Die rumänische Staatsanwaltschaft unternimmt einen neuen Anlauf, um die britisch-amerikanischen Brüder Andrew und Tristan Tate wegen des Verdachts auf die Ausbeutung von Frauen vor Gericht zu bringen.
Wie die auf organisierte Kriminalität spezialisierte Staatsanwaltschaft DIICOT in Bukarest mitteilte, wurde dem zuständigen Gericht eine neue Anklageschrift vorgelegt.
Ein erster Versuch war 2024 gescheitert. Damals hatte ein Gericht in Bukarest die ursprüngliche Anklageschrift wegen Verfahrensfehlern zurückgewiesen.
Schwere Vorwürfe gegen die Brüder
Den Tate-Brüdern wird vorgeworfen, Frauen systematisch dazu gezwungen zu haben, an pornografischen Produktionen und Videochats mitzuwirken.
Darüber hinaus stehen Vorwürfe wegen Vergewaltigung, Menschenhandels und Geldwäsche im Raum.
Nach Angaben der rumänischen Staatsanwaltschaft umfasst die neue Anklage auch Vorwürfe im Zusammenhang mit zwei damals 15-jährigen Mädchen.
Die Minderjährigen sollen emotional unter Druck gesetzt und körperlich misshandelt worden sein. Auf diese Weise sollen Einnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen US-Dollar erzielt worden sein.
Die Brüder weisen sämtliche Vorwürfe zurück.
Tate-Brüder derzeit in den USA in Haft
Andrew und Tristan Tate befinden sich aktuell in den Vereinigten Staaten in Haft.
Dort prüft ein Gericht einen Auslieferungsantrag aus Großbritannien, wo gegen beide ebenfalls strafrechtlich ermittelt wird.
Die Brüder wehren sich gegen die Auslieferung und bestreiten auch die dort erhobenen Vorwürfe.
Damit laufen gegen Andrew und Tristan Tate inzwischen in mehreren Staaten Strafverfahren beziehungsweise Ermittlungen.
Der erneute Anlauf der rumänischen Justiz zeigt, dass die strafrechtliche Aufarbeitung des gesamten Komplexes noch lange nicht abgeschlossen ist.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt auch in diesem Verfahren die Unschuldsvermutung.


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