Die Chicago Bears und die Familie der NFL-Legende Walter Payton trauern um Matt Suhey.
Der frühere Fullback der Bears ist am Sonntag gestorben. Suhey verbrachte seine gesamte zehnjährige NFL-Karriere in Chicago und war nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Teams, sondern auch einer der engsten Freunde von Walter Payton.
Die beiden standen jahrelang gemeinsam auf dem Feld und gewannen zusammen den Super Bowl. Doch ihre Verbindung ging weit über den Football hinaus.
Nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahnen blieben die Familien eng miteinander verbunden.
Walter Payton wurde sogar Pate von Suheys Sohn Scotty.
Nach Paytons Tod im Jahr 1999 wiederum wurde Suhey für dessen Sohn Jarrett zu einer der wichtigsten Bezugspersonen.
Jarrett Payton: Suhey wurde zu einer Vaterfigur
Jarrett Payton veröffentlichte am Montag eine emotionale Würdigung des langjährigen Freundes seines Vaters.
Er bezeichnete Suhey als den engsten Freund seines Vaters und schrieb, dass dieser nach Walter Paytons Tod zu einer der wichtigsten Vaterfiguren in seinem Leben geworden sei.
In einer Zeit, in der für die Familie vieles unsicher gewesen sei, habe Suhey Verantwortung übernommen.
Er habe sich um die Familie gekümmert, sie beschützt und Jahr für Jahr darauf geachtet, dass es allen gutgehe.
Dabei habe er sich selbst nie in den Mittelpunkt gestellt.
Für Jarrett Payton war genau das charakteristisch für Suhey.
Die Verbindung zwischen beiden Familien war über Jahrzehnte gewachsen und hatte auch nach dem Tod Walter Paytons Bestand.
Zehn Jahre nur für die Chicago Bears
Matt Suhey kam 1980 in die NFL.
Die Chicago Bears wählten ihn damals in der zweiten Runde des Drafts aus.
Er blieb dem Klub während seiner gesamten Profikarriere treu.
Bis zu seinem Rücktritt nach der Saison 1989 absolvierte Suhey insgesamt 148 Spiele für Chicago und stand davon 100-mal in der Startformation.
Als Fullback war seine Rolle eine andere als die des deutlich spektakuläreren Walter Payton.
Suhey kam während seiner Karriere auf 2.946 erlaufene Yards und 20 Touchdowns.
Zum Vergleich: Payton erreichte in seinen besten Jahren ähnliche Laufleistungen innerhalb von ungefähr zwei Spielzeiten.
Doch Suheys Bedeutung für die Bears ließ sich nicht allein anhand seiner Laufstatistik messen.
Auch als Passempfänger wichtig
Der Fullback war zugleich ein zuverlässiger Passempfänger aus dem Backfield.
Während seiner NFL-Karriere fing Suhey 260 Pässe für insgesamt 2.113 Yards.
Dabei erzielte er fünf Receiving-Touchdowns und sorgte mit seinen gefangenen Pässen für 93 neue First Downs.
Gerade in der damaligen Offensive der Bears erfüllte Suhey damit eine wichtige Rolle neben Superstar Walter Payton.
Er gehörte zu jenen Spielern, die weniger im Rampenlicht standen, für die Balance der Mannschaft aber unverzichtbar waren.
Touchdown beim legendären Super-Bowl-Sieg
Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Suhey mit den Bears in der Saison 1985.
Das Team aus Chicago dominierte damals die NFL und erreichte den Super Bowl XX gegen die New England Patriots.
Die Bears gewannen das Endspiel deutlich mit 46:10.
Bis heute ist es der einzige Super-Bowl-Triumph in der langen Geschichte der Chicago Bears.
Suhey spielte dabei eine wichtige Rolle.
Er erlief im Finale 52 Yards und erzielte den ersten Touchdown der Bears.
Ausgerechnet Walter Payton, der größte Star des Teams und einer der besten Runningbacks der NFL-Geschichte, blieb in diesem Spiel hingegen ohne Touchdown.
Trainer Mike Ditka bezeichnete es später als Fehler, Payton nicht die Möglichkeit gegeben zu haben, im Super Bowl selbst einen Touchdown zu erzielen.
Freundschaft wichtiger als sportliche Zahlen
Walter Payton beendete seine Karriere 1988 als damaliger Rekordhalter für die meisten erlaufenen Yards in der Geschichte der NFL.
Suhey stand sportlich stets im Schatten seines berühmten Teamkollegen.
Persönlich entwickelte sich zwischen beiden Männern jedoch eine außergewöhnlich enge Freundschaft.
Diese Verbindung setzte sich über die nächste Generation fort.
Nach Walter Paytons Tod übernahm Suhey für dessen Familie eine Rolle, die weit über jene eines früheren Mannschaftskollegen hinausging.
Für Jarrett Payton wurde er zu einem Menschen, an den sich die Familie in schwierigen Zeiten wenden konnte.
Dass Walter Payton offenbar großes Vertrauen in seinen Freund hatte, zeigt auch Jarretts Formulierung, sein Vater habe Suhey gewissermaßen die Verantwortung für die Familie hinterlassen.
Bears verlieren einen Teil ihrer größten Mannschaft
Mit dem Tod von Matt Suhey verliert die Organisation der Chicago Bears einen weiteren wichtigen Vertreter des legendären Teams von 1985.
Diese Mannschaft gehört bis heute zu den berühmtesten Teams der NFL-Geschichte.
Ihre dominante Defensive, Persönlichkeiten wie Walter Payton und der deutliche Super-Bowl-Sieg haben dafür gesorgt, dass sie in Chicago noch Jahrzehnte später Kultstatus besitzt.
Suhey gehörte dabei zu den Spielern, deren Bedeutung weniger durch große Schlagzeilen als durch Zuverlässigkeit und Teamarbeit geprägt war.
Seine Karriere endete nach der Saison 1989.
Seine Verbindung zu den Bears und zur Familie Payton blieb jedoch bestehen.
Jarrett Paytons Abschied zeigt deshalb, dass Matt Suhey für ihn nicht nur ein ehemaliger Footballspieler oder der frühere Teamkollege seines berühmten Vaters war.
Er war ein Freund der Familie, ein Beschützer und nach Walter Paytons Tod ein Mann, der einen Teil jener Verantwortung übernahm, die der Verlust des Vaters hinterlassen hatte.


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