Spanien unter Druck: Zehntausende demonstrieren für Ceuta

Spanien unter Druck: Zehntausende demonstrieren für Ceuta

Veröffentlicht

Donnerstag, 03.09.2026
von Red. TB

Protest gegen Madrids Migrationspolitik – Opposition spricht von „Invasion“

In Spanien sind am Mittwoch Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit Ceuta zu zeigen. Die spanische Exklave an der nordafrikanischen Küste steht seit Tagen im Mittelpunkt einer neuen Migrationskrise.

Bei landesweiten Kundgebungen warfen Demonstranten und Vertreter der rechten Opposition der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez vor, gegenüber Marokko zu nachgiebig zu agieren und Ceuta nicht ausreichend zu unterstützen.

Organisiert wurden zahlreiche Proteste von der konservativen Opposition.

Besonders scharf äußerte sich Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo von der rechtskonservativen Volkspartei. Er sprach von einer regelrechten „Invasion“ von Migranten und machte Marokko für die Entwicklung verantwortlich.

Feijóo warf der sozialistischen Regierung zudem vor, die Öffentlichkeit falsch informiert zu haben. Madrid habe behauptet, es habe keine vorherigen Warnungen vor der sich zuspitzenden Lage gegeben und auch keine Hinweise darauf, dass Marokko die Entwicklung begünstigt habe.

Nach Auffassung der Opposition stimmt beides nicht.

Spanische Flaggen und deutliche Botschaften in Ceuta

Auch direkt in Ceuta gingen Tausende Bewohner auf die Straße.

Zwischen zahlreichen spanischen Flaggen forderten sie eine Rückkehr zur Normalität und machten gleichzeitig deutlich, dass die Zugehörigkeit der Exklave zu Spanien für sie nicht zur Diskussion steht.

Auf Transparenten war unter anderem zu lesen:

„Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht.“

Die Proteste zeigen, wie stark die Migrationsfrage inzwischen mit der territorialen und nationalen Identität Ceutas verknüpft ist.

Die Exklave liegt an der nordafrikanischen Küste und grenzt unmittelbar an Marokko. Gerade deshalb wird jede größere Migrationsbewegung dort schnell auch zu einem außenpolitischen Konflikt zwischen Madrid und Rabat.

Für die Regierung Sánchez wächst damit der innenpolitische Druck.

Denn aus einer Migrationskrise ist längst auch ein Streit darüber geworden, wie entschlossen Spanien seine Interessen gegenüber Marokko vertreten soll.

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Miki8585 (CC0), Pixabay

von Autor: Red. TB
am: Donnerstag, 03.09.2026

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