis.

Mit elf Pflichtspielsiegen in Folge reiste die Mannschaft von Hansi Flick nach Paris. Die Brust war breit, das Selbstvertrauen groß und der 100. Sieg des deutschen Trainers zum Greifen nah.

Doch dann kam PSG.

Und die Franzosen hatten offenbar beschlossen, den Gästen gleich mehrere Lektionen in Sachen Champions-League-Fußball zu erteilen.

Schon nach zwei Minuten schepperte es am Aluminium, als Chwitscha Kwarazchelia die Stange traf. Barcelona antwortete mit eigenen Chancen, doch Dani Olmo, Raphinha und Lamine Yamal hatten zunächst offenbar beschlossen, den französischen Torhüter nicht übermäßig zu belästigen.

In der 38. Minute wurde es dann richtig unangenehm.

Ausgerechnet Wunderkind Yamal leistete sich einen leichtfertigen Ballverlust. João Neves bedankte sich, Désiré Doué übernahm und versenkte die Kugel zum 1:0.

Ein Geschenk, bei dem selbst der Weihnachtsmann anerkennend genickt hätte.

Barcelona kämpfte, PSG vergab weitere Möglichkeiten, und zur Pause durfte Hansi Flick zumindest noch hoffen.

Sechs Tore und ein Abend, den Flick wahrscheinlich schnell vergessen möchte

Nach dem Seitenwechsel wurde aus einem spannenden Fußballspiel endgültig eine Achterbahnfahrt mit eingebautem Schleudersitz.

Barcelona gelang durch Espart der Ausgleich zum 1:1. PSG reagierte mit ordentlich Druck, und in der 72. Minute köpfte Lucas Hernández die Franzosen wieder in Führung.

2:1!

Doch wer glaubte, Barcelona würde sich jetzt ergeben, hatte die Rechnung ohne Lamine Yamal gemacht.

Der junge Spanier traf zum 2:2 und brachte die Katalanen noch einmal zurück ins Spiel.

Für ungefähr so lange, wie man braucht, um im Stadion eine neue Portion Pommes zu bestellen.

Denn dann kam Vitinha.

In der 81. Minute zog der Portugiese aus der Distanz ab und brachte PSG erneut in Führung.

3:2!

Barcelona versuchte noch, die Scherben einzusammeln, aber Fabián Ruiz hatte andere Pläne. In der 87. Minute machte er mit dem 4:2 endgültig den Deckel drauf.

Feierabend!

Für PSG war es der siebente Pflichtspielsieg hintereinander. Zudem blieb der Titelverteidiger zum 13. Mal in Folge in der Champions League ungeschlagen und stellte damit einen Vereinsrekord ein.

Und Barcelona?

Darf sich nach der ersten Pflichtspielniederlage der Saison auf den Clásico gegen Real Madrid freuen.

Wobei „freuen“ möglicherweise das falsche Wort ist.

Liverpool gegen Villarreal: Erst Tiefschlaf, dann Auferstehung an der Anfield Road

Wer glaubt, nur Borussia Dortmund könne seine Fans regelmäßig an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treiben, sollte sich einmal den FC Liverpool anschauen.

Die Engländer empfingen Villarreal und hatten offenbar beschlossen, die ersten 30 Minuten als verlängerte Aufwärmphase zu betrachten.

Schon in der vierten Minute traf Georges Mikautadze zum 0:1.

Liverpool schaute etwas überrascht.

In der 29. Minute legte Sergi Cardona das 0:2 nach.

Liverpool schaute noch überraschter.

An der Anfield Road dürfte zu diesem Zeitpunkt mancher Fan überlegt haben, ob ein vorzeitiger Gang zum Kühlschrank nicht sinnvoller wäre.

Doch dann erinnerten sich die Reds daran, dass sie eigentlich Fußball spielen können.

Alexis Mac Allister verkürzte in der 36. Minute auf 1:2, Ronald Araújo sorgte kurz vor der Pause mit seinem Treffer zum 2:2 für den Ausgleich.

Und plötzlich war wieder Leben in der Bude.

Nach dem Seitenwechsel legte Mac Allister in der 65. Minute nach. 3:2 für Liverpool!

Florian Wirtz erhöhte wenig später auf 4:2 und dürfte damit endgültig sämtliche Zweifler daran erinnert haben, weshalb man ihn auf einer großen europäischen Fußballbühne sehen möchte.

Villarreal gelang durch Tanitoluwa Oluwaseyi in der 87. Minute noch das 4:3.

Aber mehr war nicht drin.

Liverpool gewann nach 0:2-Rückstand mit 4:3.

Ein Fußballabend, bei dem die Fans erst ihre Mannschaft verfluchten, anschließend den Fußballgott anbeteten und am Ende wahrscheinlich erschöpfter waren als die Spieler.

Manchester City gegen AEK: Haaland macht Pause, Foden übernimmt den Torservice

Normalerweise lautet die Frage bei Manchester City: Wie viele Tore schießt Erling Haaland heute?

Diesmal fehlte der norwegische Superstar.

Und AEK Athen dürfte zunächst gehofft haben, dass es deshalb vielleicht etwas ruhiger werden würde.

Ein folgenschwerer Irrtum.

Denn Phil Foden hatte offensichtlich beschlossen, den freien Abend seines Kollegen persönlich zu kompensieren.

Elliot Anderson eröffnete bereits in der zwölften Minute den Torreigen. Foden erhöhte in der 34. Minute auf 2:0.

Nach der Pause durfte AEK durch Stavros Pilios zwar noch kurz Hoffnung schöpfen, aber Rayan Cherki und erneut Foden machten schnell deutlich, wer an diesem Abend das Sagen hatte.

In der 76. Minute vollendete Foden schließlich seinen Dreierpack.

Endstand: 5:1.

Drei Treffer von Foden, fünf Tore für City und ein ziemlich langer Heimweg für die Griechen.

Haaland dürfte das Geschehen entspannt verfolgt haben.

Vielleicht hat ihm hinterher sogar jemand erklären müssen, dass City auch ohne ihn gewinnen kann.

Borussia Dortmund in Baku: Drei Punkte, zwei Guirassy-Tore und wieder einmal schlechte Nerven

Auch unsere Borussia aus Dortmund durfte am Dienstagabend ran.

Gegner war Sabah FK in Baku.

Eigentlich eine Begegnung, bei der man sich als BVB-Fan einen souveränen Sieg wünschen durfte.

Aber wir sprechen schließlich über Borussia Dortmund.

Serhou Guirassy brachte die Schwarz-Gelben bereits in der zehnten Minute in Führung.

Alles wunderbar.

Bis zur 39. Minute.

Da köpfte Aden McCarthy zum 1:1 ein und sorgte dafür, dass die Dortmunder Anhänger wieder einmal lernen mussten, wie schwer es ist, einen ruhigen Fußballabend zu verbringen.

Zum Glück gibt es Guirassy.

Der Angreifer traf in der 53. Minute erneut und sicherte dem BVB mit seinem Doppelpack den 2:1-Auswärtssieg.

Drei Punkte, zweiter Champions-League-Erfolg und eine Mannschaft, die nach zuletzt drei sieglosen Pflichtspielen wieder aufatmen durfte.

Schön war nicht alles.

Aber gewonnen ist gewonnen.

Und wenn wir Dortmunder eines gelernt haben, dann dies: Über die Art und Weise kann man sich morgen noch aufregen.

Heute freuen wir uns erst einmal über die Punkte.

Stuttgart gegen Atlético: Ein Punkt gegen die spanischen Betonmischer

Der VfB Stuttgart empfing Atlético Madrid und trennte sich von den Spaniern mit 1:1.

Nun ist Atlético bekanntlich eine Mannschaft, gegen die selbst das schönste Fußballspiel gelegentlich wie eine Partie Schach auf einem frisch gepflügten Acker aussieht.

Die Schwaben hielten dagegen und sicherten sich einen Punkt.

Für Stuttgart war es nach zuvor erfolgreichen Auftritten der erste Punktverlust in dieser Champions-League-Saison.

Natürlich hätte man zu Hause gerne gewonnen.

Aber gegen Atlético Madrid ist ein Unentschieden nun wahrlich kein Grund, sämtliche Vereinsfahnen auf Halbmast zu setzen.

AS Rom gegen Bratislava: Vier Tore und endlich einmal ein ruhiger Abend

Die AS Rom machte gegen Slovan Bratislava kurzen Prozess.

4:0.

Keine Verlängerung des Dramas, keine nervenaufreibende Schlussphase und kein Ergebnis, das erst nach dreimaligem Nachrechnen feststand.

Einfach vier Tore schießen, keines kassieren und zufrieden nach Hause gehen.

Manchmal kann Fußball so unkompliziert sein.

Die Römer sicherten sich damit ihren ersten Sieg in der laufenden Ligaphase.

Für Bratislava war es dagegen ein Abend, den man vermutlich nicht unbedingt in die Vereinschronik unter der Rubrik „Unsere schönsten Europapokalreisen“ aufnehmen wird.

Porto gegen Eindhoven: Ein Tor reicht – mehr gibt es nicht

Während anderswo Tore fielen wie Herbstlaub von den Bäumen, beschlossen der FC Porto und PSV Eindhoven offenbar, etwas sparsamer mit dem Spielgerät umzugehen.

Am Ende gewann PSV mit 1:0.

Ein Tor.

Drei Punkte.

Fertig.

Manchmal braucht es eben kein Fußballfeuerwerk, um einen erfolgreichen Abend zu erleben.

Für die Niederländer war es ein wichtiger Auswärtssieg, während Porto sich fragen durfte, warum man ausgerechnet im eigenen Stadion ohne Treffer blieb.

Die PSV dürfte das wenig interessieren.

Denn auf der Tabelle steht nicht, wie spektakulär ein Sieg war.

Napoli gegen Bodø/Glimt: Sieben Tore und wahrscheinlich keine Fingernägel mehr

Auch in Neapel wurde ordentlich Betrieb gemacht.

Die SSC Napoli setzte sich mit 4:3 gegen Bodø/Glimt durch.

Sieben Treffer in einer Begegnung!

Während andere Mannschaften schon mit einem einzigen Tor zufrieden sind, beschlossen die Italiener und Norweger offenbar, den Zuschauern den Eintrittspreis möglichst großzügig zurückzuzahlen.

Napoli durfte am Ende jubeln und die ersten Punkte der Ligaphase feiern.

Bodø/Glimt nahm immerhin drei eigene Treffer mit.

Dafür gibt es zwar keine Punkte, aber zumindest reichlich Stoff für die nächste Videoanalyse.

Vier Tore erzielt, drei kassiert, gewonnen.

Eine einfache Rechnung.

Für die beteiligten Trainer dürfte sie allerdings etwas komplizierter ausgefallen sein.

Fenerbahçe gegen Slavia Prag: Wenn der Sieg schon winkt und dann doch vorbeiläuft

Auch in Istanbul hatte man offenbar andere Vorstellungen vom Abend.

Fenerbahçe wollte endlich den ersten Sieg einfahren.

Doch Slavia Prag hatte etwas dagegen und traf spät zum 2:2.

Damit blieb beiden Mannschaften weiterhin der erste Erfolg in der Ligaphase verwehrt.

Besonders ärgerlich für die Türken, die den erhofften Dreier schon in Reichweite hatten.

Aber im Fußball gilt nun einmal: Ein Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift.

Eine Erkenntnis, die vermutlich schon Millionen Trainer ausgesprochen haben und die trotzdem regelmäßig neue Opfer findet.

Fazit: Wer am Dienstag Champions League schaute, brauchte starke Nerven

Was für ein Fußballabend!

Paris Saint-Germain bezwingt Barcelona mit 4:2, Liverpool dreht ein 0:2 gegen Villarreal, Manchester City veranstaltet ein kleines Schützenfest, und Napoli liefert sich mit Bodø/Glimt einen Sieben-Tore-Krimi.

Borussia Dortmund gewinnt in Baku, Stuttgart punktet gegen Atlético Madrid, und auch Rom sowie Eindhoven dürfen jubeln.

Für neutrale Fußballfans war das beste Unterhaltung.

Für manche Anhänger der beteiligten Vereine dagegen eine echte Belastungsprobe.

Besonders beeindruckend bleibt PSG. Die Franzosen marschieren weiter durch die Königsklasse und haben mit Barcelona einen weiteren prominenten Gegner bezwungen.

Liverpool zeigt Moral, City präsentiert seine enorme Offensivqualität, und Dortmund beweist immerhin, dass man auch mit einer weniger überzeugenden Leistung drei Punkte holen kann.

Die wichtigste Erkenntnis dieses Champions-League-Abends lautet allerdings: Im europäischen Spitzenfußball ist offenbar alles möglich – außer einem gemütlichen Fernsehabend ohne Herzrasen.

Und genau deshalb lieben wir diesen Wettbewerb.

Champions League eben: 90 Minuten Fußball, sieben verschiedene Gemütszustände und am nächsten Morgen die Frage, ob man sich diesen Wahnsinn wirklich jede Woche antun muss.

Natürlich tut man das.

Spätestens beim nächsten Anpfiff sitzen wir wieder vor dem Fernseher.

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Bildnachweis:

51581 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 21.10.2026

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