Salzburg stolpert in Ried – LASK bleibt vorne, Rapid vor Reaktionstest beim WAC
In der österreichischen Bundesliga ist Bewegung drin. Während Red Bull Salzburg am Freitagabend die große Chance auf die Tabellenführung liegen ließ, wartet auf Rapid Wien am Samstag bereits die nächste Bewährungsprobe. Und ganz oben darf sich vorerst einer zurücklehnen: der LASK.
Ried ärgert Salzburg in letzter Minute
Die größte Nachricht der vergangenen Stunden kommt aus dem Innviertel. Red Bull Salzburg kam bei der SV Ried nicht über ein 1:1 hinaus und verpasste damit den Sprung auf Platz eins.
Dabei sah es kurz vor Schluss noch nach einem Salzburger Sieg aus.
Nach einer über weite Strecken überlegen geführten Partie brachte der eingewechselte Karim Konaté die Gäste in der 84. Minute mit 1:0 in Führung. Eigentlich der klassische späte Treffer eines Favoriten, der ein mühsames Spiel doch noch auf seine Seite zieht.
Doch Ried hatte etwas dagegen.
Nur zwei Minuten später stieg Philipp Pomer nach einem Eckball hoch und köpfte zum 1:1 ein. Salzburg hatte kaum Zeit, seine Führung zu genießen – da war sie bereits wieder dahin.
Für Salzburg endete damit eine Serie von sechs Pflichtspielsiegen in Folge. Vor 6041 Zuschauern nahm Ried einen Punkt mit, während die Mannschaft von Trainer Danny Röhl zwei Zähler liegen ließ.
LASK bleibt der große Gewinner
Der eigentliche Gewinner des Freitagabends spielte überhaupt nicht.
Der LASK bleibt Tabellenführer.
Die Linzer haben nach fünf Spielen die maximale Ausbeute von 15 Punkten geholt. Salzburg steht nach dem Remis in Ried nun bei 14 Punkten aus sechs Begegnungen und konnte den LASK damit nicht überholen.
Dahinter lauert Rapid mit zwölf Punkten aus fünf Spielen.
Damit bekommt das Wochenende zusätzliche Spannung: Der LASK kann beobachten, was die Konkurrenz macht – und am Sonntag im Spitzenspiel bei Sturm Graz selbst nachlegen.
Die Ausgangslage ist beeindruckend. Die Linzer sind mit fünf Siegen aus fünf Ligaspielen gestartet und stellen bislang eine der großen Geschichten dieser jungen Saison dar. Vor der Runde standen 15 Punkte und ein Torverhältnis von 15:2 zu Buche.
Rapid muss beim WAC eine Antwort geben
Besonders interessant wird der Samstagabend.
Wolfsberger AC gegen Rapid Wien, 19.30 Uhr in der Lavanttal-Arena.
Für Rapid geht es dabei um mehr als nur drei Punkte.
Die Hütteldorfer hatten einen hervorragenden Saisonstart hingelegt: Siege gegen Altach, Ried, den GAK und Sturm brachten Rapid früh in die Spitzengruppe. Dann kam allerdings der heftige Dämpfer in Salzburg.
1:5.
Die erste Saisonniederlage fiel gleich ausgesprochen deutlich aus.
Nun wird sich zeigen, wie stabil Rapid tatsächlich ist. Ein Sieg beim WAC – und die Niederlage in Salzburg könnte schnell als Ausrutscher verbucht werden. Die nächste Pleite würde dagegen erstmals ernsthafte Fragen nach der Widerstandsfähigkeit der Mannschaft aufwerfen.
Auch statistisch verspricht die Partie Tore: Sowohl WAC-Stürmer Giacomo Vrioni als auch Rapids Tonni Adamsen stehen vor dem Spiel bei vier Ligatreffern. Rapid hat bislang durchschnittlich drei Tore pro Partie erzielt.
Altach gegen GAK: Punkte werden dringend gebraucht
Bereits um 17 Uhr treffen am Samstag SCR Altach und Grazer AK aufeinander.
Für beide Mannschaften ist die Begegnung angesichts des Tabellenstandes wichtig. Altach ging mit lediglich drei Punkten aus fünf Spielen in die Runde, der GAK mit vier.
Besonders die Grazer Defensive hatte bislang Schwierigkeiten. Der GAK kassierte bereits vier Gegentreffer nach Standardsituationen; nur Austria Wien war vor der Runde in dieser Statistik noch anfälliger. Altach wiederum hatte als einziges Team noch kein Tor nach einem ruhenden Ball erzielt.
Das klingt nicht nach dem großen Spitzenspiel – könnte für den weiteren Saisonverlauf beider Vereine aber ausgesprochen wichtig werden.
Sonntag steigt der Kracher: Sturm gegen LASK
Das sportliche Highlight folgt am Sonntag um 17 Uhr in Graz.
Sturm Graz gegen LASK.
Der Vierte empfängt den Tabellenführer.
Sturm hat acht Punkte aus fünf Spielen gesammelt und darf den Kontakt zur Spitze nicht abreißen lassen. Der LASK reist dagegen mit der makellosen Ligabilanz von fünf Siegen an.
Für die Grazer bietet die Partie eine Gelegenheit, ein deutliches Zeichen zu setzen. Ein Sieg über den bisher ungeschlagenen Tabellenführer würde Sturm wieder mitten hinein in den Kampf um die vorderen Plätze bringen.
Gewinnt dagegen der LASK auch in Graz, wäre der perfekte Saisonstart endgültig mehr als nur eine schöne Momentaufnahme.
Austria Wien schon früh unter Druck
Auch bei Austria Wien ist die Lage interessant.
Die Veilchen empfangen am Sonntag um 14.30 Uhr Austria Lustenau. Vor dem sechsten Spieltag stand Wien mit lediglich drei Punkten aus fünf Spielen am Tabellenende.
Gerade einmal drei Tore in fünf Ligaspielen unterstreichen, wo eines der Probleme liegt. Gegner Austria Lustenau hatte dagegen fünf Punkte gesammelt.
Für die Wiener ist das deshalb schon zu diesem frühen Zeitpunkt ein Spiel, bei dem ein Sieg beinahe Pflicht erscheint.
Denn irgendwann lässt sich ein schlechter Saisonstart nicht mehr mit dem Hinweis entschuldigen, dass die Tabelle noch jung sei.
Salzburg stolpert – und plötzlich wird es oben richtig eng
Das 1:1 von Salzburg in Ried könnte sich als wichtiger Moment dieser Runde erweisen.
Die Bullen waren überlegen, gingen spät in Führung – und kassierten praktisch postwendend den Ausgleich.
Damit lautet die vorläufige Reihenfolge an der Spitze:
LASK 15 Punkte. Salzburg 14. Rapid 12.
Mit einem entscheidenden Unterschied: Salzburg hat bereits sechs Spiele absolviert, LASK und Rapid bislang erst fünf.
Für die Konkurrenz ist das eine Einladung.
Rapid kann mit einem Sieg beim WAC wieder ganz dicht heranrücken. Der LASK könnte am Sonntag in Graz seinen Vorsprung ausbauen. Und Sturm besitzt die Gelegenheit, dem Spitzenreiter die erste Ligapleite der Saison beizubringen.
Die österreichische Bundesliga geht damit in ein Wochenende, das an der Spitze einiges durcheinanderwirbeln kann.
Und die erste Überraschung ist bereits passiert:
Salzburg wollte Platz eins – Ried sagte Nein.


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