NFL-Auftakt mit Chaos, Knallern und Fragezeichen

NFL-Auftakt mit Chaos, Knallern und Fragezeichen

Veröffentlicht

Montag, 14.09.2026
von Red. TB

Die NFL ist wieder da – und Woche eins hat direkt klargemacht: Wer jetzt schon weiß, wer den Super Bowl gewinnt, sollte dringend auch die Lottozahlen verraten.

Die Favoriten? Wackeln. Die Stars? Teilweise schon im Vollgas-Modus. Die Defenses? Mancherorts offenbar noch im Sommerurlaub.

Buffalo gewinnt – Verteidigen war offenbar optional

Die Buffalo Bills bezwangen die Houston Texans mit 36:31. Josh Allen erledigte dabei praktisch alles, was man von einem Quarterback verlangen kann: zwei Touchdowns geworfen, zwei selbst erlaufen und am Ende den Sieg irgendwie über die Ziellinie geschoben.

Die Defense hingegen dürfte sich das Spiel lieber nicht noch einmal gemeinsam anschauen.

Für Buffalo zählt trotzdem nur eines: Sieg ist Sieg. Und wer den ersten Super Bowl der Franchise-Geschichte gewinnen will, darf sich am Ende sowieso nicht fragen lassen, ob es schön war.

Lamar Jackson meldet sich zurück

Deutlich entspannter lief es für Baltimore.

Die Ravens fegten mit 41:23 über Indianapolis hinweg, Lamar Jackson warf für 324 Yards und einen Touchdown.

Das Bemerkenswerte daran: In der kompletten Saison 2025 hatte Jackson nicht ein einziges Mal die Marke von 300 Passing Yards geknackt.

Neuer Offensive Coordinator, neues Glück?

Vielleicht.

Oder Jackson hatte einfach genug davon, dass alle über das enttäuschende Vorjahr reden.

Auch Derrick Henry war wieder Derrick Henry: drei Touchdowns, inzwischen 125 in seiner Karriere. Nur Emmitt Smith und LaDainian Tomlinson liegen noch vor ihm.

Chicago schaltet auf Videospiel-Modus

Die Chicago Bears hatten offenbar keine Lust auf vorsichtiges Einspielen.

59 Punkte gegen Carolina.

Zusammen kamen Bears und Panthers auf 96 Zähler – Rekord für ein Spiel in Woche eins.

Nach nur einem Spiel liegen die Bears damit theoretisch auf Kurs, den NFL-Punkterekord der Denver Broncos aus dem Jahr 2013 zu zerlegen.

Theoretisch.

Denn Fußballgeschichte kennt auch diese hübsche Warnung: Die Atlanta Falcons erzielten 1973 zum Saisonstart 62 Punkte – und wurden im nächsten Spiel einfach mal mit 0 Punkten nach Hause geschickt.

Also vielleicht doch noch keine Parade in Chicago organisieren.

Gibbs bekommt den Ball – und dann noch einmal, und noch einmal

Detroit gewann eines der wildesten Spiele des Wochenendes mit 31:30 nach Verlängerung gegen New Orleans.

Mittendrin: Jahmyr Gibbs.

29 Läufe, insgesamt 34 Ballkontakte, 186 Yards und zwei Touchdowns.

Fantasy-Spieler lieben solche Zahlen.

Die medizinische Abteilung der Lions vielleicht etwas weniger.

Gibbs war bislang deutlich geringere Belastungen gewohnt. Wenn Detroit ihn jede Woche derart beansprucht, sollte ihm vielleicht gleich noch ein Feldbett neben dem Eisbad reserviert werden.

Cincinnati gewinnt plötzlich mit Defense

Die Bengals schlagen Tampa Bay 33:27 – und ausnahmsweise war Joe Burrow nicht allein für alles verantwortlich.

Cincinnatis Defense erzwang vier Fumbles. Einer davon wurde direkt zum Touchdown zurückgetragen.

Für die Bengals ist das fast schon revolutionär: Man kann offenbar auch Spiele gewinnen, ohne dass Burrow jeden Drive persönlich retten muss.

Wer hätte das gedacht?

Trevor Lawrence sieht plötzlich ziemlich erwachsen aus

Jacksonville ließ Cleveland beim 34:10 kaum eine Chance.

Trevor Lawrence warf vier Touchdowns und produzierte mit einem Passer Rating von 150,6 seinen Karrierebestwert.

Nach einer Woche führen die Jaguars allein die AFC South an.

Natürlich bedeutet das ungefähr so viel wie Tabellenführer nach dem ersten Bundesliga-Spieltag zu sein.

Aber hey – Jacksonville nimmt, was Jacksonville kriegen kann.

Cleveland ist Cleveland

Und damit wären wir bei den Browns.

10:34 gegen Jacksonville.

Deshaun Watson weiter als Quarterback.

Die Fans weiter unzufrieden.

Der Trainer weiter überzeugt.

Kurz gesagt: Cleveland startet zuverlässig in die Saison.

Wenn Kontinuität ein Qualitätsmerkmal ist, sind die Browns ganz weit vorne.

T.J. Watt macht T.J.-Watt-Sachen

Pittsburgh gewann 20:13 gegen Atlanta, und T.J. Watt hatte offenbar beschlossen, gleich in Woche eins seine Bewerbung für sämtliche Defense-Auszeichnungen einzureichen.

Zwei Sacks.

Eine Interception.

Und daraus auch noch ein Touchdown.

Damit gehört Watt nun gemeinsam mit Julius Peppers zum sehr exklusiven Club von Spielern mit mindestens 100 Sacks und zehn Interceptions.

Nicht schlecht für einen Mann, dessen Zukunft in Pittsburgh gleichzeitig irgendwie unklar sein soll.

Und wer ist jetzt eigentlich das beste Team?

Gute Frage.

Seattle gewinnt, verliert aber seinen Quarterback vorübergehend.

Buffalo gewinnt, vergisst zwischendurch das Verteidigen.

Baltimore sieht stark aus.

Chicago erzielt absurd viele Punkte.

Detroit überlebt einen Thriller.

Jacksonville startet plötzlich souverän.

Und Denver hat noch gar nicht gespielt.

Die wichtigste Erkenntnis aus Woche eins lautet deshalb:

Niemand weiß irgendetwas.

Und genau deshalb schauen nächste Woche wieder alle zu.

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von Autor: Red. TB
am: Montag, 14.09.2026

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