Nach der schweren Sturzflut im Grand Canyon läuft die Suche nach rund 15 Menschen, die weiterhin vermisst oder noch nicht erreicht wurden. Trotz der dramatischen Lage gibt es einen wichtigen Grund zur Hoffnung: Bereits 62 Menschen konnten mit Hubschraubern aus dem Canyon gerettet werden, Verletzte wurden bislang nicht gemeldet.
Die Flut traf am Samstag gegen 14.30 Uhr Ortszeit den Bereich des Bright Angel Canyon und die abgelegene Phantom Ranch. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich ein zunächst schöner Tag in eine gefährliche Ausnahmesituation.
Die 41-jährige Nikki Baggs, die gemeinsam mit zwei Freundinnen ausgeflogen wurde, schilderte, wie plötzlich alles umschlug. Erst sei der Tag ruhig und schön gewesen, dann hätten Menschen geschrien und seien in Richtung höher gelegener Stellen gerannt.
Baggs und ihre Begleiterinnen schafften es rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich. Ranger dirigierten sie zunächst zu einem Picknickplatz und später weiter auf einen höher gelegenen Vorsprung. Dort warteten sie stundenlang, bis schließlich die Rettung kam.
Gerade diese schnelle und koordinierte Reaktion der Einsatzkräfte gibt Hoffnung.
62 Menschen bereits in Sicherheit
Die Rettungsaktion läuft mit großem Aufwand weiter. Hubschrauber bringen Menschen aus dem Canyon, während Ranger und weitere Einsatzkräfte versuchen, die noch vermissten Wanderer ausfindig zu machen.
Der National Park Service hatte zunächst von mehr als 20 Personen gesprochen, zu denen kein Kontakt bestand. Diese Zahl wurde später auf ungefähr 15 reduziert.
Dass die Zahl nach unten korrigiert werden konnte, ist zumindest ein vorsichtig positives Zeichen.
Auch Baggs zeigte sich nach ihrer Rettung vor allem dankbar. Sie und ihre Freundinnen hätten sich eigentlich auf ein Abendessen in der Phantom Ranch gefreut. Am Ende zählte nur noch eines: dass sie lebend aus dem Canyon herauskamen.
Brücken zerstört – Wege gesperrt
Die Wassermassen haben dennoch erhebliche Schäden angerichtet. Wanderwege wurden gesperrt, und Augenzeugen berichteten davon, wie Brücken von der Flut fortgerissen wurden.
Die Behörden bitten deshalb alle, die wissen, dass sich Angehörige oder Freunde am Samstag im Bereich des Bright Angel Creek aufgehalten haben, sich zu melden.
Jede Information kann jetzt wichtig sein.
Weitere Unwetter möglich
Für Sonntag und Montag sind erneut Gewitter und starke Regenfälle angekündigt. Der National Park Service warnt vor weiteren Sturzfluten, Gerölllawinen, Steinschlägen und sich schnell verändernden Bedingungen.
Das macht die Suche schwieriger – aber sie geht weiter.
Und genau darauf richtet sich jetzt alles.
Der Grand Canyon ist riesig, unübersichtlich und in solchen Wetterlagen gefährlich. Doch die bereits geglückten Rettungen zeigen, dass Menschen gefunden und in Sicherheit gebracht werden können.
62 Gerettete sind 62 Gründe, die Hoffnung nicht aufzugeben.
Solange die Suche läuft, bleibt die wichtigste Nachricht deshalb nicht die Zahl der Vermissten.
Sondern die Hoffnung, dass aus ihr bald noch mehr Gerettete werden.


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