Süßer Geschmack, ernste Folgen: Vapes dürfen nicht zur Einstiegsdroge werden

Süßer Geschmack, ernste Folgen: Vapes dürfen nicht zur Einstiegsdroge werden

Veröffentlicht

Sonntag, 18.10.2026
von Red. TB

Bunte Geräte, süße Aromen und ein schneller Zug zwischendurch: E-Zigaretten wirken auf viele junge Menschen wie ein alltägliches Accessoire. Doch hinter der vermeintlichen Leichtigkeit kann eine Abhängigkeit entstehen, die den Tagesablauf bestimmt. Besonders bedenklich ist, wenn Menschen zum Dampfen greifen, die zuvor überhaupt nicht geraucht haben.

Ein britischer Bericht beschreibt diese Entwicklung anhand persönlicher Erfahrungen. Die heute 21-jährige Gracey lehnte Vapes zunächst ab. Weil das Dampfen an ihrer Schule immer verbreiteter wurde, probierte sie es mit 16 Jahren selbst aus. Inzwischen gehört das Gerät selbstverständlich zu ihrem Alltag. Der Gedanke ans Aufhören bereitet ihr Angst.

Nach den im Bericht angeführten britischen Erhebungen nutzen rund 1,1 Millionen Menschen E-Zigaretten, obwohl sie nach eigener Aussage nie geraucht haben. Die Zahl macht deutlich, dass Vapes längst über ihre ursprüngliche Rolle als mögliche Alternative für erwachsene Raucher hinausreichen.

Genau hier muss die gesellschaftliche Aufmerksamkeit ansetzen. Ein möglicher Nutzen beim Ausstieg aus dem Tabakrauchen rechtfertigt es nicht, Nichtraucher an Nikotin heranzuführen. Wer bislang ohne diese Substanz lebt, gewinnt durch eine nikotinhaltige Vape keine gesundheitliche Verbesserung, sondern setzt sich einem zusätzlichen Abhängigkeitsrisiko aus.

Die Verharmlosung beginnt häufig mit der Sprache: Es wird „nur gedampft“. Dazu kommen fruchtige Geschmacksrichtungen und Verpackungen, die eher an Süßigkeiten als an ein Suchtmittel erinnern. Die freundliche Gestaltung ändert jedoch nichts an der Wirkung des Nikotins.

Betroffene berichten, dass sie beim Arbeiten, Fernsehen oder Scrollen am Handy nahezu automatisch zur E-Zigarette greifen. Neben der körperlichen Abhängigkeit verfestigt sich eine Gewohnheit. Das Gerät wird zum Begleiter gegen Langeweile, Unsicherheit oder Stress. Irgendwann stellt sich die Frage, ob man noch bewusst entscheidet oder längst einem eingeübten Verlangen folgt.

Auch Erwachsene tragen Verantwortung. Eltern und Schulen sollten verständlich aufklären, ohne Jugendliche zu beschämen. Händler müssen Altersgrenzen ernst nehmen. Hersteller sollten sich daran messen lassen, ob ihre Produktgestaltung besonders junge Menschen und Nichtraucher anspricht.

Wer bereits abhängig ist, braucht Unterstützung statt Spott. Die geschilderten Erfahrungen zeigen, wie schwer der Ausstieg fallen kann. Scham hilft dabei ebenso wenig wie der Vorwurf mangelnder Disziplin.

Die Mahnung bleibt deshalb klar: Wir sollten eine neue Nikotingewohnheit nicht erst dann ernst nehmen, wenn sie sich über Jahre festgesetzt hat. Was süß schmeckt und überall zu sehen ist, wird dadurch nicht harmlos. Freiheit bedeutet auch, den Alltag ohne den ständigen Griff nach dem nächsten Zug gestalten zu können.

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Maklay62 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Sonntag, 18.10.2026

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