Donald Trump hat ein neues Problem entdeckt: Die Vereinigten Staaten könnten auf der Erde zwar ziemlich viel zu sagen haben, im Weltall aber womöglich nicht überall auf Platz eins liegen.
Das geht natürlich nicht.
Also soll jetzt eine nationale Weltraumakademie her.
Per Dekret ordnete der US-Präsident die Gründung einer neuen militärischen und zivilen Ausbildungsstätte an, die nach dem Vorbild berühmter Militärakademien wie West Point aufgebaut werden soll. Nur eben mit weniger Pferden und vermutlich deutlich mehr Raketen.
Trump brachte die amerikanische Weltraumstrategie gewohnt bescheiden auf den Punkt: Eine Nation könne schließlich nicht die Nummer eins auf der Erde sein, wenn sie im All nur die Nummer zwei sei.
Damit wäre auch geklärt, dass selbst das Universum offenbar eine Rangliste besitzt.
Eine achtköpfige Kommission unter Leitung von NASA-Chef Jared Isaacman soll nun herausfinden, wie man eine Weltraumakademie eigentlich baut. Wo sie entstehen soll, ist noch nicht bekannt. Houston wäre naheliegend, Florida ebenfalls – der Mond dürfte aus logistischen Gründen zunächst ausscheiden.
West Point mit Schwerelosigkeit
Die Idee passt jedenfalls bestens zu Trumps bisheriger Raumfahrtpolitik. Schon während seiner ersten Amtszeit gründete er mit der Space Force einen eigenen Teil der US-Streitkräfte für den Weltraum.
Jetzt fehlt offenbar nur noch die passende Kaderschmiede.
Künftig könnten dort also junge Amerikaner lernen, wie man Satelliten schützt, Raketen kommandiert und dabei möglicherweise sehr ernst in Richtung Mars blickt.
Bis 2028 wollen die USA wieder Menschen auf den Mond bringen. Danach soll es irgendwann weiter zum Mars gehen. Die Weltraumakademie dürfte damit genügend Stoff für den Lehrplan bekommen.
Erstes Semester: Mond.
Zweites Semester: Mars.
Drittes Semester: China.
Denn natürlich ist China auch schon da
Ganz ohne geopolitischen Wettkampf wäre das Ganze schließlich nur halb so amerikanisch.
China plant ebenfalls eine bemannte Mondlandung und möchte ungefähr bis 2030 Astronauten auf den Erdtrabanten schicken. Sowohl Washington als auch Peking interessieren sich besonders für den Südpol des Mondes.
Dort gibt es Wassereis.
Und Wassereis im Weltraum ist nicht nur etwas für besonders ambitionierte Cocktails, sondern könnte langfristig zur Herstellung von Raketentreibstoff genutzt werden.
Der nächste große Rohstoffwettlauf könnte also tatsächlich einige Hunderttausend Kilometer oberhalb unserer Köpfe stattfinden.
Kleines Problem: Menschen fehlen
Bevor die Vereinigten Staaten allerdings die große Weltraumuniversität eröffnen, gibt es noch ein paar irdische Details.
Zum Beispiel Geld.
Der Kongress muss der Finanzierung zustimmen.
Außerdem fehlt der Raumfahrtbranche schon heute qualifiziertes Personal. SpaceX, Blue Origin, NASA und andere Unternehmen konkurrieren um Fachkräfte, während selbst die Space Force ihre Personalziele zuletzt deutlich verfehlte.
Mit anderen Worten:
Amerika plant eine neue Akademie für Menschen, die es momentan noch gar nicht in ausreichender Zahl gibt.
Aber vielleicht ist genau dafür die Akademie da.
Donald Trumps Amerika denkt jedenfalls längst nicht mehr nur in Bundesstaaten, Kontinenten oder Ozeanen.
Jetzt geht es um Mond, Mars und vermutlich irgendwann um die Frage, ob irgendwo hinter Jupiter eine chinesische Flagge steht.
Denn eines scheint für Trump festzustehen:
America First endet offenbar nicht an der Atmosphäre.


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