„Digger“ mit Tom Cruise: Schräge Öko-Satire wird zum größten Karriere-Risiko

„Digger“ mit Tom Cruise: Schräge Öko-Satire wird zum größten Karriere-Risiko

Veröffentlicht

Mittwoch, 30.09.2026
von Red. TB

Tom Cruise ist für spektakuläre Stunts und große Hollywood-Produktionen bekannt. Mit seinem neuen Film „Digger“ schlägt der Schauspieler jedoch eine völlig andere Richtung ein. Statt Actionkino erwartet das Publikum eine exzentrische, düstere und bewusst überzeichnete Satire über Umweltzerstörung, Macht und wirtschaftliche Interessen.

Der Film stammt von Regisseur Alejandro G. Iñárritu, der unter anderem mit „Birdman“ und „The Revenant“ bekannt wurde. Cruise übernimmt darin die Rolle des Öl-Tycoons Digger Rockwell und präsentiert sich so ungewohnt wie selten zuvor.

Tom Cruise kaum wiederzuerkennen

Für seine Rolle wurde Cruise mit aufwendigem Make-up deutlich verändert. Aus dem sonst sportlichen Hollywoodstar wird ein älter wirkender, grauhaariger und korpulenter texanischer Ölbaron.

Die Figur Digger Rockwell ist das genaue Gegenteil vieler klassischer Cruise-Rollen. Statt eines charmanten oder heldenhaften Protagonisten spielt er einen lautstarken Geschäftsmann, dessen wichtigste Motivation Geld ist.

Rockwell lebt in einem luxuriösen Anwesen, das mit ausgestopften exotischen Tieren dekoriert ist. Gleichzeitig sorgt er sich auffällig um seine schwächliche Katze. Auch zu seiner Halbschwester, einer Unternehmerin im Bereich erneuerbarer Energien, hat er eine gewisse emotionale Bindung.

Gespielt wird diese Figur von Sandra Hüller, deren Rolle im Film allerdings vergleichsweise klein ausfällt.

Ölbohrung löst globale Katastrophe aus

Die Handlung nimmt eine drastische Wendung, als Rockwell erfährt, dass eine Ölbohrung seines Unternehmens in Alaska einen Gletscher beschädigt hat.

Zunächst versucht er, die Verantwortung von sich zu weisen. Er verweist auf geschaffene Arbeitsplätze und spielt die möglichen Folgen herunter.

Doch kurze Zeit später bricht ein gewaltiger Eisberg vom Gletscher ab. Seine Größe wird im Film mit der eines kleinen Landes verglichen.

Der Eisberg treibt in Richtung Nordeuropa. Innerhalb weniger Tage droht ein Tsunami mehrere große Städte zu überfluten.

Damit entwickelt sich „Digger“ von einer grotesken Unternehmer-Satire zunehmend zu einer apokalyptischen Komödie.

Politik und Militär beraten über die Krise

Angesichts der drohenden Katastrophe beruft der US-Präsident ein Krisentreffen in Rockwells Anwesen ein.

Den Präsidenten spielt John Goodman. Gemeinsam mit Militärs, Regierungsvertretern und Beratern wird nach einer Möglichkeit gesucht, den Eisberg aufzuhalten.

Ein Wissenschaftler, dargestellt von Riz Ahmed, versucht den Anwesenden die Tragweite der Situation zu erklären.

Die Verantwortlichen entwickeln schließlich den Plan, militärische Mittel einzusetzen, um die Richtung des Eisbergs zu verändern.

Sollte dies scheitern, wird im Film sogar darüber diskutiert, wie die öffentliche Darstellung der Katastrophe beeinflusst werden könnte, damit ein amerikanisches Unternehmen nicht für die Folgen verantwortlich gemacht wird.

Bewusst übertriebene Umwelt-Satire

„Digger“ setzt nicht auf subtile Andeutungen. Der Film überzeichnet seine Figuren und Situationen bewusst.

Im Mittelpunkt stehen Themen wie Klimawandel, Unternehmensverantwortung, politische Macht und die Frage, wie wirtschaftliche Interessen den Umgang mit Umweltkatastrophen beeinflussen können.

Was vor einigen Jahren möglicherweise noch vollkommen unrealistisch gewirkt hätte, erscheint angesichts tatsächlicher Debatten über Klimaveränderungen heute deutlich weniger weit entfernt von der Realität.

Dabei ist „Digger“ jedoch keine klassische Katastrophenproduktion. Der Film kombiniert schwarzen Humor, Gesellschaftskritik und bewusst absurde Situationen.

Zwei große Wendungen verändern die Geschichte

Neben der eigentlichen Katastrophenhandlung enthält „Digger“ zwei überraschende konzeptionelle Wendungen.

Diese sollen die bisherige Handlung aus einem neuen Blickwinkel erscheinen lassen.

Bereits der erste Trailer hatte bei Zuschauern für Diskussionen gesorgt. Die künstlich und stark überzeichnet wirkende Inszenierung führte teilweise sogar zu Spekulationen, ob es sich bei dem Film möglicherweise um ein Musical handeln könnte.

Die tatsächliche Richtung des Films fällt jedoch noch ungewöhnlicher aus.

Kein typischer Film für ein Massenpublikum

Mit „Digger“ geht Tom Cruise ein erhebliches künstlerisches Risiko ein.

Der Film unterscheidet sich deutlich von Produktionen wie „Mission: Impossible“ und dürfte nicht jeden Zuschauer ansprechen.

Die bewusst extreme Inszenierung, politische Botschaften und ungewöhnliche Erzählweise könnten das Publikum stark spalten.

Gerade deshalb ist der Film für Cruise ungewöhnlich. Während er sonst häufig in großen kommerziellen Produktionen auftritt, erinnert „Digger“ eher an ein experimentelles Arthouse-Projekt.

Keine klassische Oscar-Rolle

Da Alejandro G. Iñárritu bereits mehrere Oscars gewonnen hat, wurde im Vorfeld spekuliert, Cruise könne mit diesem Projekt gezielt auf eine bedeutende Filmauszeichnung hinarbeiten.

Cruise selbst hat bislang keinen regulären Schauspiel-Oscar gewonnen, erhielt jedoch einen Ehrenpreis.

„Digger“ wirkt allerdings kaum wie ein klassischer Film, der ausschließlich für Filmpreise produziert wurde.

Die Rolle ist dafür möglicherweise zu exzentrisch und die politische Botschaft zu direkt.

Film dürfte Zuschauer deutlich spalten

Auch die Laufzeit von 128 Minuten könnte für einige Kinobesucher eine Herausforderung darstellen.

Der Film setzt über längere Strecken auf große Monologe, laute Auseinandersetzungen und stark überzeichnete Figuren.

Besonders Tom Cruise soll seine Rolle mit enormer Energie spielen und große Reden über die Ölindustrie halten.

Die Produktion verfolgt dabei konsequent ihren ungewöhnlichen Stil und versucht gar nicht erst, wie eine konventionelle Hollywood-Produktion zu wirken.

Hochkarätige Besetzung

Neben Tom Cruise sind mehrere bekannte Schauspieler beteiligt.

Sandra Hüller übernimmt die Rolle von Rockwells Halbschwester, während Riz Ahmed einen Wissenschaftler spielt, der vor der drohenden Umweltkatastrophe warnt.

John Goodman verkörpert den amerikanischen Präsidenten.

Regie führt Alejandro G. Iñárritu, der den Film auch mitgeschrieben hat.

Kinostart Anfang Oktober

„Digger“ hat eine Laufzeit von 128 Minuten.

Der Kinostart in den USA und Großbritannien ist für den 2. Oktober vorgesehen.

Ob der ungewöhnliche Film kommerziell erfolgreich sein wird, bleibt offen. Sicher ist jedoch, dass Tom Cruise mit „Digger“ eine der ungewöhnlichsten Rollen seiner bisherigen Karriere übernommen hat.

Statt spektakulärer Action-Stunts steht diesmal ein vollkommen überzeichneter Öl-Milliardär im Mittelpunkt einer apokalyptischen Umwelt-Satire – und genau diese radikale Abkehr von seinen bekannten Rollen dürfte dafür sorgen, dass über den Film intensiv diskutiert wird.

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dbreen (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Mittwoch, 30.09.2026

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