Weltnachrichten kompakt: Eskalation im Nahen Osten belastet die Weltwirtschaft

Weltnachrichten kompakt: Eskalation im Nahen Osten belastet die Weltwirtschaft

Veröffentlicht

Freitag, 18.09.2026
von Red. TB

Die internationale Nachrichtenlage wird derzeit vor allem von der militärischen Eskalation im Nahen Osten bestimmt. Saudi-Arabien und die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben sich erneut gegenseitig angegriffen. Saudi-arabische Luftschläge trafen Ziele im Jemen, während die Huthis Drohnen gegen Ziele in Saudi-Arabien einsetzten. Mehr als 100.000 Menschen sollen inzwischen aus den umkämpften Gebieten geflohen sein.

Zusätzliche Sorgen bereiten Angriffe auf wichtige Energie- und Handelswege. In der Straße von Hormus wurde ein Öltanker getroffen und in Brand gesetzt. Zudem beschädigten Huthi-Angriffe mehrere Pumpstationen der saudischen Ost-West-Pipeline. Die Ölexporte über den Hafen Yanbu mussten zeitweise unterbrochen werden.

Trotz der angespannten Lage sind die Ölpreise leicht gesunken. Brent-Rohöl kostete zuletzt knapp 104 Dollar je Barrel. Händler hoffen, dass Saudi-Arabien alternative Transportwege nutzen und einen Teil seiner beschädigten Infrastruktur schnell wieder in Betrieb nehmen kann. Von einer Entspannung kann dennoch keine Rede sein.

Für Aufmerksamkeit sorgt außerdem die bevorstehende UN-Generalversammlung in New York. Die USA haben führenden iranischen Regierungsvertretern trotz des laufenden Konflikts Einreisevisa erteilt. Irans Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi dürfen an den Beratungen teilnehmen, müssen sich in New York jedoch an strenge Reise- und Einkaufsbeschränkungen halten. Dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas wurde die Einreise dagegen verweigert.

Im UN-Sicherheitsrat haben Russland und China die Verlängerung des Mandats einer unabhängigen Expertengruppe zur Überwachung der Iran-Sanktionen blockiert. Westliche Staaten befürchten dadurch eine schlechtere Kontrolle möglicher Sanktionsverstöße. Moskau und Peking werfen ihnen hingegen vor, das Gremium politisch zu instrumentalisieren.

Im Ukrainekrieg kündigte die Europäische Union weitere Unterstützung an. Insgesamt sollen 3,3 Milliarden Euro für den Kauf von Flugkörpern und Drohnen bereitgestellt werden. Gleichzeitig warnt der Kreml vor einem neuen amerikanischen Sanktionspaket gegen die russische Energie- und Rüstungsindustrie. Die geplanten Maßnahmen könnten auch hohe Zölle gegen Staaten ermöglichen, die weiterhin russisches Öl oder Gas kaufen.

Die USA und Polen melden unterdessen Fortschritte bei den Gesprächen über eine dauerhafte amerikanische Militärbasis auf polnischem Gebiet. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Polen betrachtet eine permanente US-Präsenz als wichtigen Beitrag zur Absicherung der Nato-Ostflanke.

In Asien verschärft Nordkorea erneut den Ton. Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, drohte mit einer stärkeren Reaktion auf gemeinsame Militärübungen der USA und mehrerer Verbündeter in der Nähe von Guam. Gleichzeitig bekräftigte Pjöngjang, dass es sein Atomwaffenprogramm nicht aufgeben werde.

Auch die japanische Geldpolitik bewegt die Märkte. Die Bank of Japan könnte den Leitzins auf 1,25 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 31 Jahren anheben. Der Yen bleibt trotzdem schwach. Die Regierung in Tokio schließt weitere Eingriffe gegen extreme Wechselkursschwankungen nicht aus.

In Afrika steigt der Einfluss der USA auf den Rohstoffsektor. Washington unterstützt ein Uranprojekt im Niger mit bis zu 414 Millionen Dollar. Das Vorhaben soll den amerikanischen Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen verbessern, ist wegen politischer Instabilität und islamistischer Angriffe jedoch mit erheblichen Risiken verbunden.

Neue Spannungen gibt es außerdem zwischen den USA und Kuba. Washington verhängte Sanktionen gegen staatliche Nickelunternehmen, militärische Forschungseinrichtungen und mehrere kubanische Funktionäre. Havanna macht dagegen die amerikanische Sanktionspolitik für die wirtschaftliche Not und die zunehmenden Versorgungsprobleme auf der Insel verantwortlich.

Innenpolitisch hat das Weiße Haus die Nominierung von Lance Schroyer zum Leiter der Einwanderungsbehörde ICE zurückgezogen. Die Behörde steht wegen umstrittener Einsätze und mehrerer Todesfälle unter wachsendem Druck. Damit bleibt ICE weiterhin ohne einen vom Senat bestätigten Direktor.

Ein amerikanisches Bundesgericht bremste zudem mögliche Abrisspläne für das Kennedy Center in Washington. Größere bauliche Veränderungen müssen mindestens 30 Tage vorher angekündigt werden. Präsident Donald Trump hatte zuvor einen Abriss des traditionsreichen Kulturzentrums ins Gespräch gebracht.

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